Früh handeln, besser hören: So kann Hörverlust vorgebeugt und behandelt werden
Wer sein Gehör aktiv schützt und bei Problemen früh reagiert, kann Lebensqualität und kognitive Gesundheit langfristig sichern. In der SLK-HNO-Klinik am Gesundbrunnen zeigen Mediziner, wie moderne Hörgeräte und Cochlea-Implantate helfen können.

Die Krankheitsgeschichte des Komponisten Ludwig van Beethoven ist mindestens genauso vielfältig wie sein Gesamtwerk. Im Gedächtnis ist wohl den meisten geblieben, dass der Bonner zum Ende seines Lebens – wahrscheinlich wegen einer Bleivergiftung – nahezu taub war. Technische Hilfsmittel gab es damals noch nicht. Van Beethoven soll stattdessen auf ein Hörrohr zurückgegriffen haben.
„Je früher, desto besser“: SLK-Klinikdirektor empfiehlt rechtzeitige Behandlung
Heute sieht das ganz anders aus: Wer früh auf Vorsorge setzt, kann einem Hörverlust gezielt begegnen. „Je früher, desto besser“, lautet die Devise, sagt Professor Burkard Lippert, Klinikdirektor der SLK-HNO-Klinik am Gesundbrunnen: „Je eher man bei einer Verschlechterung des Hörvermögens handelt, desto höher bleibt die Lebensqualität.“
Der diesjährige Welttag des Hörens ruft unter dem Motto „Klingt nach Leben! – Das Leben mit allen Sinnen genießen, heute und in Zukunft!“ dazu auf, die eigene Hörgesundheit aktiv zu fördern. Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema „Longevity“ – also gesundes und selbstbestimmtes Altern – wobei Hörgesundheit eine zentrale Rolle spielt.
Moderne Hörgeräte können soziale Isolation verhindern
Mehrere Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Hörverlust und einem erhöhten Demenzrisiko hin. „Das ist ganz wesentlich für unsere Arbeit“, sagt Burkard Lippert. Man mache Patienten im Beratungsgespräch darauf aufmerksam, dass die Korrektur eines Hörverlusts durch moderne Hörgeräte helfen kann, soziale Isolation zu verhindern. Auch das Risiko von kognitiven Einschränkungen könne so signifikant reduziert werden.
Eine 2024 veröffentlichte dänische Studie bestätigt diesen Zusammenhang: Menschen mit diagnostiziertem Hörverlust erkrankten häufiger an Demenz als Hörgesunde, das Risiko war aber geringer, wenn ein Hörgerät genutzt wurde. Die Autoren betonen jedoch, dass das Risiko insgesamt niedriger ausfiel als in früheren Studien und fordern weitere Langzeituntersuchungen.
Implantate stimulieren den Hörnerv direkt
Um nicht in die gleiche Situation von Ludwig van Beethoven zu kommen, stehen den Patienten heutzutage verschiedene Hilfsmittel – je nach Ausprägung – zur Verfügung. Wie das Cochlea-Implantat, das das beschädigte Innenohr umgeht und den Hörnerv direkt stimuliert.
„Vor einer Cochlea-Implantat-Versorgung wird zunächst eine ausführliche Diagnostik und die optimale Versorgung mit Hörgeräten sichergestellt“, erklärt Professorin Annette Limberger, Sektionsleiterin der „Sektion Pädaudiologie/Phoniatrie“ der SLK-HNO-Klinik am Gesundbrunnen. „Erst wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen, erfolgt eine Beratung zu einem Cochlea-Implantat. Auch Menschen mit einseitiger hochgradiger Hörstörung können davon profitieren.“
SLK-Klinik am Gesundbrunnen bietet Sprechstunden an
Steht der Fernseher immer auf Maximum oder meckern die Liebsten über das ständige Lautstärke-Drama, ist es höchste Zeit, das Gehör vom Fachmann checken zu lassen. In der SLK-Klinik am Gesundbrunnen gibt es spezielle Sprechstunden, bei denen zunächst eine Basisdiagnostik sowie eine Beratung durchgeführt werden. In der Folge findet eine individuelle Beratung zu den Therapieoptionen und den Folgen von Schwerhörigkeit statt.
Wer sein Risiko minimieren möchte, der sollte laut Annette Limberger Lärm aus dem Weg gehen oder sich mit Ohrstöpseln schützen. Auf Wattestäbchen oder Büroklammern sollte bei der Ohrhygiene verzichtet werden. „Sie reinigen sich in der Regel von selbst“, so die Sektionsleiterin.
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