Europa vereint in Vielfalt
Besonders Begabte des Albert-Schweitzer-Gymnasiums treffen sich mit Gleichgesinnten aus Frankreich und Italien. Die 15-Jährigen sind begeistert von Heilbronn.

Besonders Begabte machen sich intensiv Gedanken über Europa. In einem trinationalen Schulprojekt mit Unterstützung der jeweiligen Rotary-Clubs treffen sich jeweils sechs junge Menschen des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Neckarsulm mit ebenfalls sprachlich wie politisch interessierten Schülerinnen und Schülern des Lycée Saint-Pierre aus dem französischen Bourg-en-Bresse und dem Istituto Superiore “Lorenzo Lotto“ aus dem italienischen Trescore Balneario aus der Provinz Bergamo. „Am wichtigsten sind die gemeinsamen Werte“, sagt die 15-jährige Melek vom Neckarsulmer ASG.
In dem Workshop „Europa und Du“ unter der Leitung von Studiendirektorin Andrea Bailer vom Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Heilbronn ist es mucksmäuschenstill. Nach dem „Learning Snack“, bei dem sich die jungen Menschen einen Gegenstand aus dem Koffer nehmen durften, der sie besonders mit Europa verbindet, sind alle in ihre Arbeit vertieft.
Menschenrechte, Frieden und die Zusammenarbeit der Demokratien sind zentrale Werte in der Europäischen Union
Alle drei Schulen haben schon eine Vorarbeit gemacht, deren Ähnlichkeiten und Unterschiede die Schülerinnen und Schüler nun vergleichen. Es wird lauter, an den Tischen wird lebhaft vorwiegend auf englisch und französisch diskutiert. Von Pharma bis Gesundheitspolitik, vom Automobilbau bis zur Wirtschaft – die Zuständigkeiten der EU sind weitreichend, aber mitunter auch begrenzt. Wie Melek schon festgestellt hat, die Menschenrechte, Frieden und die Zusammenarbeit der Demokratien sind zentrale Werte.
Auslöser und Ziel bis heute der Europäischen Union ist: „Nie wieder Krieg!“ Im Gegensatz zur Weltlage stehe Europa für einen „positiven Frieden“. „Die Zusammenarbeit der Demokratien ist ein lange währender, intensiver Prozess“, stellt die internationale Gruppe auch im Hinblick auf mögliche Erweiterungen fest.
Natürlich sind auch in der EU nicht alle „perfectly happy“, wie Andrea Bailer einwirft. „Big changes“ sind nur möglich, wenn „alle zusammenarbeiten“. Auch das ist an diesem Vormittag Programm: Die Gruppen werden im „World Café“ immer wieder neu durchmischt, was aber schnell geht, da großes Interesse an den anderen und ihrer Meinung besteht.
Beim „Escape Game“ lernen junge Menschen Heilbronn kennen und finden es cool
Bei einem „Escape Game“ haben die junge Menschen sich und Heilbronn schon kennengelernt. Davide aus Italien findet es „cool, dass Heilbronn an jeder Ecke anders ist“. Es gebe viele Bars, Restaurants, Shopping-Möglichkeiten, schöne alte und auch moderne Gebäude, das Theater, die Experimenta, viele „Monuments“. „Die Atmosphäre ist modern, aber immer wieder anders, wenn man zum Beispiel in den Neckarbogen schaut.“ Heilbronn ist „cool and interesting“, findet der junge Mann.
Ein Besuch im Europäischen Parlament und Gespräche mit Abgeordneten rundet das erste Treffen ab. Der Abschied fällt schwer, aber es gibt ein Wiedersehen im Mai in Bergamo für die zweite Runde des trinationalen Schultreffens.
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