Flein gibt nun fast sechs Millionen Euro für Mediathek, Archiv und Tiefgaragenplätze aus
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Leichte Änderungen an der Planung schaffen mehr Fläche für Bücherei und VHS. Statt zehn kauft die Gemeinde Flein nun 15 unterirdische Stellplätze. Das Materialkonzept und die Planung für die Außenanlage wurden vorgestellt.
Auf dieser Ansicht ist zu erkennen, wie die Bepflanzung am Stäffelesweg entlang der Gebäude auf dem Rathausparkplatz einmal aussehen soll.
Foto: Krummlauf Teske Happold Architekten BDA
„Mir gefällt das Konzept, es spiegelt die Wertigkeit“, meinte FWV-Gemeinderat Albrecht Berroth zu der angedachten Materialauswahl für den Gebäudekomplex mit Mediathek und Wohnungen, den auf dem Fleiner Rathausparkplatz der Investor, die Firma Stauch aus Kupferzell, ab Mitte 2026 errichten wird. Qualität und Extras kosten Geld. Dennoch war der Gemeinderat, teils einstimmig, teils mit deutlicher Mehrheit dafür, die steigenden Kosten seines Eigenanteils für die Neugestaltung des Rathausumfelds mitzutragen. Diese klettern von rund 5,3 auf knapp sechs Millionen Euro an.
Das größte Plus von 324.000 Euro verursacht die Erhöhung der Flächen im Bereich von Mediathek und VHS-Familienzentrum. Diese ergeben sich durch Modifizierungen in der Planung und durch die Digitalisierung der Skizzen, die nun viel genauer sind. Von einer 50 Quadratmeter größeren Bücherei würde die Bevölkerung profitieren, lautete der Hinweis der Verwaltung. „Mit welchen weiteren Flächenmehrungen ist noch zu rechnen?“, hakte Berroth nach. Nur marginale seien noch möglich, so Architekt Gerd Krummlauf.
Für und Wider bei der Frage der Stellplatz-Anzahl
In der Bachstraße wird es kein Parkdeck geben, weil es 1,4 Millionen Euro gekostet hätte, sondern „nur“ ebenerdige Parkplätze. Deshalb hatte die Verwaltung angeregt, mehr Tiefgaragenplätze zu kaufen: statt zehn nun 15. Fünf zusätzliche kosten 225.000 Euro. Jens Oppl (BL) bezweifelte, dass die Tiefgarage so gut angenommen werde. Thomas Grauer (CDU) hielt es für sinnvoll, den Hausbewohnern mehr Stellplätze anzubieten, damit nicht die kommunalen zugeparkt würden.
„Wir brauchen in der Ortsmitte möglichst viele Möglichkeiten zum Parken“, vertrat Gudrun Haag-Erdösi (FWV) eine andere Meinung. Sie war froh, dass ein Zukauf an öffentlichen Stellplätzen möglich ist. „Sie tun Flein gut“, stimmte Florentine Carow-Lippenberger (BL) zu.
Wird Parken kostenpflichtig, wird es zeitlich begrenzt?
Ob die Parkplätze für die Allgemeinheit kostenlos oder zeitlich begrenzt sein werden, das werde im Rahmen des Projekts Park.Raum.Dialog besprochen, so der Hinweis von Bürgermeister Alexander Krüger.
Schon der Wettbewerbs-Siegerentwurf von KTH Architekten sah vor, dass sich der Sockel der Mediathek von der Fassade abhebt. Aus Gründen der Robustheit sprach sich auch die Verwaltung für Klinker aus. Architektin Selina Schweitzer präsentierte Muster für Bleche, Fensterprofile, Putz oder die Klinkerriemchen, die in unterschiedlichen Formaten als Verkleidung dienen sollen.
Beige- und Gelbtöne als Farbnuancen für die Fassaden
Die Klinkerriemchen hätten eine andere Haptik und Widerstandsfähigkeit als Putz, antwortete Krummlauf FWV-Gemeinderat Helmut Kern, der Bedenken wegen Verunstaltung durch Graffiti hatte. „Die Klinker reagieren mit dem Farbenspiel“, so Krummlauf. Die Farbnuancen der Fassaden bewegen sich in Beige- und Gelbtönen und damit im Spektrum der Sandsteinsockel der bestehenden Bebauung an der Kellergasse. Passend dazu wird der Ton der Ziegel ausgewählt. Selina Schweitzer rät zu edelgrauen Ziegeln in der Farbpalette der Bleche.
Während die Sockelverkleidung Mehrkosten von 60.000 Euro verursacht, sind es bei dem Plus an Glasflächen 30.000 Euro. Für die Fassadenbegrünung als Klimaanpassung kommen maximal 20.000 Euro on top. KTH und die Landschaftsarchitekten Jedamzik + Partner schlagen an einzelnen Stellen der Gebäude, die laut Krummlauf sicherlich Photovoltaik auf den Dächern erhalten, erdgebundene hängende Pflanzen an Stahlseilen vor.
Ein Spielbereich im kleinen Rathausgarten
Gunter Jedamzik präsentierte seine Planung für die Außenanlage, die durch viel Grün und gestalterische Elemente besticht. Eine Kostenberechnung liegt noch nicht vor. Die Zufahrten werden mit Bänken versperrt, mobile Pflanz-Sitzelemente lassen sich wegfahren, wenn der Festplatz benutzt wird. Im Lesegarten am Stäffelesweg mit Sitzstufen und Mauern plätschert es in einer Wasserschale, auf dem Festplatz ist ein ebenerdiges Wasserspiel mit Fontänen vorgesehen. Bäume und Sträucher sind auf der ganzen Fläche verteilt, auch auf dem Podest seitlich der Mediathek, im Spielbereich im kleinen Rathausgarten und an der Schulstraße, wo ein Hain angepflanzt werden soll. Die Pflasterung wird wasserdurchlässig sein.
„Unglaublich abwechslungsreich“, kommentierte Jochen Gärtner (SPD) die Planung, die der Gemeinderat zur Kenntnis nahm.
Durch die erhöhten Kosten für mehr Flächen und Ausführungen steigen auch die Einnahmen, weil die Tiefgaragenplätze im Sanierungsgebiet gefördert werden. Für 15 Plätze sind es damit 135.000 Euro. Für Mediathek und VHS-Familienzentrum fließen rund 1,2 Millionen Euro, für das Gemeindearchiv knapp 99.000 Euro. Mit dem Grundstückserlös von rund 454.000 Euro summieren sich die Beträge auf 1,8 Millionen Euro.
Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat bestätigte Bauamtsleiterin Annika Gärtner, dass mit dem Rathausumfeld die Neugestaltung nicht aufhöre, sondern darüber hinaus gedacht werde. Und zwar in Sachen Straßenraumplanung in der Kellergasse inklusive Schul- und Falterstraße, Bereiche, die ebenfalls im Sanierungsgebiet liegen und gefördert werden können. „Das ist das mittelfristige Ziel“, sagte Bürgermeister Alexander Krüger. Themen wie Schwammstadt, Retentionsraum und Zisternen würden, so Gärtner, dabei ebenfalls behandelt.
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