Riesenstimmung bei den Jagstfelder Hühnerläusen: Rekord-Kinderumzug lockt Tausende
Richtig laut starteten die Jagstfelder Hühnerläuse in ihre 45. Kampagne. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sorgten gut aufgelegte Narren und muntere Vertreter von Kindergärten und Vereinen aus der ganzen Umgebung für gute Laune.
Waren in den Vorjahren durchaus noch Lücken in der Besucherschar erkennbar, so waren heuer alle Gehwege in Jagstfeld (Landkreis Heilbronn) dicht besetzt. Wesentliche Stimmungsmacher sind die musikalischen Zugbegleiter wie die vereinseigenen Gigger Gugge, die mit 40 Musikern für ordentlich Rhythmus sorgten. Stimmungslieder verbreiteten auch die Abordnungen wie der Fanfarenzug Bad Rappenau, die Glotzer Gugga aus Brackenheim, die Neckarsulmer Sulmanafetza und der Spielmannszug aus Lohrbach.
Kinderumzug lockt Tausende Besucher am Sonntag nach Jagstfeld
Zum zweiten Mal zum Umzug nach Jagstfeld gekommen waren Nastassia Rössel und vier Freunde. Sie waren die Begleitung von ihren sechs Kindern zwischen zwei und sechs Jahren. Den Kinderumzug hatten sie ausgesucht, weil er nicht ganz so umfangreich und lang ist, wie die Alternativen im Bad Wimpfen und Gundelsheim.
Die Premiere für die Mühlenhexen aus Ilsfeld war ebenfalls 2025. Die recht junge Gemeinschaft feiert gerade das „runde“ Jubiläum, sie ist 11 Jahre alt. Gekommen sind sie mit 15 Hexen, wobei die Aufnahmebedingungen durchaus auch männliche Hexen akzeptieren. Der Verein ist sehr offen und fühlt sich der Pflege des Brauchtums verpflichtet. Und wenn sich Kinder vor den Masken fürchten, werden die auch mal gelüftet – was die Furcht nicht immer beseitigt – wie eine Hexe humorvoll bemerkte.

An der Spitze marschierten die jüngsten Hühnerläuse: die Mäusle, Pünktchen, Küken- und die Juniorengard
Nach dem Startschuss vom Bölleruli mit einem Stangassinger Handböller setzte sich der lange Zug – 59 Gruppen und 1650 Teilnehmer in Bewegung – am Zugrand dürften weit mehr als die doppelte Zahl gejubelt und Wurfmaterial aufgesammelt haben. An der Spitze marschierten die jüngsten Hühnerläuse: die Mäusle, Pünktchen, die Küken- und die Juniorengarde.
Dazwischen auch die Crazy Girls, die auf die gesungenen Aufforderungen des Publikums „wir woll’n euch tanzen seh’n“ und dem Einsatz ihrer Trainerinnen Anja Heidinger und Liza Manz auch mal die Beine rhythmisch nach oben warfen. Im eigenen großen Wagen mit Holzhütte und Balkon fuhren die Würdenträger Prinzessin Katharina II. und Stephan II., sowie das Kinderpaar Ylenia I. und Lion I. mit eigenem Sicherheitsdienst über die Umzugsstrecke und warfen großzügig Bonbons in die Menge.

Für Abwechslung sorgten auch ein paar Hexen vor dem Senioren-Zentrum Edelberg, die sich einfach mal zu den in Wolldecken gehüllten Senioren setzten. Die hatten so einen direkten Kontakt mit der Narrenschar. An der Kurve zu Offenauer Straße, da wo Marvin Loleit auf der Ladefläche eines städtischen Fahrzeugs, die vorbeiziehenden Gruppen per Mikro ansagte, lieferte die Abordnung von HCV Hüffenhardt einen speziellen „Humba – Tanz“, der in ein kollektives „Hiffelde-Helau“ mündete.
Aber nach dem Umzug war noch nicht Schluss. Im großzügigen Hof vor der Jahnhalle gab es eine riesige After-Umzug-Party, gleichzeitig feierten Kinder und Jugendliche lautstark Fasching bei der von Maximiliane Hendrich und Jana Kühne moderierten Kinderprunksitzung.
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