Bei kommunalen Modernisierungsvorhaben im Sanierungsgebiet fließen in der Regel 60 Prozent der Kosten aus dem Landessanierungsprogramm, sofern sie als förderfähig anerkannt sind. Der Eigenanteil der Kommune liegt bei 40 Prozent. Straßen, Wege und Plätze werden mit bis zu 250 Euro pro Quadratmeter gefördert. Abbruchkosten werden bis zu 100 Prozent übernommen. Auch Privatleute im Sanierungsgebiet können Geld aus der Städtebauförderung für die Modernisierung ihres Eigentums bekommen. Interessierte in Eberstadt wenden sich für weitere Infos ans Rathaus.
Frist für Sanierungsvorhaben wird um zwei Jahre verlängert
Das Landessanierungsprogramm wäre in Eberstadt eigentlich in zwei Monaten ausgelaufen. Doch nun wird es um zwei Jahre verlängert. Das eröffnet der Kommune und Privatleuten neue Spielräume.

Es ist ein begehrter Zuschusstopf: Finanzspritzen aus dem Landessanierungsprogramm erleichtern die Umsetzung manches Projektes enorm, öffentlich wie privat, besonders in Zeiten knapper Kassen. Auch in Eberstadt ist das so. Weil noch einiges auf der To-do-Liste steht, sprach Bürgermeister Patrick Dillig kürzlich in Stuttgart vor – mit Erfolg. Die Laufzeit für „Ortskern III“ wird um zwei Jahre verlängert.
Eberstadt: Neubau der Eberfirsthalle wäre ohne Zuschuss nur schwer umsetzbar gewesen
Die Gemeinde Eberstadt hat in den zurückliegenden Jahren an verschiedenen Stellen ihr Gesicht verändert. Besonders auffällig am Ortsausgang Richtung Lennach und Buchhorn: Seit Ende 2019 steht dort die neue, schlanke Eberfirsthalle anstelle ihrer altersschwachen, betonklotzigen Vorgängerin. Ohne Finanzspritze aus dem Landessanierungsprogramm – offiziell heißt es Städtebauförderung – wäre das millionenschwere Projekt für die kleine Kommune viel schwerer zu stemmen gewesen als es das ohnehin war. Dasselbe gilt für die Erweiterung des Kindergartens Schmalbach. Oder für die Umwandlung der früheren Kreissparkassenfiliale in ein Bürgerbüro im vergangenen Jahr. Auch bei der Umgestaltung des Knotenpunktes Neuenstädter Straße tat die Finanzspritze aus Stuttgart der Kommune gut.
Doch nun drohte diese Geldquelle zu versiegen. 2017 wurde die Gemeinde mit dem Gebiet „Ortskern III“ aufgenommen, das auch Teile außerhalb der Dorfmitte umfasst. Die Laufzeit war terminiert bis Ende April 2026. Weil es aber immer noch förderfähige Vorhaben gibt, hat der Sanierungsträger, die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH, eine Verlängerung um zwei Jahre beantragt. Zumal die Gemeinde auch noch gar nicht alles Fördergeld verbraucht hat: 1,3 Millionen Euro sind noch abrufbar. Bürgermeister Patrick Dillig hat dem Antrag neulich bei einem Gespräch im Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen in Stuttgart Nachdruck verliehen. Offensichtlich war er überzeugend: „Es lief positiv“, sagt Dillig auf Stimme-Nachfrage. „Es wurde uns zugesagt, dass wir die Verlängerung bekommen. Ich bin extrem erleichtert. Das ist ein toller Zeitgewinn für uns.“

Landessanierungsprogramm in Eberstadt: Das ist noch geplant
Was steht nun noch auf der Agenda? Auf jeden Fall der Austausch von Fenstern und Türen im Rathaus. Weil das noch im regulären Zeitraum möglich ist, hat der Gemeinderat den Auftrag auch schon vergeben. Außerdem wird laut Dillig über eine neue Heizung fürs Rathaus nachgedacht. Nach wie vor ist der Bikepark/Pumptrack auf der Wunschliste der Gemeinde. Er ist schon lange im Gespräch. Jedoch scheint die Umsetzung des mit 300.000 Euro kalkulierten Projektes in Zeiten knapper Kassen wohl nur mit einer Finanzspritze realistisch. Weil das Gelände für alle Generationen etwas bieten soll, habe das Ministerium dem Projekt die Förderfähigkeit grundsätzlich in Aussicht gestellt, freut sich Dillig. Allerdings würde sich der Rathauschef noch mehr freuen, wenn sich in diesem speziellen Fall der Deckel eines anderen Zuschuss-Topfes öffnen würde: Bei der Quartiersentwicklung sei die Förderquote noch höher.
Gut angelegt sei das Geld aus dem Landessanierungsprogramm im alten Schulhaus. Vor über zehn Jahren aufwendig restauriert, seien nun erste Sanierungsarbeiten notwendig, sagt Dillig. Die Entwicklungsfläche Holderstraße könnte ebenfalls von der Stadtebauförderung profitieren.
Der Zuschuss-Topf bedient aber nicht nur Kommunen, sondern auch Privatleute im Sanierungsgebiet – egal, ob es darum geht, ein Dach auszubessern, undichte Fenster zu ersetzen oder um grundlegende Sanierungen. Zwei große private Projekte sind mitten im Ort: Seit Jahren im Gespräch und in der Planung, aber immer noch nicht umgesetzt ist die Modernisierung des „Krone“-Areals. Auch die alte Kelter wartet seit Jahren darauf, wachgeküsst zu werden.


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