Premiere von "Emil und die Detektive" in der Weinbauschule Weinsberg ist am Samstag, 6. Juli. Die weiteren Termine sind am 7., 13., 14., 20., 21., 27. und 28. Juli, samstags jeweils um 17 Uhr, sonntags um 16 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es in Weinsberg bei der Tourismusinformation, dem Tui-Reisecenter, der Buchhandlung Back und der Weinbauschule für zwölf Euro (Erwachsene) und acht Euro (Kinder). An der Tageskasse ist der Preis 13 Euro beziehungsweise zehn Euro.
Emil und die Detektive: Rasante Verfolgungsjagd auf der Weinsberger Bühne
Emil und die Detektive wollen den Dieb stellen. Der Theaterverein Weinsberg führt Familienstück von Erich Kästner auf. Die Proben sind in der Endphase.

Die blonden Haare sind zu zwei seitlichen Zöpfen hochgesteckt. Sie trägt einen rotkarierten Glockenrock, dazu eine weiße Rüschenbluse. Nur Söckchen und Schuhe entsprechen noch nicht dem Modestil der 20er Jahre. Nein, so hat Carla Irina Fischer ihre Haare noch nie getragen, und so kleidet sie sich sonst auch nicht. Aber: Das gehört zu ihrer Rolle. Sie ist eine der Detektive, die den Dieb verfolgen. "Hoffentlich werde ich alles richtig machen", meint Carla. Geübt hat sie ganz schön viel, vor allem das Seilspringen, das sie auf der Bühne vollführen muss. Die Proben für "Emil und die Detektive" laufen auf Hochtouren. In drei Wochen lädt der Theaterverein Weinsberg zur Premiere. Die acht Aufführungen versprechen ein rasantes, abenteuerreiches Spektakel.
"Es ist ein lustiges Stück für die ganze Familie", macht Michael Thelo, Vize-Vorsitzender des Theatervereins Werbung. "Durch die Kinder wird das Ganze sehr lebendig." Die Regisseure Andreas Posthoff und Theaterpädagoge Hans Peter Rupp hatten Anfang des Jahres zum "Casting" aufgerufen. Nach Hause geschickt wurde keiner. Lust und Freude am Theaterspiel genügten als Kriterien. "Wir sind ja nicht bei Bavaria und besetzen nicht nach Charakteren", sagt Posthoff, Schauspieler und Regisseur mit 27 Jahren Erfahrung auf dem Theaterschiff Heilbronn. "Für viele Kinder ist es das erste Mal." Deswegen sei das Mitmachen ein schönes Erlebnis im Zusammenspiel mit Erwachsenen.
Kinder haben fleißig den Text gelernt
Und die sind wie die Regisseure voll des Lobes über ihre jungen Darsteller. "Alle haben super fleißig den Text gelernt", berichtet Posthoff, der deshalb sehr stolz auf seine Truppe ist. "Die Kinder sind motiviert und haben Lust", beobachtet Christin Vetter, die Emils Mutter mimt. Die Acht-bis Zwölfjährigen setzten das um, was die Regisseure ihnen sagten. Das Theaterstück ist für Vetter ein Mutter-Tochter-Projekt, spielt doch ihre zehnjährige Marie ebenfalls mit, und so können die beiden viel Zeit miteinander verbringen.

An diesem Spätnachmittag geht es an den Feinschliff. Da die Proben wegen Regens oft ins Foyer der Weinbauschule verlegt werden mussten, ist jetzt Gelegenheit, im Innenhof die Wege auf der Bühne einzustudieren. "Alles auf eins bitte", ruft Posthoff die Darsteller für das erste Bild auf. "Hat Emil seinen Koffer?", schiebt er gleich nach. Hat er. Josha Erlewein hält ihn hoch. Mit seinem weißblonden längeren Haar, der Schildkappe und seiner Statur sieht er Michel aus Lönneberga zum Verwechseln ähnlich. Aber auch für Emil ist der Achtjährige eine Idealbesetzung. "Super cool" findet der Gellmersbacher die Hauptrolle. Nicht nur seinen, sondern den Text aller Darsteller kenne Josha, verrät Christin Vetter alias Frau Tischbein. Die beiden spielen die Abschiedsszene von Emils Abreise nach Berlin zur Verwandtschaft durch.
Regisseur macht Tempo
Dann nimmt das Geschehen Fahrt auf: "Gejohle, Gejohle will ich. Macht Lärm Kinder", lautet Posthoffs Regieanweisung an Emil und seine Detektive, die in Weinsberg auch mit Mädchen besetzt sind. Sie machen sich auf die Verfolgungsjagd von Grundeis, dem bösen Mann, der Emil bestohlen hat. "Hinterher, hinterher", fordert der Regisseur Tempo. "Schnappt euch die Topfdeckel." Das gibt ordentlich Radau.

Sarah Hahn wartet abseits der Szenerie auf ihren Einsatz. Im braunen Tweed-Kostüm und Hut fühlt sie sich sehr gesittet, so wie sich das für eine Frau, erst recht für eine berufstätige in der Entstehungszeit des Kinderbuches von Erich Kästner gehörte. "Jede Rolle hat ihre Wichtigkeit", sagt die Heilbronnerin, die eine komische Dame auf Emils Zugfahrt und eine Journalistin spielt.
So viel junges Blut, das die Bühne erobert, hat der Theaterverein Weinsberg in seinen Reihen nicht. Deshalb hofft Vize-Vorsitzender Thelo, mit diesem Projekt Nachwuchs zu rekrutieren. Dass die Wahl auf eine Kästner-Vorlage fiel, ist einfach erklärt. Der Schriftsteller wurde vor 125 Jahren geboren und starb vor 50 Jahren, sagt Andreas Eber, der im Vorstand für PR und Marketing zuständig ist.

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