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Anmeldung an weiterführenden Schulen

Eltern und Kinder haben entschieden: An diesen Schulen geht es für die Viertklässler weiter

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Gymnasien führen in neun Jahren zum Abitur, der eigene Werkrealabschluss läuft aus: Die Schulreform greift nach den Sommerferien. So lief die Anmeldung der Viertklässler an den Bildungsstätten.

Wie weiter nach der vierten Klasse? Eltern haben ihre Grundschüler an weiterführenden Schulen angemeldet.
Wie weiter nach der vierten Klasse? Eltern haben ihre Grundschüler an weiterführenden Schulen angemeldet.  Foto: Sina Schuldt

Viele weiterführende Schulen haben in diesem Jahr besonders erwartungsvoll auf die Anmeldung der Viertklässler geschaut, die nach den Sommerferien kommen wollen. Grund ist die Schulreform.

Gymnasien führen wieder nach neun Jahren zum Abitur. Um an diese Schulart zu kommen, gelten strengere Regeln. Außerdem fällt der eigene Abschluss an Werkrealschulen weg, diese bieten weiterhin den Hauptschulabschluss ab. Nun sind die Anmeldetage rum, und die Schulen äußern sich zu den Tendenzen. Mit genauen Zahlen halten sich alle zurück. Denn: Noch offen ist zum jetzigen Zeitpunkt, ob die Kinder tatsächlich die Schule besuchen werden, an denen sie angemeldet wurden – oder ob sie an eine gleiche Schulart in der Nachbarschaft gehen müssen.

Für Viertklässler ist klar, wohin es nach den Sommerferien geht: Gymnasium in Möckmühl freut sich

Am Jagsttal-Gymnasium in Möckmühl ist die Freude bei Direktor Marcus Dunke riesig. Genaue Zahlen nennt der Schulleiter genauso wenig wie seine Kollegen, nur so viel lässt er raus: In den Vorjahren ging es mit um die 45 Fünftklässlern los, jetzt seien die Zahlen „massiv gestiegen“.

Der Grund ist für Marcus Dunke recht einfach: „Jetzt haben alle G9.“ Mit der Bildungsreform führen wieder alle Gymnasien in neun Jahren zum Abitur. Mit den Fünfern in diesem und im kommenden Schuljahr geht es landesweit los.

Alle Gymnasien werden wieder zur G9-Schule

Für Möckmühl bedeutet das: Eltern, die den neunjährigen Weg wünschten, müssen ihre Kinder nicht mehr nach Adelsheim schicken. Möckmühl führte bislang nur in acht Jahren zum Abitur, Adelsheim in neun. Trotz Bildungsreform: Kinder, die derzeit mindestens die sechste Klasse eines Gymnasiums besuchen, machen ihr Abitur weiterhin nach acht Jahren.

Die Otto-Klenert-Schule in Bad Friedrichshall unterrichtet Kindern entweder entsprechend dem Lehrplan für Realschulen und dem für Werkrealschulen. Dass der eigene Abschluss an Werkrealschulen wegfällt, ist beim Anmeldeverhalten nicht zu spüren. Schulleiterin Nicole Schluchter erwartet nach den Sommerferien in diesem Zweig der Verbundschule wieder zwei fünfte Klassen. „Die Werkrealschule ist eine tolle Schule“, sagt sie. 

So sieht es an der Realschule in Bad Friedrichshall aus

Gespannt warteten die Lehrer auch darauf, wie sich die Anmeldungen an Realschulen entwickeln. Grund: Unklar war, ob es viele Kinder über einen Potenzialtest doch noch an ein Gymnasium schaffen. Dazu sei es nicht gekommen. Für den Realschul-Zweig der Verbundschulen seien die Zahlen sogar „ein bisschen gestiegen“, sagt Nicole Schluchter.

Auch die Horneckschule in Gundelsheim rechnet mit zwei fünften Klassen, sagt Joachim Blaesse. Eltern hielten sich an die Empfehlung der Grundschulen. Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen seien wieder angemeldet worden. Es kämen Grundschüler, die auf grundlegendem Niveau unterrichtet werden sowie Kinder auf mittlerem und erweitertem Niveau. „Wir sind eine Schule für alle Kinder“, sagt der Rektor. Die Leistungsunterschiede wichen nicht groß von jenen aus den Vorjahren ab, sagt er.

Gemeinschaftsschulen melden stabile Zahlen

Einen kleinen Einblick in die Situation an Gemeinschaftsschulen hat Matthias Wagner-Uhl, Vorsitzender des Vereins für Gemeinschaftsschulen im Land und Rektor in Neuenstein. Eine erste Rückmeldung hat er aber nur von 25 Schulen bekommen. Zumindest an denen sei es stabil. Ähnlich sei es in Neuenstein, wo zuletzt im Schnitt 60 Fünfer nach den Sommerferien dazugekommen seien.

Die Kollegen wüssten zwar um die gute Qualität der Arbeit an Gemeinschaftsschulen, dennoch habe es in diesem Jahr im Vorfeld des Anmeldeverfahrens eine gewisse Unsicherheit gegeben, so Matthias Wagner-Uhl. An einzelnen Standorten gebe es in der Nähe eben wieder Gymnasien, die nach neun Jahren zum Abitur führen. Zuletzt hatten auch Gemeinschaftsschulen stets dafür geworben, dass bei ihnen Kinder mit gymnasialer Empfehlung gut gefördert würden und nach der zehnten Klasse weitermachen könnten bis zum Abitur.

Die Rückmeldung von Kollegen der 25 Gemeinschaftsschulen: Weiterhin würden Kinder angemeldet mit einer Empfehlung für ein Gymnasium, betont Matthias Wagner-Uhl.

Um an ein Gymnasium zu gelangen, müssen seit diesem Schuljahr zwei von drei Kriterien für diese Schulart sprechen: ein Test in Mathe und Deutsch, die Empfehlung der Grundschule und der Wunsch der Eltern. Gerade der Mathe-Test galt als bei der Premiere landesweit als zu schwer, den Ausschlag fürs Jagsttal-Gymnasium in Möckmühl habe deshalb überwiegend die Grundschulen gegeben, so Direktor Marcus Dunke. Sollten nur Eltern ihr Kind an einem Gymnasium sehen, konnten die Viertklässler einen Test am Gymnasium machen: In Möckmühl machten ihn neun, nur zwei bestanden diesen sogenannten Potenzialtest. ing

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