Rosenmontagsumzug in Erlenbach – Regen bremst Narren nicht aus
Die Teilnehmer des Rosenmontagsumzugs durch Binswangen und Erlenbach lassen sich vom Wetter nicht beeindrucken. 100 Gruppen, süße Würfe und beste Stimmung prägen den närrischen Nachmittag.
Wenn der närrische Lindwurm durch Binswangen und Erlenbach zieht, dann ist gutes Wetter. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Seit Jahrzehnten hat der Carnevals-Club Binswanger Boschurle (CCBB) offensichtlich eine direkte Verbindung zu Petrus. „Ich bin seit fast 30 Jahren verantwortlich. Und wir hatten immer Bombenwetter“, erzählt Präsident Robert Schübel.
Sein Blick geht trotzdem kritisch gen Himmel. Der ist wolkenverhangen, ab und an nieselt es, dann drückt sich wieder die Sonne durch. Doch Schübel ist Optimist und zieht genüsslich an einer Zigarre.
100 Gruppen von 60 Vereinen ziehen an Rosenmontag durch Erlenbach
13.01 Uhr soll der Rosenmontagsumzug starten. Am Ortseingang haben sich die Teilnehmer bereits aufgestellt. Rund 100 Gruppen von 60 Vereinen sind in diesem Jahr auf der leicht geänderten Strecke unterwegs. Weil der Marktplatz saniert wird, ziehen die Feiernden diesmal darüber hinaus. Auf Höhe des Ärztehauses endet der Lindwurm. „Die große Sause steigt dann auf dem Parkplatz dahinter“, hieß es im Vorfeld.
Doch erst einmal müssen die Wagen und Gruppen loslegen. Angeführt werden sie von einem Polizeiauto, hinter dem die Trychlerfründä aus dem schweizerischen Arosa laufen. Schon bevor man sie überhaupt sieht, sind die Männer mit ihren großen Kuhglocken zu hören und übertönen die Helau-Rufe der Besucher. Direkt hintendran laufen Guggenmusiker, die ebenfalls aus der Schweiz angereist und bereits seit Freitag in der Region unterwegs sind. „Die haben wir über die Gundelsheimer bekommen“, erklärt Robert Schübel augenzwinkernd. Dort findet einen Tag später der Umzug statt.
Schneemann Olaf sammelt Spenden für den Nachwuchs
Der kostet im Gegensatz zur Veranstaltung in Erlenbach allerdings vier Euro Eintritt. Darauf verzichte man in Erlenbach bewusst, so der CCBB-Präsident. Stattdessen sammeln die Mitglieder an der Strecke Spenden für die Jugendabteilung. „Wir haben einen großen Gardebereich, die Kostüme sind nicht günstig“, erklärt Schübel. Zwischen die Spendensammler, die eindeutig an ihren Vereinsjacken zu erkennen sind, hat sich auch Olaf aus „Die Eiskönigin“ geschlichen. Dann geht es Schlag auf Schlag: Ein Verein nach dem anderen zieht durch die Haupt- und Friedensstraße.
„Wir hatten immerBombenwetter.“Robert Schübel
Bienen, Dinosaurier und Clowns stehen gemeinsam mit Harry Potter, Super Mario oder Minnie Maus an der Strecke. Immer wieder ziehen Böen über die Teilnehmer, die sich davon allerdings nicht beirren lassen. Genauso wenig wie die Hexen, die vor allem den Kindern Streiche spielen und die Erwachsenen mit schwarzer Farbe anmalen. Saure Gurken gibt es vom Wagen des Gundelsheimer Männerballetts, Prinzessin Patricia I. wirft Süßigkeiten in die wetterbedingt überschaubare Menge.
Die Schön-Wetter-Serie ist gerissen
Auch die Lebenswerkstatt Heilbronn ist mit dabei. „Das Beste im Jahr ist die Faschingszeit“, sagt Ricardo, der in dem kleinen Wagen steht und Gummibärchen unters Volk bringt. Jedes Jahr sei er dabei. „Und es macht immer viel Spaß.“ Nur das Wetter, das könnte wahrlich besser sein. Kurz nachdem sich die Sonne noch mal hat blicken lassen, beginnt es zu regnen. Die Serie, von der Robert Schübel im Vorfeld gesprochen hat, sie ist gerissen.

Das stört allerdings die wenigsten Narren: Mit Regencapes über den Kostümen oder unter Schirmen geht es unbeirrt weiter. Popcorn, Bonbons, Gummibärchen und sogar Kondome finden ihre Abnehmer.
Nach etwas mehr als einer Stunde ist der närrische Zug an seinem Ziel angekommen. Allerdings ohne die beiden Gruppen aus der Schweiz. Die mussten direkt weiter ins rund 20 Kilometer entfernte Haßmersheim, dort findet im Anschluss der nächste Faschingsumzug statt.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare