Stimme+
Fasching 
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Keine Nachtumzüge mehr im Raum Heilbronn: Ist eine Neuauflage möglich? 

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Nachtumzüge waren fester Bestandteil der Faschingstradition im Raum Heilbronn. Doch der Hexenkessel-Vorfall in Eppingen wirkt bis heute nach. Und das ist nicht die einzige Problematik. 


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Wippende Hexen mit schaurigen Masken, im Schein der Fackeln effektvoll beleuchtet, dazu scheppernde Guggenmusik: Nachtumzüge waren bis vor wenigen Jahren Teil der Fastnachtstradition in einigen Unterländer Kommunen wie Ilsfeld-Auenstein.

Hexenkessel-Vorfall in Eppingen sorgte für Abbruch der Tradition

Ein schreckliches Unglück im Jahr 2018, bei dem eine junge Frau in Eppingen schwere Verbrühungen erlitt, trug dazu bei, dass die Tradition heute nicht mehr durchgeführt wird. Die damals 18-Jährige war im Februar 2018 beim Nachtumzug in der Kraichgaustadt von einer Gruppe Maskierter im Scherz über einen Kessel mit heißem Wasser gehalten worden. Sie geriet in den Kessel und verletzte sich schwer.

Die Heilbronner Stimme fragte nach, ob es trotzdem eine Chance gibt, Nachtumzüge mit entsprechenden Sicherheitsauflagen wieder aufleben zu lassen. 


Mühlenhexen Ilsfeld planen vorerst nicht mit Nachtumzügen an Fasching

Jürgen Maier, Vorsitzender des Vereins „Narrenzunft Mühlenhexen Ilsfeld“ dazu: „Die kommenden drei Jahre, also bis 2028, wird es definitiv keinen Nachtumzug geben.“ Hintergrund seien die immer aufwändigeren Sicherheitsvorkehrungen gegen Anschläge.

Was für die Zeit nach 2028 gilt, sei im Verein noch nicht besprochen. Der Verein ist vor wenigen Wochen neu gegründet worden, nachdem sich der Vorgänger, die „Mühlenberger Hexen“ ohne den Namenszusatz „Narrenzunft“, aufgelöst hatte.

Ilsfelds Bürgermeister Bernd Bordon würde eine Wiederaufnahme der Tradition unter Auflagen unterstützen. Der Nachtumzug der Mühlenhexen Anfang 2024 sei rundum gelungen und sicher durchgeführt worden. Die Gemeinde sei frühzeitig in die Planung einbezogen worden und konnte laut dem Bürgermeister ihre Anregungen frühzeitig einbringen: „Würde die Narrenzunft Mühlenhexen wieder einen entsprechenden Nachtumzug durchführen wollen, würden wir auch wieder aktiv hin zur Realisierung unterstützen.“

Sicherheit und Co.: Das gilt es bei Nachtumzügen zu beachten

Die Auflagen, die die Gemeinde für einen neuen Nachtumzug erlassen müsste, ergeben sich laut Bordon aus der Streckenführung, der Anzahl der Teilnehmer, dem Sicherheitskonzept und anderen Faktoren.

In Eppingen sieht es nicht nach einer baldigen Rückkehr zum Nachtumzug aus. „Die Verwaltung lehnt die Durchführung eines Nachtumzuges ab“, teilt die Pressestelle der Stadt kurz und knapp mit. Die Verwaltung verweist stattdessen auf den Leiergassenumzug, der von der Kolpingfamilie durchgeführt wird. „Für diese Veranstaltung wird ein Sicherungskonzept zwischen Veranstalter und Stadt Eppingen im Vorfeld abgestimmt.“

Wie Eppingen bei Umzügen im Stadtgebiet für Sicherheit sorgt

Ziel der strengen Regeln für Fastnachtsumzüge sei, Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu vermeiden, damit Besucher, Akteure und unbeteiligte Dritte keinen Schaden nehmen, teilt die Eppinger Stadtverwaltung mit. „Grundlage für die Beteiligung der Gruppen am Umzug ist die Anerkennung der Umzugsordnung“, stellt die Stadt als zuständige Ordnungsbehörde klar.

Die darin festgeschriebenen Punkte, wie die Gestaltung der Umzugswagen, TÜV-Abnahme und Vorlage der Bescheinigungen, Alkoholverbot für den Fahrer und andere Festlegungen sind demnach durch den Veranstalter zu überwachen. Zusätzliche Sicherungen vor einfahrenden Fahrzeugen werden mittels Großfahrzeugen geschaffen.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben