Der Bad Wimpfener Bürgerbusverein sucht immer Fahrer, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Einmal pro Monat findet ein Treffen statt, bei dem auch Nichtmitglieder reinschnuppern können. Weitere Informationen haben Rudi Holzmann, Telefon 07063 1414, oder Reinhold Korb, der unter der Nummer 07063 8891 erreichbar ist.Die Fahrer organisieren sich auf einer digitalen Plattform, auf der jeder seine Fahrtdienste eintragen kann. Außerdem gibt es eine Whatsapp-Gruppe, um kurzfristig eine Vertretung zu organisieren. Das klappe reibungslos, so Korb.
15 Jahre Bürgerbus: Eine Bad Wimpfener Erfolgsgeschichte auf vier Rädern
Seit 15 Jahren fährt der Bürgerbus durch Bad Wimpfen. Auch dank der von Anfang an großen Unterstützung aus dem Rathaus wurden bisher über 215.000 Gäste befördert.

Der Bad Wimpfener Bürgerbus kann mit Fug und Recht als Erfolgsmodell bezeichnet werden. Über 215.000 Gäste wurden seit der Jungfernfahrt am 28. Februar 2011 transportiert, viele Tausend Kilometer wurden zurückgelegt. Seit 15 Jahren gilt das Motto „Bürger fahren Bürger“. Wie sich dieses Konzept entwickeln würde, hat die Gründer trotz allem Enthusiasmus doch überrascht. „Wir wussten ja damals nicht, ob es wirklich ankommt“, erinnert sich der Vorsitzende Reinhold Korb an die Anfangszeit zurück. Deshalb lieh sich der Verein zu Beginn erstmal ein Fahrzeug aus Bad Krotzingen. Mit 100 Fahrgästen habe man anfangs gerechnet. „Aber es waren viel mehr.“
Bad Wimpfener Bürgerbus fährt 18 Haltepunkte pro Stunde an
Mit den stetig steigenden Zahlen stiegen auch die Aufgaben. Neben der festgelegten Strecke, für die der Bus rund eine Stunde unterwegs ist und 18 Haltepunkte anfährt, transportieren die Fahrzeuge auch Kindergartenkinder. „Das war von Anfang an so eingeplant“, erzählt Reinhold Korb. Über 31.000 Mädchen und Jungen sind mittlerweile so in die Einrichtungen und wieder zurück befördert worden.
Ein weiteres Standbein des Vereins: die geführten Stadtrundfahrten, die mindestens einmal pro Monat stattfinden und bei denen ein geprüfter Stadtführer die Gäste durch Bad Wimpfen fährt. Außerdem werden die Teilnehmer des Rolllatorsports jeden Donnerstag zum TV Bad Wimpfen gebracht.
Bürgerbus fährt an sechs Tagen die Woche durch die Stadt
Drei Busse stehen mittlerweile im Fuhrpark auf dem Gelände der Feuerwehr, mindestens einer ist täglich unterwegs. Die beiden anderen sind als Ersatz gedacht, denn schließlich können die Fahrzeuge auch mal reparaturbedürftig sein. Die Route ist seit dem Start vor 15 Jahren praktisch die gleiche. Bei der Tour am Vormittag geht es an der Seniorenanlage los, nachmittags beginnt die Fahrt am Bahnhof.
Von Montag bis Samstag dreht das Fahrzeug seine Runden, nur an den Sonntagen findet kein regulärer Verkehr statt. „Es war viel Arbeit, den Fahrplan damals auszuarbeiten“, erinnert sich Reinhold Korb zurück an die Anfangszeit, die von Beginn an von der Unterstützung der Stadtverwaltung geprägt war. Der Bad Wimpfener Gemeinderat stand ebenfalls hinter den Plänen. Auch als es um den Kauf des ersten eigenen Busses ging „Wir konnten von Anfang an gute Zahlen vorweisen. Da konnte der Gemeinderat gar nicht anders, als zuzustimmen“, erzählt Korb.
Hardware kommt von der Stadt, die Software vom Verein
In der direkten Nachbarschaft sieht das bis heute anders aus: Der 2015 gegründete Bad Rappenauer Bürgerbusverein erfährt bislang keine Unterstützung von offizieller Seite. Man helfe den Kollegen, wo man nur könne, sagt Reinhold Korb, leihe Fahrzeuge aus, wenn es nötig ist: „Alle Achtung, dass sie es alleine durchziehen.“
In Bad Wimpfen hingegen sind die Rollen anders verteilt. Die Hardware – sprich die Bereitstellung der Busse – sei Sache der Stadt, erklärt Rudi Holzmann. Dafür geht das Fahrgeld in Höhe von einem Euro ebenfalls an die Kommune. „Wir stellen die Software, also die Fahrer“, fasst das langjährige Vereinsmitglied zusammen.
Weil für den Transport eine Gebühr erhoben wird, müssen die Buslenker einen Personenbeförderungsschein haben. Der sei, so Reinhold Korb, ein Qualitätssiegel. Schließlich werden dabei nicht nur die Reaktionsgeschwindigkeit, sondern auch Aspekte wie Sehstärke oder Konzentration geprüft. „Das ist eine Absicherung für unsere Fahrgäste“, sagt der Vorsitzende. Zusätzlich findet einmal pro Jahr ein Fahrsicherheitstraining statt.
Mitglieder sehen sich als Teil der „Bürgerbusfamilie“
Eine Aufwandsentschädigung erhalten die Fahrer nicht, freuen sich aber über Trinkgeld, mit dem Speis und Trank bei den monatlichen Besprechungen bezahlt werden. Außerdem finden regelmäßig Ausflüge statt, zu denen auch die Partner eingeladen sind. „Unser Verhältnis ist kollegial und teilweise auch sehr freundschaftlich“, sagt Frank Mentel. Rudi Holzmann spricht von einer „Bürgerbusfamilie. Wir kennen uns untereinander, über die Jahre sind Freundschaften entstanden“.
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