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Große Projekte vor der Umsetzung

Eberstadt hat in diesem Jahr viel vor

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Gleich drei große Projekte stehen in diesem Jahr auf der Agenda der Gemeinde Eberstadt. Das ist ein finanzieller Kraftakt für die kleine Kommune.

Diese leer stehende Halle im Gewerbegebiet „Steg“ gehört inzwischen der Gemeinde. Sie wird zum Feuerwehrhaus umgebaut.
Diese leer stehende Halle im Gewerbegebiet „Steg“ gehört inzwischen der Gemeinde. Sie wird zum Feuerwehrhaus umgebaut.  Foto: Archiv/Krezer

Gleich drei Großprojekte beschäftigen Eberstadt in diesem Jahr: ein neues Feuerwehrhaus, die Erweiterung der Grundschule und der Mensa-Anbau an die Eberfirsthalle. All das kostet viel Geld, weshalb die Kommune in Zeiten knapper Kassen froh über jeden Cent Zuschuss ist.

Noch ist das künftige Eberstädter Feuerwehrhaus im Gewerbegebiet „Steg“ nur eine leer stehende Gewerbehalle. Aber im Idealfall „Richtung Jahresende, womöglich Anfang 2027“ könnte laut Bürgermeister Patrick Dillig mit dem Umbau begonnen werden. Die zurückliegenden Monate haben nach Angaben des Rathauschefs „sehr viel Arbeit und Mühe gekostet“. Egal, ob Ausrückezeiten oder Raumaufteilung: Es muss viel überlegt und abgestimmt werden, zumal das neue Domizil künftig auch die Heimstatt für die Kameraden samt ihrem Equipment aus Hölzern ist. Die beiden Abteilungen – Eberstadt hat rund 50 Aktive, Hölzern knapp 20 – fusionieren, wenn der Umbau abgeschlossen, erläutert Patrick Dillig. Man sei „im guten Miteinander“.

Neues Feuerwehrhaus in Eberstadt: Vorhaben wird nun konkretisiert

Die 1080 Quadratmeter große Halle ist inzwischen laut Dillig für rund 1,7 Millionen Euro im Besitz der Gemeinde. Voraussichtlich weitere zwei bis zweieinhalb Millionen Euro wird der Umbau kosten. Dillig: „Wo wir am Ende genau landen, kann man derzeit noch nicht sagen. Wir müssen jetzt das Vorhaben konkretisieren.“ Die ersten Planungssitzungen haben bereits stattgefunden, erläutert der Bürgermeister. Noch ist nicht klar, ob und in welcher Höhe der Umbau gefördert wird. Dillig hofft auf eine möglichst große Finanzspritze aus dem Ausgleichstock in Stuttgart.

Schon gesichert ist dagegen der Zuschuss für den Anbau an die Grundschule und den Mensa-Anbau an die nahe gelegene Eberfirsthalle: Patrick Dillig freut sich über 2,7 Millionen Euro aus dem Schulbauförderprogramm, so dass die Gemeinde „nur“ noch rund eine Million Euro finanzieren muss. Beides ist notwendig, weil Eltern ab dem kommenden Schuljahr einen Anspruch auf die Ganztagsbetreuung ihrer Sprösslinge haben. Mit den Erstklässlern geht es im September los.

Mensa-Anbau in Eberstadt: Davon profitieren auch Vereine

Künftig reicht der Kindergarten Schmalbach nicht mehr aus, um Grundschüler bei Bedarf essenstechnisch mitzuversorgen, weshalb die Halle um eine Cateringküche und einen Essbereich erweitert wird – ein Anbau, der auch Vereinen zugute kommt. Sie haben aktuell keine richtige Bewirtungsmöglichkeit, da der frühere Bürgermeister Stephan Franczak und der Gemeinderat vor ein paar Jahren beim Neubau der Halle aus Kostengründen auf eine Küche verzichteten.

Mit dem Schulanbau werden Betreuungsräume geschaffen. Bis er steht, bleiben die Container bestehen, die vor einigen Monaten aufgestellt wurden, weil es schon damals in der Kernzeitbetreuung in der ehemaligen Hausmeisterwohnung arg eng war. Spatenstich soll noch im ersten Halbjahr 2026 sein, skizziert Dillig den weiteren Zeitplan. Bis das Gesamtprojekt abgeschlossen sei, dauere es voraussichtlich zwei Jahre.

Was steht 2026 sonst noch an? In Sachen Hochwasserschutz seien kleinere Maßnahmen anvisiert. Außerdem wird der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen geplant, eventuell wird mit der Umsetzung auch noch in diesem Jahr begonnen.

Endlich: Nahwärmezentrale in Eberstadt soll in Betrieb gehen

Vermutlich im April soll es endlich so weit sein: Die Nahwärmezentrale im Neubaugebiet „Kirchhofäcker/Krautgärten“ soll in Betrieb gehen – auch sie noch ein Projekt aus der Zeit von Dilligs Vorgänger. Das Hotmobil, das die Haushalte mit Nahwärmeanschluss überbrückungsweise versorgte, hat dann ausgedient. Die Nahwärmezentrale soll noch aufgehübscht werden, verspricht Patrick Dillig. Gebaut wird sie von den Eberstadtwerken, der gemeinsamen GmbH von Gemeinde und Zeag. Ein weiteres mögliches Projekt der Eberstadtwerke ist der Bau zweier Windräder auf dem Bergfeld bei Hölzern, das als Vorrangfläche ausgewiesen ist. „Die Zeag hat den Bauantrag für zwei Windräder eingereicht. Das Landratsamt prüft derzeit“, teilt Bürgermeister Dillig auf Stimme-Nachfrage mit. Vor Ende 2027 sei wohl nicht mit einem Baustart zu rechnen, prognostiziert er. Die ebenfalls auf dem Bergfeld angedachten Solarmodule sieht der Rathauschef aktuell wegen der „schwierigen Gesetzeslage, ob sich beides verträgt“ in noch weiterer Ferne.

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