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Gaffer, die sich am Unglück anderer ergötzen, sind ein unsägliches Problem

  
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Wer sein Handy zückt, um Menschen in einer Notlage zu fotografieren oder zu filmen, der gehört bestraft. Nur: Ohne Kontrolle, sind Forderungen wie etwa nach Führerscheinentzug wirkungslos.

Mobile Sichtschutzwände, wie sie die Freiwillige Feuerwehr Bad Rappenhau hier auf der A6 aufgestellt hat, sollen das Unfallgeschehen und die Verunglückten vor den Augen Schaulustiger schützen.
Mobile Sichtschutzwände, wie sie die Freiwillige Feuerwehr Bad Rappenhau hier auf der A6 aufgestellt hat, sollen das Unfallgeschehen und die Verunglückten vor den Augen Schaulustiger schützen.  Foto: Freiwillige Feuerwehr Bad Rappenau

Es ist kein Kavaliersdelikt und auch mit nichts zu rechtfertigen, dass Unbeteiligte Einsatzkräften im Weg stehen, nur weil sie hautnah am Geschehen dabei sein wollen. Was muss in solchen Menschen vorgehen, die ihr Handy zücken, um das Unglück Wehrloser zu fotografieren oder zu filmen, und die Aufnahmen dann auch noch zu posten? Das ist ein tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Opfer.

Ein solches Verhalten ist unanständig, unmoralisch und zeugt davon, dass nicht einmal ein Funken von Einfühlungsvermögen vorhanden ist. Den Gaffern geht es nur darum, die eigene Sensationslust zu befriedigen, sich am Schicksal anderer zu ergötzen, um sich in den Mittelpunkt zu stellen und sagen zu können: „Ich war dabei.“ Das zeigt, wie sehr die Gesellschaft inzwischen verroht ist. 

Deshalb: Die Forderung des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Bunse, ist berechtigt, mit Führerscheinentzug diesem Missstand Einhalt zu gebieten und Verunglückte zu schützen. Buchstäblich aus dem Verkehr gezogen zu werden, würde Gaffer an einer empfindlichen Stelle treffen.

Bußgelder und Freiheitsstrafen können schon jetzt verhängt werden. Nur: Wer soll die Schaulustigen greifen? Die Polizei hat im Einsatz anderes zu tun, als Handys einzukassieren und Personalien aufzunehmen. Ohne Kontrolle ist jedes Gesetz wirkungslos. 

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