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Bürgermeisterwahl in Jagsthausen: Tanino Bellanca – ein Hemdsärmliger für die Götzgemeinde

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Tanino Bellanca möchte seine langjährigen beruflichen Erfahrungen als Bürgermeister in Jagsthausen einbringen und sich auch für eine medizinische Versorgung einsetzen.

Nach einem Vierteljahrhundert in Ludwigsburg möchte Tanino Bellanca in Jagsthausen Bürgermeister werden.
Nach einem Vierteljahrhundert in Ludwigsburg möchte Tanino Bellanca in Jagsthausen Bürgermeister werden.  Foto: nicht angegeben

Ein Sprungbrett, sagt Tanino Bellanca, sei der Posten des Bürgermeisters für ihn nicht. „Wenn ich da bin, will ich auch bleiben“, so der 56-Jährige. Er stehe für Beständigkeit. Das zeigt auch sein beruflicher Werdegang: 25 Jahre arbeitete Bellanca bei der Stadt Ludwigsburg, war Medienbeauftragter, baute ein Filmfestival mit auf und koordinierte internationale Wirtschaftsbeziehungen. 

Tanino Bellanca möchte als Bürgermeister von Jagsthausen auch die Stimme der Jugend hören

Jetzt hat sich der gebürtige Mannheimer für die Nachfolge von Roland Halter beworben. Warum er genau der Richtige für den Job wäre? „Wo passt ein hemdsärmeliger Typ wie ich besser rein, als in die Gemeinde des Götz von Berlichingen?“ Er habe sich intensiv mit Jagsthausen beschäftigt, sagt Bellanca, denn es sei ihm wichtig, sich an seinem Arbeitsplatz auch wohlzufühlen. „Und hier passt es sehr gut für mich.“ 

Einige Menschen hat er bereits kennengelernt, in vielen Briefkästen liegt sein Flyer mittlerweile. Die Nähe zu den Bürgern sei ihm sehr wichtig. Tanino Bellanca möchte als Rathauschef zuhören und wissen, wo der Schuh drückt – nur so könne man gute Arbeit leisten. Seine Aufmerksamkeit gilt auch den jungen Jagsthäusern, für die er gerne einen Jugendrat einrichten möchte. Der wäre zwar lediglich beratend tätig, sei aber entscheidend für die Demokratiebildung. „Es ist wichtig, was sie zu sagen haben“, betont Bellanca. Für die Älteren in der Götzgemeinde setzt er auf Betreutes Wohnen. Das sei nicht nur eine Chance für Menschen, auch im höheren Alter im Ort bleiben zu können, sondern schaffe zugleich Arbeitsplätze.

Tourismus und Wirtschaft sollen nicht den Ortscharakter zerstören

Neben der Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern will Tanino Bellanca auch seine Erfahrungen in der Wirtschaft einsetzen. Unternehmen möchte er unterstützen und stärken, große Firmen seien allerdings keine Lösung für Jagsthausen. Sie würden den Charakter des Ortes zerstören. Ähnlich sieht er ein Wachstum des Tourismus. „Man darf es nicht übertreiben und muss sich immer die Frage stellen: Wie viel verträgt eine Gemeinde?“ Nachhaltig und behutsam, so stellt sich der 56-Jährige einen möglichen Ausbau in diesem Bereich vor. 

Ein weiterer Punkt auf seiner Themenliste: Die Sicherung der medizinischen Versorgung. Eine Arztpraxis gibt es im Ort nicht mehr. „Es ist schwierig“, räumt er ein. „Aber ich möchte versuchen, einen Mediziner nach Jagsthausen zu bekommen.“ Dabei kommen für ihn unterschiedliche Modelle in Betracht. Entweder ein Medizinisches Versorgungszentrum, in dem Ärzte in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt sind, oder eine Praxisgemeinschaft, bei der nicht jeden Tag ein Mediziner vor Ort ist. 

„Der Dorfladen ist die Piazza von Jagsthausen“

Ein Ort habe ihn besonders beeindruckt: der Dorfladen. Für Bellanca ist er „die Piazza von Jagsthausen“ – ein Treffpunkt, an dem man sich begegnet, ins Gespräch kommt, Informationen austauscht. Solche Orte seien für eine Gemeinde unverzichtbar, sagt er. „Da kommt Leben zusammen.“ Für ihn steht fest: Der Dorfladen müsse erhalten bleiben, weil er mehr sei als nur eine Einkaufsmöglichkeit – nämlich sozialer Mittelpunkt.

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