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Bewusster Fehlalarm bei der Feuerwehr: Sprecher nennt Zahlen für Heilbronn

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Wenn die Feuerwehr alarmiert wird, handelt es sich nicht immer um einen Notfall. Notruf-Fehlalarme haben bei guter Absicht keine Konsequenzen. Anders sieht es aus, wenn man vorsätzlich falsche Informationen verbreitet.


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Das ging glimpflich aus: Ein vermeintlicher Blitzeinschlag in der Mauritiuskirche in Güglingen entpuppte sich am Samstagabend als Fehlalarm. Ein Zeuge hielt im Zuge des Unwetters das Licht eines Strahlers für Feuer. „Dass Menschen wehende Blätter vor orangefarben Lampen als Flammen interpretieren, kommt immer wieder vor“, sagt Jürgen Vogt.

Der Pressesprecher der Feuerwehr Heilbronn betont jedoch, dass man unbedingt die 112 wählen soll, wenn man eine Gefahr vermutet. „Wer uns in gutem Glauben alarmiert, hat selbstverständlich keine Konsequenzen zu befürchten, wenn sich das Ganze als harmlos herausstellt. Da machen wir niemandem einen Vorwurf. Lieber fahren wir einmal zu viel in den Einsatz, als einmal zu wenig.“

Notruf bei der Feuerwehr: eigene Wahrnehmung möglichst klar schildern

Hilfreich sei es, wenn man am Telefon transparent seine Wahrnehmung schildert: Wenn ein Anrufer sagt, er sei sich nicht sicher, nehmen die Einsatzkräfte den Hinweis selbstverständlich ernst, können ihn aber entsprechend einordnen. Weniger zielführend sei es allerdings, wenn Maschinen in Betrieben einen Alarm auslösen und sich darauf ein Mitarbeiter meldet und behauptet, es sei keine Gefahr vorhanden.

Jürgen Vogt von der Feuerwehr Heilbronn: „Wenn unser Disponent fragt, an welcher Stelle in der Firma der Fehlalarm ausgelöst worden sein soll, und der Anrufer erklärt, er wisse es nicht, dann hat vermutlich auch niemand die Situation gründlich untersucht. Ein Notfall ist dann dennoch denkbar.“

Feuerwehr Heilbronn: 1890 Einsätze im Stadt-und Landkreis im Jahr 2024

Mehr als 97.000 Notrufe erreichen die Feuerwehr-Leitstelle jährlich, die für den Stadt- und Landkreis Heilbronn zuständig ist. Sprecher Jürgen Vogt: „Darunter sind auch medizinische Notfälle oder Versehen, wenn jemand beim Smartphone vergessen hat, die Tastensperre zu aktivieren.“

Im Jahr 2024 sind die Floriansjünger zu 1890 Einsätzen ausgerückt. 380 davon stellten sich als technische Täuschung heraus. Zum Beispiel, wenn ein Rauchmelder in einem Hotel aufgrund übermäßigen Deo-Gebrauchs ausgelöst hat. „178 Fehlalarme geschahen in gutem Glauben – und 66 waren böswillig.“

Die Zahl der vermeintlichen Scherzbolde, die eine Gefahr vortäuschen, sei über die Jahre konstant. Allerdings variieren die Inhalte. Vogt: „In einem Baumarkt fühlte sich ein Kunde von den Mitarbeitern nicht beachtet – und hat den Brandmelder ausgelöst, um auf sich aufmerksam zu machen.“

Fehlalarm bei der Feuerwehr Heilbronn: Wohnung in Innenstadt angeblich in Brand

Einmal sei ein Anruf eingegangen, dass es in der Heilbronner Innenstadt brenne. Vogt: „Der Mann schilderte ein Horror-Szenario: Eine Wohnung stehe in Vollbrand, Menschen stehen hilflos am Fenster. In solchen Fällen muss der Anrufer den kompletten Einsatz bezahlen.“ 1000 Euro ist man da schnell los.

Bei einer möglichen Gefahr den Notruf zu wählen, empfiehlt auch Manuel Unser: „Wenn kein bewusster Notruf-Missbrauch vorliegt, gibt es keine negativen Konsequenzen“, sagt der Sprecher der Polizei Heilbronn. Immer wieder entpuppen sich Amoklauf-Drohungen als Fehlalarme. Manuel Unser: „Eine Gefahr ist aber keineswegs auszuschließen. Dann rücken wir aus und prüfen die Lage.“

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