Die ersten Knollen der Saison: Frühkartoffel-Ernte in Lauffen hat begonnen
Lauffen bildet den Auftakt für den Erntebeginn bei Frühkartoffeln im Heilbronner Unterland. Die Wetterbedingungen zum Saisonstart sind gut. Aber was macht eine Frühkartoffel eigentlich aus?

Die Sonne scheint kräftig vom Himmel, als in Lauffen die ersten Frühkartoffeln der Saison geerntet werden. Die Wärme ist wichtig für die Stärke in den Knollen, erklärt Florian Dambacher, und: „Stärke bringt den Geschmack.“ Der studierte Landwirt ist beim Beratungsdienst Kartoffelanbau tätig, einem Verein mit Sitz in Heilbronn. „Ich bin seit 13 Jahren in der Kartoffelbranche“, berichtet er. Auf den Äckern des Familienbetriebs Schiefer und Hirschmüller hat sich Dambacher mit einer Gruppe Landwirte und Kunden zusammengefunden, um den Auftakt der Kartoffelsaison 2025 in der Region Heilbronn, aber auch in ganz Baden-Württemberg einzuläuten.
Erste Frühkartoffeln in Lauffen geerntet – Saisonauftakt im Heilbronner Unterland
Der große, rote Kartoffelroder zieht die Gewächse aus dem Boden, trennt sie von der Erde und sammelt sie in einem gelben Behälter, dem Bunker. Das Sortierteam fischt die Steine und das Unkraut heraus. „Hier steckt sehr viel Handarbeit drin“, erklärt Dambacher. Die Arbeit ist personal- und zeitintensiv. Bis eine Kartoffel geerntet wird, bedarf es rund 170 Arbeitsstunden pro Hektar Anbaufläche.
Als Frühkartoffeln bezeichnet man die ersten heimischen Speisekartoffeln des Jahres. Die Sorte „Annabelle“ etwa hat eine dünne Schale und gelbe Färbung. Sie braucht nur etwa 70 bis 90 Tage, um zu reifen – deutlich kürzer als die Spätkartoffeln. Dafür lassen sie sich nur kurz lagern und werden deshalb gerne zusammen mit anderen frischen Produkten wie Spargel gegessen.
Wetter bei der Kartoffelernte wichtig – Landwirte aus der Region sind gerüstet
Mit Südbaden und dem Heilbronner Unterland habe Baden-Württemberg das drittgrößte Frühkartoffelgebiet in Deutschland, erklärt Dambacher. In Lauffen herrschen optimale Bedingungen. Der Neckar bringt ein warmes Klima, der Boden ist mild, und auch das Wetter spielt zumindest teilweise mit. Ergiebige Niederschläge im Winter haben die Erde gut durchfeuchtet. Für die späteren Kartoffelsorten, die aktuell in der Erde reifen, sei es hingegen fast zu trocken. Ein Regenguss in den nächsten Tagen würde den Knollen gut tun, die in diesem Stadium nur etwa die Größe einer Erbse haben, erklärt Florian Dambacher. Das sei die Schwierigkeit in dem Berufsstand, merkt der Kartoffelberater an, jedes Jahr sei anders und berge neue Herausforderungen. „Wir treffen Entscheidungen in der Annahme, dass ein bestimmter Zustand eintrifft“, sagt er. Optimismus sei daher eine wichtige Eigenschaft für Landwirte.
Mit speziellen Techniken können Kartoffelbauer widrigen Wetterbedingungen trotzen, etwa mit Folien zur Abdeckung und Frostschutzberegnung. Es sei Aufgabe des Vereins, die Mitglieder und Kunden im Anbau zu beraten, sagt Dambacher, aber auch bei der Lagerung und Vermarktung. Die Frühkartoffeln auf dem Acker werden über den Sommer hinweg nach Bedarf gerodet und zum Beispiel bei Hofläden und Wochenmärkten an Kunden verkauft.
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