Tauziehtage in Möckmühl-Korb: Frauen-Team fordert Feuerwehr heraus
Zupacken, stabile Schuhe in den Boden stemmen: Mit vollem Körpereinsatz, angespannten und fokusierten Gesichtszügen versuchen Mannschaften beim Tauzieh-Wettbewerb in Möckmühl-Korb, ein Seil um wenige Meter auf ihre Seite zu ziehen.
Die Männer der Feuerwehrabteilung aus dem Möckmühler Teilort Ruchsen sind die Favoriten. Mehrmals haben sie das Hobbyturnier gewonnen, das der Tauziehclub Korb im Rahmen seiner Tauziehtage ausrichtet.
Auch dieses Mal scheint die Vorrunde eine klare Sache zu sein und komplett an den Nachbarort zu gehen – bis dann, auch mit Applaus des Publikums, die Ruchsener um Nachsicht gebeten werden.
Tauziehtage in Möckmühl-Korb: Frauenmannschaft in Hochzeitskleidern fordert Favoriten heraus
Die Frauengruppe „Die Fun-tastischen“ steht der Feuerwehr gegenüber – ob die Wehr nicht auf einen Mann verzichten wolle?, so die Bitte des Kommentators. Am Ende packt die Frauenmannschaft komplett an. Elf Frauen, Teamoutfit sind Hochzeitskleider, gegen sechs Einsatzkräfte: Da hat sogar Ruchsen das Nachsehen.
Beim zweiten Zug allerdings, dann nur neun Frauen am Seil, ist nach 50 Sekunden das Kräfteverhältnis wieder hergestellt, Ruchsen holt das Seil auf seine Seite.
Tauziehclub Möckmühl-Korb: Aus dem Wettkampf macht der Verein ein Fest
Das Hobbyturnier ist Spaß und Ernst zugleich. Die Zuschauer feuern die fünf Mannschaften an, die Teams haben Freude, verausgaben sich aber komplett. Mit Harz an den Händen schnappen sich die Teams das Seil, rammen ihr festes Schuhwerk in den Boden.
Manche Züge dauern Dutzende Sekunden. Eine gefühlte Ewigkeit halten die Teams das Seil, die Sportler lehnen sich fast waagrecht nach hinten. In den angespannten, teilweise roten Gesichtern ist die Anstrengung zu erkennen, obwohl es keinen erkennbaren Fortschritt gibt. Das Seil ist still, bis dann, wie aus dem Nichts, Bewegung reinkommt und eine Mannschaft die andere über die Markierung zieht.
Tauziehen ist keine leichte Sache: Die Sportler verausgaben sich
Dann fällt die Anspannung ab, oft lassen sich Sportler auf den Boden fallen. Nichts geht mehr, zumindest in diesem Moment.
„Es macht Spaß“, sagt Tanja Ehmann, eine der Zieherinnen der Frauengruppe. Die Mannschaft, ohnehin sportlich unterwegs, hat sich vorbereitet. Drei, vier Wochen vorab die Kraft trainiert. Wobei es nicht allein darauf ankommt. „Die Technik ist das A und O“, sagt Tanja Ehmann. Das heißt genau: „Flach wie ein Brett, ruhig, Po hoch, halten.“
Sportliches Dorffest: Tauziehclub Korb veranstaltet Event mit Essen, Zelt und Musik
Der Club mit seinen 60 Mitgliedern macht aus dem Sport ein ganzes Fest mit Zelt, Getränken sowie Schnitzel oder Käsespätzle. Samstag sind die Hobby-Athleten dran, am Sonntag Teams der Landesliga. Auf Einnahmen ist der Verein angewiesen, sagen der Vorsitzende Dominik Britsch und sein Stellvertreter Thomas Englert. An einem neuen Seil muss sich der Verein mit 500 Euro beteiligen, die speziellen Schuhe kosten pro Paar 300 Euro.
Die Teams haben ihre Taktik. Der Altherrensteg aus Möckmühl setzt auf den „gleichen Takt“, wie Alex Wansitler den Versuch beschreibt, möglichst gleichzeitig am Seil zu ziehen. Am Ende setzt sich der Favorit erneut durch. Tauziehen als Voraussetzung, um Mitglied der Feuerwehr Ruchsen zu sein? Markus Hartmann lacht, natürlich nicht. „Wir sind ein paar kräftige Buben.“
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