Im Rahmen der Kammermusikreihe finden fünf Konzerte mit neun Solistinnen und Solisten statt jeweils um 17 Uhr, und am Dienstag, 4. Februar, zusätzlich um 20 Uhr. Neben dem umfangreichen Wochenprogramm mit Abendkonzerten des KreaTief und dem MGV Dahenfeld laden lokale Ensembles zu Wandelkonzerten in die Kirchen täglich um 11 Uhr und dabei sogar zum Mitsingen ein. Mit der langen Nacht der Musik am Freitag, 7. Februar, öffnet die Mediathek ab 19 Uhr die Türen. Das Programm und Karten gibt es im Internet unter der Adresse hierspieltdiemusik.info
Ereignisreiche Woche voller Musik
Das Festivalorchester begeistert 500 Zuhörer in der Ballei. Kammerkonzerte mit bekannten Solisten und weitere musikalische Angebote folgen.

Die Premiere ist gelungen: Der symphonische Auftakt des Musikfestivals wurde von den 500 Zuhörern in der nahezu ausverkauften Ballei mit Standing Ovations gefeiert. Zum ersten Mal haben das Kulturamt und die städtische Musikschule ein Festival dieser Art auf die Beine gestellt. „Eine ereignisreiche Woche voller Musik“, stellte der stellvertretende Bürgermeister Eberhard Jochim bei der Begrüßung fest.
Musiker von den großen Bühnen dieser Welt
Musiker von den großen Bühnen dieser Welt geben sich mit Kammerkonzerten ein Stelldichein und bieten auch dem Nachwuchs besondere musikalische Begegnungen.
Aber auch die städtische Musikschule weist ein enormes Potential auf. Beim Tripelkonzert C-Dur von Ludwig van Beethoven brillierten die hauseigenen Solisten Irina Franke, Violine, Sebastian Erlewein, Cello und Michael Rosenboom, Klavier. Alle drei sind Lehrkräfte an der Musikschule.
Dezent-verhalten steigert sich die Musik bis zum fulminanten Finale. Die „hohen Anforderungen“ laut Programmheft meistern die Solisten nicht nur, sie begeistern durch ihre gefühlvolle, intensive Darbietung. Mit hoher Intensität spielen sie sich die rasanten Läufe und träumerischen Melodien zu.
Der lang anhaltende Applaus schon nach dem ersten Teil bestätigt den grandiosen Auftakt. Das Orchester, das Andreas Kehlenbeck mit großem Einsatz aus Aktiven und Ehemaligen der Musikschule zusammengestellt hat und das er mit leichter Hand dirigiert, meistert den Dialog mit den Solisten bravourös und erspielt sich dabei auch eigene Anteile, die zum genussreichen Gesamtklang beitragen.
Das Programm setzt sich im zweiten Teil des Abends kontrastreich fort. Nach dem Menuett und der wohltönenden sowie vom Publikum bejubelten Barcarolle mit den Sängerinnen Zelma Wachholz (Sopran) und Andrea Voith-Erlewein (Alt) – ebenfalls Lehrerinnen an der Musikschule – folgt das dramatische „Non Allegro“ von Sergei Rachmaninow. Der 1940 komponierte symphonische Tanz fordert die Hörgewohnheiten durch die emotional intensive Gestaltung heraus und bietet viel Raum für solistische Einlagen der Orchestermusiker, die hier auch ihr individuelles Können unter Beweis stellen.
Munter-fröhliche Tänze wechseln sich mit sehnsuchtsvollen, weit schwingenden Melodien.
Höhepunkt und Abschluss des Abends wird die Jazz-Suite Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch. Munter-fröhliche Tänze wechseln sich mit sehnsuchtsvollen, weit schwingenden Melodien. Der „lyrische Walzer“ beginnt mit einer getragenen Melodie am Saxofon, die von den Bläsern und den Streichern aufgenommen wird, ab. Flott geht es in der „Polka“ zu.
Mit „Jazz“ im eigentliche Sinne hat die Musik weniger zu tun, es ist wohl eher das, was sich der vom internationalen Geschehen isolierte sowjetische Musiker im Jahr 1938 darunter vorstellte: Walzer, volkstümliche Tänze, Zirkus- und Marschmusik werden zu einer gelungenen Melange vermischt.
Die über 70 Musikerinnen und Musiker des Festivalorchesters haben sichtlich viel Spaß, das aufgrund der aufwendigen Instrumentierung selten aufgeführte Werk zu Gehör zu bringen. Die wie ein Glockenspiel klingende Celesta wurde von Jens Hubert gekonnt gespielt, Maren Ferber steuerte mit der Harfe ebenfalls sphärische Klänge bei. Schlagzeug, Gitarre und Akkordeon erweitern das Klangbild des Symphonie-Orchesters.
Nach gut zwei Stunden intensiver Musikdarbietung ist das Publikum begeistert. Minutenlang wird das Festivalorchester mit Standing Ovations gefeiert – und belohnt. „Sie hören nochmal die Nummer 2, die macht am meisten Spaß, weil sie am schnellsten ist“, kündigt Kehlenbeck die Zugabe an. Dem Publikum ist es nur recht.
Der Dank an die Solisten erging übrigens in recht habhafter Form: Statt der üblichen Blumen gab es eine überdimensionale Brezel – sogar zum Umhängen.


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