Gans wie früher: Traditionsessen am Martinstag nach wie vor beliebt
Am 11. November ist Martinstag. Gans steht nach wie vor ganz oben auf dem Speiseplan. Wir haben uns bei Restaurants und Geflügelhaltern in der Region umgehört.

Ohne Gans geht es nicht. „Wir bieten es, eigentlich seit ich denken kann, an“, sagt Daniela Knapp vom Landhotel Gasthof Krone in Kupferzell. Die Nachfrage sei zuletzt ein wenig zurückgegangen. Ein Grund laut Knapp: Die Delikatesse sei teurer geworden. „Der Einkaufspreis hat sich in den letzten Jahren fast verdoppelt."
Trotz allem sei das Gericht weiterhin sehr beliebt, so dass der Gasthof sogar während der Corona-Zeit seine Martinsgänse zum Mitnehmen verkauft hat. So gehen auch diese Saison in dem Landhotel wieder zwei Dutzend Gänse an den Wochenenden nach traditionellem Rezept über den Tisch.
Gans zu Sankt Martin: Preise ziehen an
Auch bei Cateringunternehmen zieht die Gans zu St. Martin. „Es ist sogar wieder eher mehr geworden“, sagt Lothar Schmidt vom Le-Gourmet-Partyservice in Leingarten. Trotz Inflation sei es gelungen, die Verkaufspreise in den vergangenen zwei Jahren konstant zu halten, erzählt Schmidt.
Während in der Gastronomie die Gans am Martinstag nach wie vor beliebt ist, kommt das Geflügel in Privathaushalten nicht mehr so häufig auf den Tisch. Sonja Knäpple vom Geflügelhof Knäpple-Siegmann in Bad Rappenau-Wollenberg verkauft von Juni bis Weihnachten Bio-Gänse an private Haushalte. „Wir wollen die Preiserhöhung nicht an die Kunden weitergeben“, sagt sie, weshalb ihre Gänse pro Kilo mit 22 Euro nur um einen Euro teurer geworden sind als im vergangenen Jahr.
Martinsgans: Woher der Brauch stammt
Auch Sonja Knäpple bemerkt eine nachlassende Nachfrage. Das liegt ihrer Ansicht nach an der Inflation. Es gebe aber auch immer weniger Großfamilien, die sich traditionell am Martinstag um ein Gänsegericht scharen.
Doch woher stammt der Martinsbrauch überhaupt? Eine Erklärung geht so: Der Heilige Martin versteckte sich in einem Gänsestall vor den Menschen, die ihn zum Bischof weihen wollten. Die Gänse verrieten ihn durch ihr lautes Schnattern. Zudem wurde früher mit dem Martinstag die Lehnspflicht fällig, die häufig durch Naturalien, darunter vornehmlich Gänse, beglichen wurde.
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