Steigende Preise in der Region Heilbronn: Fahrradreparaturen werden komplexer
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Wer ein defektes Fahrrad in die Werkstatt gibt, muss sich auf hohe Kosten gefasst machen. Das sorgt für Verdruss; die Händler in der Region Heilbronn verweisen aber auf gestiegene Anforderungen.
Von Bernd Günther
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Das Tretlager klackert, die Kette knarzt oder ein Reifen ist platt – den Fahrradwerkstätten in der Region Heilbronn fehlt es nicht an Aufträgen.
Im Fall einer Panne möglichst schnell einen Werkstatttermin zu erhalten, freut die Kunden zunächst – doch abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss, und so manches Lächeln über das instandgesetzte Zweirad ist schon gefroren beim Anblick des Rechnungsbetrags.
Für die Reparatur eines undichten Hinterrads können 50 Euro und mehr fällig werden – und der Sprung zu dreistelligen Beträgen droht schnell, wenn in der Werkstatt weitere „Kleinigkeiten“ entdeckt werden. Wer ein E-Bike der Werkstatt überlässt, sollte sich ohnehin auf höhere Ausgaben gefasst machen. Bei Radfahrern sorgt das Kostenniveau für Verdruss.
Heilbronner Fahrrad Fachmarkt: Die technische Entwicklung in der Branche ist rasant
Kritiker sollten aber berücksichtigen, dass die Ansprüche an Fahrradwerkstätten heutzutage deutlich gestiegen sind. Ernst Bender, Inhaber der Bike Arena in Heilbronn, bestätigt das: Die technische Entwicklung sei rasant. Das gelte insbesondere für E-Bikes, aber auch für herkömmliche Fahrräder.
„Reparaturen sind derart anspruchsvoll geworden“, sagt Bender. Wer sich an Elektro-Motoren, Akkus, Displays, Steuergeräten, elektrischen Gangschaltungen oder Luftkammern von Federgabeln und hydraulischen Bremsen zu schaffen mache, der müsse qualifiziert sein.
Ausgebildete Kräfte mit mehreren Jahren Berufserfahrung seien in der Branche begehrt. Hinzu käme das Erfordernis der beruflichen Weiterbildung, sagt Bender. Angesichts beständiger Neuerungen, neuer Techniken und Bauteile, seien in vielen Betrieben Weiterbildungen während der auftragsärmeren Wintermonate obligatorisch.
Ein Fachmann legt Hand an: Simon Ölke, Mitarbeiter bei Fahrrad Bender, justiert die Schaltung eines Rades.
Foto: Berger, Mario
Der Monatsverdienst für ausgebildete Mitarbeiter liegt nach Angaben von Bender bei 2600 Euro aufwärts. Die Personalkosten würden sich in höheren Werkstattpreisen niederschlagen, bestätigt auch Isy Amzi, der in Werkstatt und Verkauf der Radsport-Welt in Neckarsulm arbeitet.
Fahrradreparatur: Qualität und Fachwissen haben ihren Preis
Eine professionelle Reparatur solle nicht nur sachkundige Pannenhilfe bieten, sondern auch präventive Maßnahmen umfassen. Ein Problem in der Branche sei, wenn sich Hobby-Schrauber zum Fahrrad-Mechaniker berufen fühlten und in Werkstätten tätig würden, kritisiert Bender.
Doch es gibt noch andere Schwierigkeiten, mit denen der Zweirad-Fachhandel zu kämpfen habe. „Die fetten Verkaufsjahre während der Corona-Pandemie sind vorüber. Die Branche schwächelt, der Wettbewerb ist ruinös, und die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage spüren wir auch“, klagt Bender.
Ausbildungswege
Wie sonst im Handwerk, mangele es an geeigneten Bewerbern, sagt Ernst Bender, Geschäftsführer der Bike Arena. Für eine Ausbildung sei mindestens die Mittlere Reife erforderlich. Wer eine zweijährige Ausbildung zum Fahrrad-Monteur anstrebe, benötige technisches Verständnis. Erst recht vorausgesetzt werde dies für die dreieinhalbjährige Ausbildung zum Zweirad-Mechatroniker im Fachbereich Fahrrad.
Von gestiegenen Materialkosten berichtet auch Isy Amzi. Dass die Werkstätten regelmäßig ihr Werkzeug aufrüsten und sich auf technische Neuerungen einstellen müssten, sei nicht zu unterschätzen – das erfordere regelmäßige Investitionen, sagt Amzi.
Problematisch für die Branche sei die Schwemme an Billig-Rädern, die aus Asien über Online-Käufe auf den hiesigen Markt gelangten. Darunter leide nicht nur der Verkauf der Fahrradhändler; auch die Werkstätten seien betroffen.
Für diese Räder gibt es nach Angaben von Fachhändler Bender nur schwer Ersatzteile – dies gelte insbesondere für E-Bikes. „Im Grunde sind diese Räder Einwegprodukte – was natürlich wenig nachhaltig ist“, sagt Bender.
Vor-Ort-Pannenhilfe für Fahrradfahrer wird häufiger angeboten
Der Fachhandel verzeichnet zudem eine Zunahme von Vor-Ort-Pannenhilfe, die etwa von großen Zweirad-Filialisten angeboten wird. Bei einer Panne so schnell es geht eine Weiterfahrt ermöglichen, möchte auch der ADAC.
Der Automobilclub bietet die Fahrrad-Pannenhilfe deutschlandweit seit Sommer 2022 für Club-Mitglieder an. Der Service sei im ADAC-Beitrag enthalten und umfasse die Hilfe vor Ort oder gegebenenfalls den Transport des Zweirads zur nächsten Werkstatt und die Bergung von Gepäck, sagt ADAC-Sprecher Julian Häußler.
Der Automobilclub will zudem sein Netz an Radservice-Stationen ausbauen. Ein Angebot, das auch von vielen Städten und Gemeinden vorgehalten wird. Die Stationen am Wegesrand sind mit Werkzeug, Luftpumpen und Montagevorrichtungen ausgestattet.
Platte Reifen, lockere Schrauben, falsch eingestellte Sattel und andere Defekte können so in Eigenregie behoben werden. Talentierte Schrauber können dabei womöglich Reparaturkosten sparen – ansonsten bleibt nur der Griff zum Geldbeutel und der Gang in die Werkstatt.
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