Ein Blick zurück: Wie Gartenschauen dem Stadtbild und Zusammenhalt guttun
In Freudenstadt und Baiersbronn hat die Landesgartenschau 2025 begonnen. Im Raum Heilbronn werden Erinnerungen an frühere Schauen wach: von Heilbronn und Mosbach über Nordheim, Bad Rappenau, Öhringen zurück nach Heilbronn und weiter nach Eppingen.

Nach der Landesgartenschau ist vor der Landesschau. Die aktuelle wurde am Freitag, 23. Mai, im Schwarzwald eröffnet. Sie findet auf sage und schreibe 325 Hektar mit verschiedenen Schwerpunkten in Freudenstadt und Baiersbronn statt.
Im Raum Heilbronn gab seit 1985 einige ganz unterschiedliche Gartenschauen. Was sie verbindet, sind nicht nur die vielen Blumen. Die Schauen taten auch dem Stadtbild, dem Zusammenhalt und dem Bürgerstolz gut: von Heilbronn und Mosbach über Nordheim, Bad Rappenau, Öhringen zurück nach Heilbronn und weiter nach Eppingen. Ein kleiner Streifzug:

1985: Der Ursprung des bis heute beliebten Heilbronner Wertwiesenparks
Die erste große Gartenschau in der Region ging 1985 in Heilbronn über die Bühne: und zwar im Wertwiesenpark, der bis dahin ein wenig einladendes Acker- und Kleingartengelände war. Das Konzept der Konversion bislang „suboptimal“ genutzter Flächen – rund 15 Hektar – erwies sich als zukunftsweisend. An 108 Tagen waren 1400 Veranstaltungen angesagt. Bis heute zählt der Park zu den beliebtesten der Region, zum Schlendern, Joggen, Grillen – oder bei Veranstaltungen. Am 7. Juni gibt hier sogar Sting ein Konzert.

1997: „Mosbach blüht“ entlang der renaturierten Elz
1997 hieß es auf 19 Hektar „Mosbach blüht“. Angrenzend an die Altstadt wurde ein Naherholungsgebiet mit Wegenetz geschaffen, das den Stadtgarten und den Loretto-Park mit dem neuen Kleinen und Großen Elzpark verbindet. Die Elz wurde renaturiert. Heute sind die stimmigen Grünanlagen fester Bestandteil des von viel Fachwerk geprägten Stadtbilds. Sie werden auch für Veranstaltungen genutzt.

2003: Nordheimer Blumensommer küsst Katzenbachtal wach
Eine kleine Laga war erstmals 2003 der Nordheimer Blumensommer. Mit dem Grünprojekt wurden rund drei Hektar Freiflächen entlang des Katzentalbachs ökologisch und gestalterisch aufgewertet und zu einem attraktiven Park entwickelt. Neue Wege zum Rathauspark bilden seitdem ein grünes Band im Ortskern. Vom großen Erfolg der kleinen Schau zeugen nicht zuletzt die vielen Wiederholungen.

2008: „Bad im Blütenmeer“ in der Kurstadt Bad Rappenau
Ein „Bad im Blütenmeer“ konnte man 2008 in Bad Rappenau nehmen – auf 28,5 Hektar: zwischen Wechselflor, Zeitwald, am neuen Gradierwerk, im Lavendellabyrinth, im Paradiesgarten oder am umgestalteten Kursee. Schloss-, Kur- und Salinenpark wurden deutlich aufgewertet, erweitert und durch eine Grünspange, eine neue Bahnunterführung beim Kurpark und durch den Salinensteg miteinander verknüpft.

2016: Öhringen zwischen Historie, Landschaft und Moderne
„Der Limes blüht auf“ hieß es 2016 bei der Laga in Öhringen, wo auf 30 Hektar Hofgarten und Cappelaue entlang der renaturierten Ohrn verbunden wurden. Einige Bereiche im Hofgarten wurden rekonstruiert, andere durch zeitgenössische Elemente ergänzt. Sanfte Topographie, Streuobstwiesen und von Hecken gesäumte Gräben stehen für ein fast idealtypisches Landschaftsbild der Cappelaue. Selbst der Limes wurde integriert und sichtbar gemacht.

2019: Das Sommermärchen von Heilbronn
Mit der Bundesgartenschau 2019, kurz Buga, hat Heilbronn aus einer Hafenbrache den neuen Stadtteil Neckarbogen entwickelt, wo zwischen zwei Seen, Hafenpark, renaturiertem Neckarufer, Jugendherberge und Josef-Schwarz-Schule auf 40 Hektar bald 3500 Menschen in nachhaltig bebauten Stadthäusern wohnen sollen. Vom 173 Tage währenden Sommermärchen 2019 profitierte nicht nur das Stadtbild insgesamt, auch der Bürgerstolz der Heilbronner wuchs.

2022: Eppingen findet zurück zum Wasser
Die Gartenschau Eppingen stand 2022 unter dem Motto „Der Sommer, die Stadt und Du!“ Ein grüner Bogen um die historische Altstadt bildete das gestalterische Grundelement. Der elf Hektar große Bürgerpark blühte im Wechselflor, gleichzeitig wurden urbane Strukturen geschaffen, Elsenz und Hilsbach renaturiert, der Mühlkanal freigelegt und der Stadtweiher angelegt. Auch Bürger klinkten sich ein und pflegten ihre Altstadt- und Generationengärten.
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