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Produktionsgebäude des A8

Feuerwehr-Übung auf Audi-Gelände in Neckarsulm: Dutzende Einsatzkräfte am Gebäude A11

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Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr und aus Bad Friedrichshall und Neckarsulm werden zusammen alarmiert. Auf dem Audi-Gelände proben sie den Ernstfall.


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Der Partyrauch nimmt jede Sicht. Die Lampen im Flur des neuen A11-Gebäudes auf dem Audi-Werksgelände helfen nicht. Nur wenige Zentimeter weit sieht man hier oben. Wo ist die Wand? Wo die nächste Tür, wann biegt der Gang nach rechts ab? Für die große Übung auf dem Gelände haben sich die Verantwortlichen einiges überlegt, inklusive Rauch.

Feuerwehr auf Audi-Gelände im Einsatz: Übung an Gebäude A11 in Neckarsulm

Bis zu 70 Einsatzkräfte sind alarmiert. Mehrere Fahrzeuge kommen von der Audi-Wehr, zusätzlich rücken die Einheiten aus Bad Friedrichshall und Neckarsulm an. Innerhalb weniger Minuten ist die Straße in einer Gebäude-Schlucht in grelles Licht gehüllt, Blaulicht flackert, reflektiert an den hellen Wänden.

Es ist ein professioneller Ablauf. Erst schlägt ein Rauchmelder an, kurz darauf der zweite, schließlich biegt die Berufswehr von Audi in die Straße ein. Rolltore an den Fahrzeugen gehen hoch, Mitglieder ziehen sich den Atemschutz an, prüfen sich gegenseitig, legen sich noch einen zusammengelegten, 35 Meter langen Wasserschlauch über die Schulter. Und schon gehen die ersten ein Treppenhaus hoch, eine Zweier-Einheit bleibt zur Absicherung unten stehen.


Feuerwehren proben Ernstfall an neuem Gebäude auf Audi-Gelände in Neckarsulm

Am neuen Gebäude A11, dem Produktionsgebäude des A8, findet der Einsatz statt. Dem Szenario nach breitet sich Rauch in die Sozialräume und die Produktion aus. Zwei Personen werden im Technikraum vermisst. Wie viele Mitarbeiter in den Sozialräumen sind, ist nicht bekannt. Später meldet sich eine Frau vom Dach: Ihr Rückweg ist versperrt, eingesetzt wird die neue Drehleiter von Audi, die höhere Gebäude erreichen kann als die Drehleitern der Freiwilligen Feuerwehren.

Die Neckarsulmer Wehr kommt über Tor 3, die Bad Friedrichshaller eilen über Tor 6 auf das Gelände. Absprachen werden getroffen, und es wird geklärt, wer wofür zuständig ist. Die Neckarsulmer zum Beispiel prüfen von außen mit ihrer Drehleiter die Sozialräume und gehen über eine Außentreppe ins Gebäude, die Bad Friedrichshaller über eine zweite hinein.

In einer Seitengasse behalten Einsatzkräfte den Überblick: Lagekarten hängen an einer Tafel und sind auf einer Motorhaube mit Magneten befestigt, an einem großen Notizblock wird alles protokolliert. Beispielsweise 20.03 Uhr: ein verletzter Feuerwehrmann, 20.04 Uhr: eine Person in Abschnitt Mitte gefunden.

Feuerwehren am Gebäude A11: Das steckt hinter der Übung auf dem Audi-Gelände in Neckarsulm

Dass die Wehren an A11 üben, hat mehrere Gründe, erklärt Alexander Link, der die Werksfeuerwehr leitet. Einerseits muss die Produktion auf dem Gelände weiterlaufen. Außerdem sei es ein neues Gebäude. „Die Feuerwehren müssen es sehen können.“ Wie läuft die Zusammenarbeit, wie die Kommunikation, klappt es mit dem Funk, wie sind die Ortskenntnisse auf dem Gelände gerade für die Kräfte von außerhalb? Es gehe dabei um realistische Punkte. Dass am Ende vermutlich nicht alles klappen dürfte, sagt Alexander Link, sei bei Übungen üblich: Sonst wäre es ein Theaterstück.

Der Einsatz strengt an. Schwer atmen zwei Mitglieder der Werksfeuerwehr unter ihrer Einsatzkleidung, als sie voll ausgerüstet eine Puppe über ein Treppenhaus ins Freie tragen. Schweiß rinnt einem Bad Friedrichshaller von der Stirn, als er nach dem offiziellen Ende an einem Fahrzeug sitzt.

Die Übung bewerten Feuerwehren von außerhalb, Lob bekommt dabei ausdrücklich auch Immanuel Kiermasch von der Werkswehr, der an diesem Abend erstmals einen Einsatz leitet. „Es war sehr interessant“, sagt er. Gerade zu sehen, was die Kooperation mit den anderen Einheiten angeht. „Man hat gemerkt, dass wir Hand in Hand zusammenarbeiten.“

Unbekannte Immobilie auf Audi-Gelände: Das sagen die Einsatzkräfte der Feuerwehr

Audi kennt A11, die Freiwilligen Wehren nicht. „Das ist schon etwas Cooles, um Erfahrungen zu sammeln“, sagt Luke Bartke von der Bad Friedrichshaller Einheit. Wohin es für die Übung geht, haben die Einsatzkräfte vorab erfahren. „Man weiß aber nie, wie es aussieht.“ Hinzu sei dann noch der Rauch gekommen. „Man verliert die Orientierung.“ Marco Semen leitet an diesem Abend den Abschnitt, den die Bad Friedrichshaller übernehmen. „Für uns ist es ein gutes Zusammenspiel wie im Realfall.“

Ein unbekanntes Gebäude, riesige Dimensionen: „Pläne sind wichtig“, sagt Dominik Häberlen, Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm. Die drei Wehren sind schon zusammen bei Hochwasser im Einsatz gewesen, auch um das Audi-Gelände davor zu schützen. Gemeinsame Übungen sind dennoch entscheidend, um sich besser kennenzulernen und zu schauen, ob alles klappt. „Sie sind sehr wichtig für die Zusammenarbeit.“

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