Vorwurf der sexuellen Belästigung: Ex-Feuerwehrkommandant akzeptiert Urteil nicht
Der frühere Feuerwehrkommandant aus dem Landkreis Heilbronn, der vor wenigen Wochen vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er eine Feuerwehrfrau sexuell belästigt haben soll, akzeptiert das Urteil nicht. Er hat vor dem Landgericht Berufung eingelegt.
Michael Reißer, Pressesprecher am Amtsgericht in Heilbronn, teilt auf Stimme-Nachfrage mit: „Es wurde seitens des Angeklagten Berufung eingelegt.“ Damit wird der Fall vor der nächsthöheren Instanz, dem Heilbronner Landgericht, neu aufgerollt. Ein Termin steht laut Reißer noch nicht fest. Erfahrungsgemäß gehen bis zur Berufungsverhandlung mehrere Monate ins Land.
Urteil in Heilbronn: Amtsrichter hält Feuerwehrfrau für glaubhaft
Anfang Juli war der frühere Chef einer Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis Heilbronn vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 150 Euro verurteilt worden. Das sind 13.500 Euro.

Richter Marc Lauer hielt die Aussagen einer 33-Jährigen für glaubhaft, wonach der damalige Kommandant ihr nach einer Übung am 1. Juni 2023 auf den Po geklatscht haben soll. Trotz einer deutlichen Ermahnung von ihr und trotz des Hinweises, dass dies eine sexuelle Belästigung darstelle, soll der Feuerwehr-Chef sie noch in den Hintern gekniffen haben. Der Anwalt des Kommandanten schilderte die Berührungen bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht als unbeabsichtigt und nicht sexuell motiviert. Direkte Zeugen gibt es nicht.
Der 50-jährige Mann tut mittlerweile normalen ehrenamtlichen Dienst bei der Landkreis-Feuerwehr. In diesem Frühjahr stellte er sich für den Kommandanten-Posten nicht mehr zur Wahl. Die Frau hat die Landkreis-Wehr inzwischen verlassen.
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