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Trockenheit

Dürre im Raum Heilbronn: Fehlender Regen macht Landwirten zu schaffen

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Der April ist trockener als sonst, der Regen bleibt aus. Die Vorwarnstufe beim Dürremonitor ist in der Region Heilbronn bereits eingetroffen. So ergeht es Gemüsebauern und Winzern.


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Der Boden wird immer trockener. Vor allem im Osten in Deutschland gilt bereits eine Dürrewarnung. Aber auch in Baden-Württemberg und der Region Heilbronn lässt der Regen auf sich warten und die Felder trocknen aus. 

Dürremonitor zeigt Zustand der Bodenfeuchte an: Region Heilbronn ungewöhnlich trocken

Laut Dürremonitor des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung ist es in großen Teilen Deutschlands mindestens ungewöhnlich trocken, so auch in Heilbronn und Hohenlohe. Vor allem im Gesamtboden bis rund 1,8 Metern Tiefe fehlt das Wasser. Auch im für die Landwirtschaft entscheidenden Oberboden, der bis 25 Zentimeter unter die Erde reicht, ist die Vorwarnstufe und auch schon moderate bis hin zu außergewöhnliche Dürre erreicht. 

Die Werte entstehen, indem der Mittelwert der Bodenfeuchte aus den vergangenen 14 Tagen errechnet wird. Diesen Wert vergleichen die Wissenschaftler daraufhin mit dem Normalzustand. Berechnet wird dieser wiederum aus dem Mittelwert der Jahre 1973 bis 2023. Das bedeutet, der Zustand jetzt wird verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre zuvor. Daraus ergibt sich, dass es zurzeit trockener ist als normalerweise. Auch im Jahr 2025 war das der Fall.

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Gemüsebauern mit Problemen in der Region: Wasser fehlt

Tim Taub vom Gemüse Beratungsdienst Heilbronn kennt als Berater die Probleme, die Gemüsebauern bereits jetzt mit der Trockenheit haben. „Es fängt seit dieser Woche an, dass Wasser fehlt“, sagt er. Vor allem die gepflanzten Gurken, von denen es in der Region einige gibt, bräuchten dringend Flüssigkeit. Aber auch Kohl und Salat, die demnächst in die Hauptpflanzzeit kommen, müssten intensiv bewässert werden. 

Es brauche Regen. Seit dem 15. April wird auf den nächsten Schauer gewartet. Mittlerweile müsse es länger anhaltender Regen sein. „Alles unter fünf Millimeter pro Quadratmeter kommt nicht an der Wurzel an.“ Dass bereits im April das Wasser fehlt, ist nicht üblich. Eigentlich träten solche Verhältnisse erst in den Sommermonaten ein. Den schlechten Zustand des Aprils erklärt Taub auch damit, dass der Winter eher trocken war. „Wir hatten nur 150 Milliliter Niederschlag“, sagt er. Der März hat sich dafür aber von seiner besseren Seite gezeigt. „Dort hat es gepasst mit dem Niederschlag.“ Reserven für den April konnten sich trotzdem nicht bilden.

Die Felder sind in Deutschland schon trocken.
Die Felder sind in Deutschland schon trocken.  Foto: Boris Roessler

Da sich das Klima aber bereits seit einigen Jahren verändert, haben einige Gemüsebauern Vorkehrungen getroffen: „Die rote Beete wird tiefer in den Boden gesät“, erklärt Taub. Im Vorfeld wurde der Boden wasserschonend bearbeitet, indem beispielsweise eine Zwischenfrucht gepflanzt wurde. Gepflügte Acker wurden direkt eingeebnet. „Man versucht, was man kann.“

Weinbau noch mit wenig Auswirkungen von Dürre: Anpassungen schon seit Jahren

Im Weinbau bereitet man sich ebenfalls auf die Trockenheit vor. Holger Schaible, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaftskellerei Heilbronn, erklärt, dass die Winzer nach dem ersten großen Dürrejahr 2003 Anpassungen vorgenommen hätten. An heißen Standorten mit nicht so tiefgründigem Boden werde teilweise Tröpfchenbewässerung installiert. Internationale Sorten hätten bessere Bedingungen.

„Grundsätzlich können wir nicht mit bestimmten Wetterbedingungen planen, sondern müssen uns jedes Jahr sehr flexibel an neue Gegebenheiten anpassen“, sagt Schaible. Zwar könnten die Reben länger ohne Niederschlag auskommen, da die Wurzeln viel tiefer sitzen, ganz ohne gehe es aber auch hier nicht. Fehle vor allem im Sommer der Regen, müsse bewässert werden.

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