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Neue Serie „Ehrensache“

Möckmühler Fußballer greifen zum Hammer

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Mitglieder der Sportvereinigung Möckmühl bauen in Eigeninitiative ihr Vereinsheim um. Aus den alten Umkleiden entsteht eine Wohlfühloase. 

Vorsitzender Clemens Schupp ist stolz auf die bereits in Eigenleistung umgebaute Umkleidekabine. Beliebt sind nicht nur die runderneuerten Bänke mit Kabinenschränken, sondern auch die "blaue Lagune" mit Duschen und kleiner Sauna.
Vorsitzender Clemens Schupp ist stolz auf die bereits in Eigenleistung umgebaute Umkleidekabine. Beliebt sind nicht nur die runderneuerten Bänke mit Kabinenschränken, sondern auch die "blaue Lagune" mit Duschen und kleiner Sauna.  Foto: Wittmer, Frank

Statt Stollenschuhe heißt es für die Mitglieder der Sportvereinigung (Spvgg) Möckmühl seit einiger Zeit, nach Feierabend zum Hammer oder auch zur Hilti zu greifen: In Eigenregie bauen sie das Vereinsheim um. 

Traditionsreich nennt sich der 1905 gegründete und mittlerweile rund 1000 Mitglieder starke Verein. Eher in die Jahre gekommen ist das in den späten 70er Jahren gebaute Vereinsheim. „Wir haben hier viel Platz, aber nicht alles ist optimal“, benennt der Vorsitzende Clemens Schupp die Vor- und Nachteile. 

Das Vereinsheim ist in die Jahre gekommen

Den Charme der 70er Jahre versprühen die bunt gekachelten Duschen. „Alles in Grün“, möchte man hier fast meinen. „Das ist natürlich nicht mehr zeitgemäß“, sagt Schupp. „Da verstehe ich, dass mancher Jugendliche nach dem Training lieber zu Hause duscht.“ 

Wie es aussehen kann, sieht man in der Umkleide gleich nebenan, die schon neu gestaltet ist. „Das ist unser Premium-Trakt.“  Die alten Fliesen sind komplett rausgeschlagen und durch zeitgemäße ersetzt worden. Beliebt ist die „blaue Lagune“ mit kleiner Sauna. „Das sehen manche als Luxus an, ist aber nur ein kleiner Anteil, wenn man die Gesamtkosten im Blick hat“, betont Schupp.

Statt grünen Kacheln gibt es jetzt sogar eine Sauna

Die alten Holzbänke wurden abgeschliffen, verbreitert und neu lackiert. Auf dem ebenfalls selbst gebauten Kabinenschränken haben die Pokale einen würdigen Platz gefunden. Sascha Wagner und Hans-Jörg Stammer haben als Ehrenamtliche hier ihre berufliche Expertise und unzählige Arbeitsstunden eingebracht. 

50000 Euro hat die Spvgg bereits investiert, Anträge beim Württembergischen Landessportbund und der Stadt Möckmühl laufen. Dabei hat der Verein bereits seine Erfahrungen mit Anträgen gemacht: „Wir hatten schon mit dem Umbau begonnen, dann hat es geheißen, wir hätten erst auf die Zusage für die Förderung warten sollen.“

Spvgg hofft noch auf Zuschüsse

Nun hofft man, von den Ausgaben etwas zurückzubekommen. Bisher sind noch keine Gelder geflossen. Man stehe dem offen gegenüber, betont der Möckmühler Bürgermeister Simon Michler. „Die Stadt gibt grundsätzlich bis zu zehn Prozent Zuschuss.“ Es sei aber noch nicht alles verhandelt beziehungsweise durch den Gemeinderat beschlossen. 

Weitermachen will man bei der Spvgg aber in jedem Fall. Die ebenfalls in Eigenregie erstellte Außenterrasse für die Vereinsgaststätte ist sehr beliebt. „Die wird häufig genutzt“, freut sich Schupp. Auch bei schlechtem Wetter haben die Gäste so die Möglichkeit, im Trockenen das Spiel auf dem Platz zu verfolgen. 

Es gibt viel zu tun – vom Bodenrausklopfen bis zum Wändestreichen

Von den verbliebenen Umkleiden will man eine zu Toiletten umbauen. „Wir haben nur zwei Einzelkabinen, das reicht bei Weitem nicht aus“, betont der Vorsitzende. Auch die engen Zugänge sollen durch breitere Türen ersetzt werden. Los gehen soll es nach Ende der Fußballsaison im Juni. Natürlich hofft die Spvvg wieder auf viele Freiwillige, die beim Umbau mitmachen. „Es gibt viel zu tun – vom Bodenrausklopfen bis zum Wändestreichen am Ende.“

Die Duschen versprühen den Charme der 1970er Jahre.
Die Duschen versprühen den Charme der 1970er Jahre.  Foto: Wittmer, Frank

Nur bei den Installationen verlasse man sich lieber auf Handwerker. „Das hat ja dann auch was mit der Gewährleistung zu tun“, erklärt der Vereinsvorsitzende, warum man eben nicht alles selbst in die Hand nehmen könne. Aber Schupp ist sich sicher: „Bei der Demontage wird uns der Installateur einiges als Aufgabe mitgeben.“ 

Ebenfalls schon erneuert ist die Schiedsrichter-Kabine. „Damit haben wir angefangen.“ Böse Zungen haben behauptet: Der Schiri hat die schönste Dusche. Damit das nicht mehr stimmt, sollen jetzt dann auch die anderen drei Umkleiden unter den Hammer kommen. 

Sorgenkind bleibt der riesige Keller, der aufgrund seiner niedrigen Decke außer für die Heizanlage und das Lager nicht richtig genutzt werden kann. Zudem steht das Untergeschoss oft unter Wasser, wenn die Jagst wie vergangenes Jahr über die Ufer tritt. Dann heißt es für die Vereinsmitglieder: Schlamm schippen.

In unserer neuen Serie Ehrensache berichten wir über besonderes Engagement von Vereinen, Initiativen oder auch Einzelpersonen. Auch bemerkenswerte Spendenaktionen oder besondere (Benefiz-) Konzerte sind uns einen Bericht wert. Zuschriften nehmen wir gern unter redaktionssekretariat.stimme@stimme-mediengruppe.de entgegen. 

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