Ab Januar 2026 steigen die Gebühren für Bewohnerparkausweise von ehemals 30 auf 100 Euro. Mit Interesse hat die Stadt Lauffen die Entscheidung der Stadt Eppingen wahrgenommen, auf die digitale Variante umzustellen. „Das haben wir auch auf der Agenda“, sagt Ordnungsamtsleiter Michael Kenngott. Für die Umsetzung wäre etwa eine App eine Option. Für Bürger, die digital nicht so gut bewandert sind, wäre weiterhin ein Papierschein erhältlich. Das ist aber erstmal nur Zukunftsmusik. Zunächst müsse man abwarten, wie es in Eppingen funktioniert.
Ein Jahr der Investitionen für die Stadt Lauffen
Die Stadt Lauffen will 2026 einige Projekte anpacken: darunter die neue Rathausbrücke, das Thema Windkraft und ein mögliches Neubaugebiet.

Eine finanziell aufregende Zeit liegt hinter der Stadt Lauffen. „Wir haben ein Jahr gehabt, in dem die Haushaltskonsolidierung im Mittelpunkt stand“, erklärt Bürgermeisterin Sarina Pfründer. Im Oktober hatte der Gemeinderat mehrere Sparmaßnahmen beschlossen, um das strukturelle Defizit auszugleichen (wir berichteten). Die Rathauschefin spricht von einem „guten Prozess“, an dessen Ende das Ziel einer neuen Basis stand, „mit der wir wieder finanziell arbeiten können“.
Trotz knapper Kasse möchte die Kommune in die Zukunft investieren – und an Ideen und Bedarfen mangelt es nicht. Die Schwerpunkte legt die Stadtverwaltung auf mehrere Projekte, die zum Teil seit Jahren geplant sind und bereits früher hätten starten sollen. Darunter ist ein neuer Hort an der Hölderlin-Grundschule für die Ganztagsbetreuung. Mit den Arbeiten für den Hort hätte die Stadt gerne schon 2025 begonnen, doch das Warten auf den Förderbescheid verzögerte das Projekt.
Neubau der Rathausbrücke in Lauffen: Arbeiten sollen im März 2026 starten
Fällig ist auch der Ersatzneubau für die Rathausbrücke. Die Vorarbeiten starten voraussichtlich im März 2026, die eigentlichen Bauarbeiten sind ab September geplant. Währenddessen soll eine Behelfsbrücke gebaut werden. Neben verkehrlichen Einschränkungen ist während der Bauarbeiten auch das Trauzimmer im Rathaus nicht nutzbar. Als Alternative bietet das Standesamt den Klosterhof für Hochzeiten an. Ebenfalls buchbar ist das Hölderlinhaus. Falls die Örtlichkeiten gut ankommen, möchte die Stadt das Angebot auch nach Ende der Arbeiten anbieten.
Geplant sind auch Arbeiten im Sanierungsgebiet „Lauffen IV“ und Erschließungen im Gewerbegebiet „Burgfeld II“. Zugute kommt der Stadt Lauffen dabei das Sondervermögen des Bundes, wodurch die Kommune 7,3 Millionen Euro erhält. Mehrere Infrastrukturprojekte könnten vom Sondervermögen des Bundes profitieren, zum Beispiel die sanierungsbedürftigen Straßen- und Feldwege im Bereich Freibad und Waldkindergarten. „Die würden wir gerne angehen“, sagt die Bürgermeisterin.
Lauffen will 2026 in erneuerbare Energien investieren
Ebenfalls auf der To-Do-Liste für das kommende Jahr stehen Investitionen im Bereich der Stromerzeugung. Für vier Millionen Euro wurde im Sommer das neue Pumpwerk fertiggestellt. Nun soll eine Photovoltaik-Anlage folgen, auch für die Kläranlage. Die Stadt setzt damit künftig verstärkt auf Eigenstrom. „Lauffen wird sich im Bereich der Erneuerbaren Energien stark verändern“, kündigt Pfründer an. Ein privater Projektentwickler will im Gewann „Im Weidenbusch“ Windkraftanlagen errichten. Im Stadtwald plant die Bürgerenergie ein ähnliches Vorhaben. Für Januar ist eine Informationsveranstaltung für die Bürger vorgesehen.
Auch soll geprüft werden, ob im Freibad mehr mit Eigenstrom gearbeitet werden kann. Bereits jetzt werden die Becken mit Solarthermie beheizt, was aber besonders in den frühen Sommermonaten noch nicht für eine angenehme Temperatur ausreicht, meint Sarina Pfründer. Es gebe Überlegungen für eine Wärmepumpe oder einen Carport über dem Parkplatz, mit integrierter PV-Anlage auf dem Dach. Es sei aber unklar, ob sich das bereits nächstes Jahr realisieren lasse, andere Projekte hätten Priorität, so Pfründer.
Darunter ist auch das Lückenschlussprogramm des Breitbandausbaus. Während die Stadt vollständig angeschlossen ist, folgt 2026 die Landesstraße nach Nordheim. Davon betroffen sind unter anderem das Fitnessstudio Alte Ziegelei und ein paar Aussiedlerhöfe.
Neubaugebiet für Lauffen? Stadt will etwas auf den Weg bringen
Geprüft wird ebenfalls ein mögliches Neubaugebiet. Laut Pfründer habe auch der Regionalverband bei seinem Besuch im Herbst festgestellt, dass in den vergangenen Jahren wenig Flächenentwicklung in Lauffen stattgefunden hat. Nun sollen potenzielle Flächen für ein Wohngebiet untersucht werden. „Wir würden da gerne etwas auf den Weg bringen“, betont Pfründer. In Frage komme laut Bürgermeisterin etwa der Bereich „Obere Seugen II“. Allerdings müssen dafür erstmal Vorprüfungen absolviert und Gespräche mit den Landeigentümern geführt werden. 2026 soll zunächst das Gewerbegebiet Burgfeld weiterentwickelt werden.

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