Wie wird das Personal ab dem neuen Schuljahr und bis 2028/29 konkret geschult und qualifiziert? Kommen dabei auch externe oder zusätzliche Kräfte zum Einsatz? „Ja, das Personal wird durch das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) konkret geschult und qualifiziert“, sagt Karla Beer vom Schulamt Künzelsau. „Die zukünftigen Sprach-Fit-Lehrkräfte in Juniorklassen nehmen bereits vor Start der Juniorklassen an der Grundqualifizierung teil. Grundlage der Qualifizierung durch das ZSL ist das verbindliche „Bildungsprogramm für Juniorklassen im Baden-Württemberg“. Der zeitliche Umfang der Qualifizierung beträgt 100 Stunden: die Hälfte im aktiven Lernen, 50 Prozent Selbstlernmodule.“
Frühe Bildung: Nach der Kita kommt erst die Förderklasse
Das Land möchte die Kinder fit für die Grundschule machen. Dazu gehören auch die Sprachkenntnisse. Förderklassen kommen, so sieht es in der Stadt und im Landkreis Heilbronn sowie im Hohenlohekreis aus.

Das Land stärkt die frühe Bildung. Dazu gehört, dass Kinder schon in der Kita gezielter in Deutsch gefördert werden sollen, damit sie später auch in den Grundschulen besser vorankommen. Wer trotz spezieller Förderung in der Kita vor Beginn der Grundschule noch nicht fit genug ist ist, soll in spezielle Juniorklassen kommen. Nach den Sommerferien geht es im Hohenlohekreis, in der Stadt und im Landkreis Heilbronn los.
Schon jetzt gibt es einige Förderklassen, in die Kinder vor dem Übergang in die Grundschule wechseln können. Dennoch befürwortet Barbara Bürgy von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die zusätzliche Stärkung durch Juniorklassen. Nur brauche es dafür auch zusätzliche Ressourcen. Sie vergleicht diese Juniorklassen mit den Lern-Förderschwerpunkten einiger Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, in denen die Klassen kleiner seien als in den zukünftigen Juniorklassen. Mit den dort geplanten Größen könne es nicht funktionieren, sagt die GEW-Vertreterin aus dem Raum Heilbronn, die sich im Bereich der Grundschulen engagiert.
So viele Juniorklassen soll es zwischen Öhringen und Künzelsau geben
Derzeit gibt es im Hohenlohekreis keine Grundschulförderklasse. Im Bereich des Schulamts Künzelsau, der neben Hohenlohe die Kreise Schwäbisch Hall und Main-Tauber umfasst, gibt es vier. „Alle vier Grundschulförderklassen werden zum kommenden Schuljahr 2026/27 in Juniorklassen umgewandelt“, erklärt Karla Beer, Schulamtsdirektorin am Staatlichen Schulamt Künzelsau. Wie geht es danach weiter? „Wir werden in den nächsten beiden Tranchen bis zum Schujahr 2028/29 weitere 29 Juniorklassen einrichten, so dass wir im Endausbau im Bereich des Staatlichen Schulamts Künzelsau 33 Juniorklassen haben werden, davon sieben im Hohenlohekreis.“ Die Mindestgröße beträgt zwölf, bis zu 20 Schüler besuchen eine Juniorklasse.
Wie werden die Standorte ausgewählt? Immer wieder ist zu hören, dass Zentren gebildet werden sollen, die sowohl den Bedarf als auch die Erreichbarkeit abdecken. Man sei dabei, mit den entsprechenden Trägern die Standorte der zukünftigen Juniorklassen festzulegen, so Karla Beer. Eine vorläufige Gesamtkonzeption bis 2028/29 müsse dem Kultusministerium bis zum 22. Juni 2026 vorgelegt werden. „Herausfordernd ist es, jene Standorte zu finden, wo die räumlichen Möglichkeiten und auch die Erreichbarkeit mit dem ÖPNV gegeben sind.“
Juniorklassen in Heilbronn und im Landkreis Heilbronn: Das ist geplant
In der Stadt und im Landkreis Heilbronn werden nach den Sommerferien die sieben Grundschulförderklassen an fünf Standorten in Juniorklassen umgewandelt, so Markus Wenz, der das Staatliche Schulamt in Heilbronn leitet. „Im Schuljahr 2027/28 können nach aktuellem Stand 22 weitere Juniorklassen an den Start gehen.“ Im Endausbau mit Beginn des Schuljahres 2028/29 rechnet Markus Wenz mit 40 Juniorklassen.
Dazu gehört auch Neckarsulm-Amorbach, wo es bereits jetzt schon eine Förderklasse gibt. Die Stadtverwaltung sprach sich zudem dafür aus, hier weitere Standorte zu prüfen, so Rathausmitarbeiter Florian Stumpp. Interessant dürfte letztlich auch die Schülerbeförderung werden. „Die Stadt Neckarsulm ist hierfür vorbereitet und wird die Ausschreibung und Umsetzung der Beförderung in enger Abstimmung mit den zuständigen Stellen beim Landratsamt Heilbronn vornehmen, sobald die Gesamtstrategie zur Einrichtung der Juniorklassen im Schulamtsbezirk Heilbronn vorliegt.“
Die zusätzlichen Juniorklassen benötigen auch Räume. „Für eine praxistaugliche und sachgerechte Umsetzung ist dabei ein enger und konstruktiver Austausch zwischen der staatlichen Schulverwaltung und den kommunalen Schulträgern von zentraler Bedeutung – das könnte frühzeitiger vonstattengehen“, so Vanessa Heitz, die im Rathaus Eppingen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Das Land wisse, dass die Kommunen dann zusätzliches Geld bräuchten – beispielsweise auch für die Schülerbeförderung. „Die hierzu erforderlichen Verhandlungen zwischen Land und kommunaler Ebene stehen derzeit noch am Anfang.“ Hinsichtlich der zusätzlich entstehenden Beförderungskosten werde insbesondere zu klären sein, in welchem Umfang das Land eine finanzielle Beteiligung leiste, so Vanessa Heitz.
Stimme.de
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