Gemeinde Ilsfeld fährt bei Investitionen auf Sicht
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Im neuen Jahr muss Ilsfeld Millionen Euro in eine Brückensanierung und in Regenüberlaufbecken investieren. Gemeinderat stellt Weichen für weitere Projekte.
Die viel befahrene Brücke in der Robert-Mayer-Straße in Ilsfeld muss im Jahr 2026 für 1,6 Millionen Euro saniert werden.
Foto: Claudia Kostner
Foto: Kostner, Claudia
Oberstes Ziel für Ilsfelds Bürgermeister Bernd Bordon ist es, im ersten Quartal des Jahres 2026 „einen genehmigungsfähigen Etat auf den Weg zu bringen“. Die Last wiegt schwer angesichts eines Gesamtschuldenbergs im kommunalen Haushalt und den Eigenbetrieben in Höhe von 60 Millionen Euro.
„Die finanzielle Lage bleibt herausfordernd. Wir verharren erstmal konsequent im defizitären Bereich“, sagt Bordon. Weitere Steuererhöhungen seien nicht vertretbar – „bei der Grund- und Gewerbesteuer sind wir an der Schmerzgrenze“. Stattdessen müssten die freiwilligen Leistungen noch stärker auf den Prüfstand. Bei anstehenden Investitionen gehe es darum, was unbedingt gemacht werden muss und was noch schiebbar sei. „Wir fahren auf Sicht.“ Vor diesem Hintergrund sei die Diskussion um die Erhöhung der Kreisumlage um drei auf 31 Punkte „nicht förderlich“. Sollte diese vom Kreistag tatsächlich so beschlossen werden, müsste Ilsfeld künftig jährlich 6,43 statt 5,68 Millionen Euro dafür berappen.
Ilsfelder Regenüberlaufbecken müssen auf neue Technik umgestellt werden
Nicht aufschieben lassen sich zwei größere Bauprojekte: Zum einen die Sanierung der Brücke in der Robert-Mayer-Straße für 1,6 Millionen Euro. Zum anderen steht der Neubau eines Regenüberlaufbeckens (RÜB) an. Die bestehenden rund 20 RÜB müssen auf die neue Mess-, Steuer- und Regeltechnik umgestellt werden. „Wir planen mit 2,3 Millionen Euro in 2026 und 1,3 Millionen Euro in 2027“, so Bernd Bordon.
Der Sanierungsstau bei gemeindeeigenen Gebäuden wird Ilsfeld noch sehr lange beschäftigen. Kaum wurde die runderneuerte Schozachtalhalle nach zwei Jahren Bauzeit und einer Investition von acht Millionen Euro im Oktober 2025 eingeweiht, rückt nun die Gemeindehalle in den Fokus. „Wir gehen aktuell von einer Generalsanierung aus. 2,5 Millionen Euro werden da nicht langen“, fürchtet der Rathauschef. 2026 müssen Verwaltung und Gemeinderat die Weichen stellen.
Soll Ilsfeld ein neues Gewerbegebiet ausweisen?
Diskutiert werden müsse auch die Frage, „wie wir als Gemeinde uns bei einer zukünftigen Gewerbegebietsentwicklung aufstellen wollen. Einerseits könnten wir tagtäglich Grundstücke vermarkten. Dem gegenüber stehen gute landwirtschaftliche Böden“, weiß Bordon. „Sollten wir uns dazu durchringen, den Weg zu gehen, ist ganz klar: Weitere Speditionsansiedlungen wird es nicht geben“, betont Bordon.
Im ersten Quartal steht die Fortschreibung des Lärmaktionsplans auf der Agenda. Im Mittelpunkt werden die König-Wilhelm- und Lauffener Straße in Ilsfeld sowie die Ortsdurchfahrten von Helfenberg und Abstetterhof stehen „Das beschäftigt die Bürger“, so der Bürgermeister. Deshalb sind auch zwei Info-Veranstaltungen geplant.
Dass immer wieder Unvorhergesehenes auftaucht, das Arbeitskraft bindet und zusätzlich Geld kostet, ist Bernd Bordon bewusst: „Es wird nicht langweilig.“
„Die finanzielle Lage bleibt herausfordernd.“Bernd Bordon
Im Jahr 2025 hat vor allem der Tiefbau Ilsfeld beschäftigt. Ein Großprojekt: Von Anfang Mai bis Ende Dezember wurden vier neuralgische Knotenpunkte in Ilsfeld verkehrstechnisch optimiert. Sperrungen von Autobahnanschlussstellen, Landes- und Kreisstraßen haben für Behinderungen gesorgt. Am 23. Dezember wurden alle Bauabschnitte freigegeben. Die Kosten von rund sechs Millionen Euro für das Gesamtpaket teilen sich das Land Baden-Württemberg, der Landkreis Heilbronn, die Autobahn GmbH, die Syna und die Gemeinde Ilsfeld.
Weiteres Großprojekt: Der Glasfaserausbau. „60 Kilometer Tiefbau und 1500 Kunden“, fasst Bürgermeister Bernd Bordon zusammen. Auch der Stromnetzbetreiber Syna hat drei Millionen Euro in Netzverstärkungsmaßnahmen investiert. 500 000 Euro wurden im Wasser- und Abwasserbereich verbaut. Am 19. Dezember war „der erste Tag ohne offene Baustelle seit zweieinhalb Jahren“, so Bordon.
Mit einem Tag der offenen Tür im Oktober wurde die acht Millionen Euro teure Sanierung der Schozachtalhalle in Ilsfeld abgeschlossen. Die Sanierung des Kindergartens Wunderland in Ilsfeld hat 380 000 Euro gekostet, der Brandschutz in der Realschule 250 000 Euro, die Schaffung der Räumlichkeiten für die Ganztagsgrundschule 200 000 Euro, die Fassadensanierung der Steinbeishalle 75 000 Euro.
Einschneidend war der Tod des langjährigen Gemeinderats und Bäckermeisters Rüdiger Stengel im Januar.Im Mai hat der drittgrößte Ilsfeld Teilort Schozach seine erste urkundliche Erwähnung vor 750 Jahren mit einem Festwochenende gefeiert.
Im Mai feierte der drittgrößte Ilsfelder Teilort Schozach ein Wochenende lang sein 750-jähriges Bestehen.
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Foto: Ralf Seidel
Seit 23. Dezember ist endlich wieder freie Fahrt rund um Ilsfeld. Der Umbau mehrerer Knotenpunkte und Straßen hatte Anfang Mai begonnen.
Foto: Archiv/Bihr
Foto: Lina Bihr
Bei der Einweihung im Oktober konnten sich die Bürger ein Bild von der Schozachtalhalle machen. Acht Millionen Euro hat die Sanierung gekostet.
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Foto: Schmidt, Harald
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