Warum kirchliches Fasten in Heilbronn mehr ist als Dry January und Veganuary
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Kein Alkohol, Verzicht auf tierische Produkte, faires Einkaufen: Manche Kampagnen im Internet klingen sehr nach den Geboten der kirchlichen Bußzeit vor Ostern und erreichen dabei wesentlich mehr Menschen, die mitmachen. Warum die katholische und evangelische Kirche auch in Heilbronn dennoch an der Tradition festhalten.
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Unter dem Motto „40 Tage – 40 Worte – 4 Minuten“ startet die katholische Kirche in Heilbronn in die beginnende Fastenzeit. „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“ heißt das Motto der evangelischen Kirche zu dieser Bußzeit vor Ostern. Die 40 Tage von Aschermittwoch bis einschließlich 4. April – ausgenommen sind die Sonntage – sollen mit Besinnung und auch Verzicht gefüllt werden.
Dabei kommen Millionen von Menschen gerade aus einem Januar ohne Alkohol oder tierische Produkte und befinden sich in einem Februar, in dem nur Produkte aus fairem Handel gekauft werden sollen. Internetkampagnen wie der „Dry January“, der „Veganuary“ und der „Fairbruary“ sind die moderne Version des biblischen 40-tägigen Fastens Jesu in der Wüste und sollen dazu anregen, Gewohnheiten zu hinterfragen. Braucht es das kirchliche Fasten da überhaupt noch?
Solidarität und Mitgefühl stehen in der Fastenzeit auch in Heilbronn im Zentrum
In der ursprünglichen Bedeutung ist das Ziel des Fastens „ein tieferes Verständnis des Lebens“, erklärt Pfarrer Roland Rossnagel von der katholischen Gesamtkirchengemeinde Heilbronn. Natürlich könne man auf Alkohol verzichten oder weniger essen. „Es geht aber nicht um Selbst-Optimierung, etwa schlanker oder schöner zu werden“, sagt Rossnagel. Vielmehr solle man die „Liebe Gottes“ bei sich selbst und für andere spürbar werden lassen.
Die Worte „Ich glaube“ in verschiedenen Sprachen auf einer Weltkugel: Diese Installation begleitet im Deutschordensmünster durch die Fastenzeit. Das Fastentuch ist eine Kooperation der Stadtkirche und St. Peter und Paul.
Foto: Lina Bihr
Solidarität und Mitgefühl stehen bei der Fastenzeit im Zentrum. Die katholische Kirche ruft zum Beispiel nicht dazu auf, „überhaupt nichts essen“, sagt Rossnagel, sondern sich an besonderen Fasttagen wie dem Karfreitag „zugunsten von leidenden Menschen mit nur einer Mahlzeit am Tag zu begnügen“. In Heilbronn gibt es bis Ostern jeden Sonntag eine Speisung für Obdachlose, die mit den Kollekten aus den Kirchengemeinden finanziert wird. Außerdem sammeln Hilfsaktionen wie „Misereor“ und „Brot für die Welt“ Spenden für Menschen, die Unterstützung brauchen.
Die Fastenzeit hat die Lebenschancen von allen im Blick
In der Tradition der evangelischen Kirche spielt die Fastenzeit nicht dieselbe Rolle wie in der katholischen Kirche. „Aber der Grundgedanke, dass man das weglässt, was dem Leben schadet, und sich auf das besinnt, was dem gemeinsamen Leben gut tut, hat auch im evangelischen Lebensweg seinen Platz“, sagt der Heilbronner Dekan Christoph Baisch.
Aktionen zur Fastenzeit in Heilbronn
Die Katholiken in Heilbronn beginnen die Fastenzeit mit der Spende des Aschekreuzes am Aschermittwoch, zum Beispiel um 19 Uhr in St. Augustinus Heilbronn. Das ökumenische Glaubensbekenntnis, das vor 1700 Jahren auf dem Konzil von Nizäa formuliert worden ist, steht im Zentrum der Reihe „Ich glaube“ im Deutschordensmünster Heilbronn. Weihbischof Thomas Maria Renz, Erzpriester Martinos Petzold, Prälat Ralf Albrecht und Pfarrer Roland Rossnagel predigen von 1. bis 25. März jeweils sonntagabends um 19 Uhr zu den verschiedenen Ausprägungen.
Deshalb habe das kirchliche Fasten trotz Internet-Bewegungen weiterhin Bedeutung. „Im Moment ist auch die Fastenzeit mit Wellness-Elementen angereichert“, sagt Baisch, „aber das ist eine verengte Blickrichtung, weil das Fasten immer die Lebenschancen von allen im Blick hat.“
Christoph Baisch blättert in der Bibel und bleibt im Buch Jesaja, Kapitel 58, stehen. Hier findet sich eine der biblischen Wurzeln des Fastens. Dessen Bedeutung liegt darin, „die Versklavten freizulassen“ oder „die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen“. Baisch sagt: „Das Fasten beinhaltet immer auch ein gutes Zusammenleben und den Blick auf den Nächsten.“
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