Fasching in Gundelsheim: Was bei den sieben Prunksitzungen geboten wird
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Am Samstag, 17. Januar, startet die erste von sieben Prunksitzungen in der Deutschmeisterhalle in Gundelsheim. Was Faschingsfreunde erwartet, wo es Tickets gibt und worum sich die Kampagne in diesem Jahr dreht.
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Mitten in den Vorbereitungen, zwischen Bestuhlung, Dekoration, Bühnengestaltung und Hauptprobe, sind Hans-Peter Bechtold und Wolfgang Riedle sichtlich entspannt. „Das sind Abläufe, die sich über Jahrzehnte eingespielt haben“, sagt Riedle, der im Gundelsheimer Carneval-Verein (GCV) für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.
Am kommenden Samstag um 19.59 Uhr findet die erste von insgesamt sieben Prunksitzungen des Vereins in der Deutschmeisterhalle statt. Trotz fehlender Nervosität: „Es ist immer einiges, was in der Halle bewegt und umgebaut werden muss. In diesem Jahr konnten wir wegen einer Veranstaltung erst am 2. Januar in die Halle, der Zeitraum für den Aufbau ist also kürzer“, so Riedle. Was noch fehlt? Der Feinschliff. Ein eingespieltes Team an Ehrenamtlichen ist im Einsatz, Wolfgang Riedle rechnet insgesamt mit 800 bis 1000 Arbeitsstunden.
Fasching in Gundelsheim: Motto ist „Showtime“
Für dieses Jahr hat sich der Verein bewusst ein sehr allgemeines Motto ausgesucht. Mit „It’s Showtime“ ist die Kampagne überschrieben. „Wir hatten vergangenes Jahr mit Bella Italia ein konkretes Motto, nun soll es ein eher offenes Thema sein. Wir möchten den verschiedenen Gruppen viel Spielraum für ihre Nummern lassen“, sagt Vereinspräsident Hans-Peter Bechtold.
Darüber hinaus sollen die Sitzungen ein wenig Eskapismus sein, wie Bechtold betont, in einer Zeit, die durch das fordernde Weltgeschehen – Kriege, populistische Tendenzen und eine wirtschaftlich angespannte Lage – geprägt ist.
Vorfreude auf die Prunksitzungen: Wolfgang Riedle (links), zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim GCV, und Maler Miroslav Spousta.
Foto: Mario Berger
Im Fasching gehe es um Zusammenhalt, Austausch und Respekt. „Es ist immer unser Ziel, den Zuschauer den Alltag vergessen zu lassen. Ihn, positiv gemeint, reizzuüberfluten“, so der Präsident, der im Dezember für sein ehrenamtliches Engagement die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg erhielt.
„Meistens haben die Besucher nach den Sitzungen das Gefühl, dass die Zeit schnell vergangen ist. Und spätestens, wenn man die Nachrichten schaut oder die Zeitung aufschlägt, holt einen die Realität ja wieder ein“, ergänzt Riedle. Knapp vier Stunden sollen die Prunksitzungen dauern, über 300 Beteiligte stehen dabei jeden Abend auf der Bühne.
Prunksitzungen in Gundelsheim: Bekannte Namen, eindrucksvolles Bühnenbild
All zu viel vom Programm verraten wollen Bechtold und Riedle noch nicht. Mit dabei sind unter anderem die Neckarpiraten, die Horneckschrullen, die Rebläuse, die Schlosssänger, Gardetanzgruppen, Guggemusik und das Männerballett. Wortbeiträge sollen sich mit musikalischen Nummern und Tanz abwechseln.
Sitzungstermine und Tickets
Für alle Prunksitzungen des Gundelsheimer Carnevalvereins am 17., 24., 25. und 31. Januar sowie am 6., 7. und 14. Februar gibt es noch Restkarten. Für die zweite Sitzung am 24. Januar und die vierte am 31. Januar gibt es im Saal keine Karten mehr, nur noch für die Empore. Die Verantwortlichen empfehlen vor allem die Sitzungen am Sonntag, 25. Januar, und Freitag, 6. Februar – „für beide Sitzungen gibt es noch ausreichend Tickets“. Karten kosten 28 Euro im Saal sowie 23 Euro für die Empore. Der Seniorenfasching findet am Sonntag, 18. Januar, um 14 Uhr statt, die Kindersitzung am 8. Februar um 14.59 Uhr, die Rosenmontagsparty am 16. Februar ab 20 Uhr. Den Abschluss bildet dann der Umzug durch die Gundelsheimer Straßen am 17. Februar ab 14.11 Uhr. Kartenbestellungen sind möglich unter der Emailadresse karten@gcv1962.de. Mehr Infos und Tickets unter www.gcv1962.de.
Apropos Büttenreden: In Zeiten, in denen satirische Aussagen schnell für hitzige Diskussionen und Anstoß sorgen – gibt es bestimmte Vorgaben für die Redner? „Für uns ist nur wichtig, dass es über der Gürtellinie bleibt“, sagt Bechtold. „Themen, die in der Gesellschaft kritisch diskutiert werden, die kann man durchaus humorvoll auf den Punkt bringen.“ Der Zuschauer müsste, so Bechtold, etwas aushalten können, nicht alles ernst nehmen. Vielmehr sei es auch die Aufgabe des Karnevals, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.
Für das großflächige Bühnenbild der Prunksitzungen in Gundelsheim zeichnet sich wie schon seit einigen Jahren der Prager Maler Miroslav Spousta verantwortlich. Schon im vergangenen Jahr hat er den Großteil der eindrucksvollen Szenerie erschaffen, die mit Sternen, einem Tiger und Cancan-Tänzerinnen mit opulenten Röcken Assoziationen an einen Zirkus oder das Varieté Moulin Rouge im Pariser Stadtviertel Montmartre weckt. An diesem Nachmittag ist Spousta schon einige Stunden aktiv, arbeitet, auf einer Leiter stehend, an letzten Details, malt mit roter Farbe einen Vorhang für den Bühnenrand.
Gut angenommen wird in Gundelsheim seit drei Jahren das sogenannte Narren-Paket, das sich besonders an Faschingsfreunde von außerhalb richtet. Darin enthalten ist nicht nur der Besuch einer Prunksitzung, sondern auch eine Übernachtung im Schloss Horneck oder im Café Schell in der Schlossstraße – inklusive Frühstücksbüfett und eines Begrüßungssekts.
„Wir haben Wiederholungstäter. Stammgäste, die von außerhalb kommen“, sagt Wolfgang Riedle. Gäste würden aus Backnang, Ludwigsburg, Heidelberg oder Stuttgart anreisen. Geändert hätten sich deshalb über die Jahre auch die Inhalte der Sitzungen. „Früher gab es mehr Lokalkolorit. Heute können viele Besucher damit nichts mehr anfangen. Deshalb sind die Inhalte allgemeiner“, so Bechtold.
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