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15 Jahre Führungsposition
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Feuerwehr Leingarten sagt Danke – André Göbl wird Ehrenkommandant

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André Göbl prägte die Freiwillige Feuerwehr Leingarten über 15 Jahre hinweg als Kommandant – nun wurde er zum Ehrenkommandanten ernannt, dem dritten in der Stadtgeschichte.

André Göbl wurde von der Feuerwehr Leingarten zum Ehrenkommandanten ernannt. Nach 37 Jahren im freiwilligen Dienst, davon 15 Jahre als Kommandant, hat er vieles bewegt.
Foto: Ben Ferdinand
André Göbl wurde von der Feuerwehr Leingarten zum Ehrenkommandanten ernannt. Nach 37 Jahren im freiwilligen Dienst, davon 15 Jahre als Kommandant, hat er vieles bewegt. Foto: Ben Ferdinand  Foto: Ferdinand, Ben

Er hat unsere Feuerwehr geprägt wie kaum ein anderer“, heißt es auf den öffentlichen Kanälen der Freiwilligen Feuerwehr Leingarten über André Göbl. Der muss schmunzeln: „Das erfüllt mich mit ganz viel Stolz und zeigt, dass ich nicht alles falsch gemacht habe in meinen 15 Jahren als Kommandant.“ Vor einigen Wochen wurde Göbl dafür zum Ehrenkommandanten der Feuerwehr Leingarten ernannt – dem dritten überhaupt im Ort.

„Das kam völlig überraschend“, sagt der 65-jährige SPD-Stadtrat, der während der finalen Entscheidungen des Feuerwehrausschusses und des Gemeinderats dazu im Urlaub war. „Auf einmal klopfte Feuerwehrkommandant Rouven Leibrand an der Tür“, erzählt er.

Freiwillige Feuerwehr Leingarten: André Göbl wird Ehrenkommandant

Per Drehleiter-Fahrzeug wurde Göbl dann durch Leingarten gefahren – an Orte, an denen besondere Einsätze stattfanden – und schließlich zum Feuerwehrmagazin, wo die Feuerwehrleute mit Fackeln Spalier standen. „Es war sehr emotional und ergreifend. Es hat mir gezeigt, dass die Mannschaft mit mir als Kommandant zufrieden war“, so Göbl.

Kein Wunder: André Göbl brennt für die Feuerwehr, wie er selbst oft sagt – auch wenn sein Einstieg ungewöhnlich war. Erst 1988, im Alter von 28 Jahren, trat er bei. „Ich habe mich schon immer für die Feuerwehr interessiert, hatte aber nie richtig Zugang.“ Mit dem Umzug von Böckingen nach Leingarten und einem Arbeitsplatzwechsel wurde er von einem Kollegen ermutigt, zur Feuerwehr zu kommen, erzählt der gelernte Maurer. „Und dann bin ich nicht mehr davon losgekommen“, sagt er lachend. „Die Fahrzeuge, die Kameradschaft und das Gefühl, Menschen zu helfen – besser geht’s nicht.“

Nach 10 Jahren schon Kommandant: André Göbls Feuerwehr-Werdegang in Leingarten

Nur zehn Jahre später, 1998, wurde Göbl zum Kommandanten der Feuerwehr Leingarten ernannt. „Das war ein schneller, gewaltiger Karriereschritt“, merkt er an und zieht stolz die Augenbrauen hoch. Von da an übernahm er viele organisatorische Aufgaben: „Lehrgänge und Übungen planen, Dienstpläne erstellen, Personal und Gerätschaften verwalten, Rechnungen prüfen und den Kontakt zum Rathaus pflegen“, zählt Göbl auf.

Eine enorme freiwillige Arbeit. „Ich habe viele, viele Abende in der Feuerwehr verbracht“, sagt der Ehrenkommandant. „Von der Arbeit nach Hause, schnell etwas mit meiner Frau gegessen, mit den Kindern gespielt – und spätestens um sieben oder acht Uhr war ich in der Feuerwehr.“ Sein Engagement bei seinen Kameraden, bis heute unvergessen.

In seine Amtszeit fielen unter anderem die Gründung der Jugend- und Kinderfeuerwehr in Leingarten und die Einführung der Regel, dass jedes Mitglied fünf Lehrgänge absolvieren muss – für eine umfassende Ausbildung auf allen Spezialgebieten. Das galt lange als Alleinstellungsmerkmal der Leingartener Feuerwehr.

Auch organisatorisch wurde einiges umgestellt: So gibt es nun zwei stellvertretende Kommandanten, die jeweils eigene Bereiche verantworten. Eine große Entlastung für den Kommandanten, wie Göbl betont.

Auch in Zukunft: André Göbl bleibt Feuerwehr Leingarten erhalten

Denkwürdige Einsätze? „Da gab es viele“, so Göbl. Neben größeren Bränden, Rettungsaktionen und mehreren Tagen Hochwasserbekämpfung erinnert er sich auch an einige kuriose Geschichten – Göbl lacht –, die wohl besser unter ihm und seinen Feuerwehrkameraden bleiben sollten.

Nach 15 Jahren endete seine Zeit als Kommandant. 2013 übernahm sein bisheriger Stellvertreter Rouven Leibrand das Amt. Fünf Jahre lang hatte Göbl ihn langsam eingearbeitet. Doch mit dem Amtswechsel war für Göbl nicht Schluss: „Ich konnte nicht aufhören – ich brenne für die Feuerwehr“, sagt er erneut. Er blieb als Zugführer und Ausbilder aktiv. Auch jetzt, mit 65 Jahren, ist er weiterhin engagiert – in der Drohnen- und Führungsunterstützungsgruppe.

Ein Herzensprojekt war für André Göbl der Neubau des Feuerwehrhauses, das 2023 eröffnet wurde. „Die Zustände in der Südstraße waren nicht mehr optimal. Das hier war ein ganz wichtiger Schritt“, sagt Göbl über das modern ausgestattete Gebäude. „Das hat uns natürlich auch das ein oder andere neue Mitglied gebracht“, gibt er zu. Aktuell zählt die Einsatzabteilung 88 Mitglieder, die Jugend- und Kindergruppen gemeinsam 45.

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