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Deutschlandticket: Mitarbeiter der Stadt Heilbronn müssen mehr bezahlen

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Städtische Beschäftigte in Heilbronn bezahlen derzeit fünf Euro für das Deutschlandticket. Die restlichen 53 Euro schießt die Stadt aus Steuermitteln zu. Der Gemeinderat hat jetzt entschieden, wie die Stadt mit der Preissteigerung ab 2026 umgehen wird. 

Städtische Beschäftigte müssen ab dem kommenden Jahr für das Deutschlandticket tiefer in die Tasche greifen. Deren Beitrag bleibt aber vergleichsweise gering.
Städtische Beschäftigte müssen ab dem kommenden Jahr für das Deutschlandticket tiefer in die Tasche greifen. Deren Beitrag bleibt aber vergleichsweise gering.  Foto: Berger\, Mario

Leicht hat es sich der Gemeinderat der Stadt Heilbronn in seiner Sitzung am Donnerstag nicht gemacht. Am Ende fiel das Votum der Bürgervertreter aber doch klar aus. Wenn ab 1. Januar 2026 der Fahrpreis für das Deutschlandticket von 58 auf 63 Euro steigt, übernimmt die Stadt lediglich 25 Cent der Preiserhöhung. Die restlichen 4,75 Euro müssen die Beschäftigten selbst tragen.

Der bisher bezahlte Zuschuss von 53 Euro steigt damit auf 53,25 Euro pro Mitarbeiter. Damit bezahlen die Beschäftigten statt wie bisher fünf Euro ab dem neuen Jahr 9,75 Euro und damit beinahe das Doppelte aus eigener Tasche.

Bei Azubis und Studenten macht die Stadtverwaltung Heilbronn eine Ausnahme

Eine Ausnahme macht die Verwaltung der Stadt Heilbronn bei allen städtischen Auszubildenden, Studenten und Freiwilligendienstleistenden. Für sie soll das sogenannte Jobticket weiterhin kostenlos bleiben. Der Zuschuss wird entsprechend der Preissteigerung angehoben.

„Unsere Mitarbeiter haben jede Anerkennung verdient“, sagte CDU-Stadträtin Verena Schmidt. Dennoch dürfe nicht vergessen werden, dass die Zuschüsse zum Deutschlandticket aus Steuermitteln finanziert wird. Mit Blick auf den Fachkräftemangel und die dadurch entstehende Konkurrenz zur freien Wirtschaft sagte Schmidt: „Wenn wir in einem fairen Wettbewerb bleiben wollen, ist es in Ordnung, dass wir den Zuschuss nicht erhöhen.“

SPD-Fraktion: Preissteigerung für Beschäftigte ist zumutbar

„Wir stimmen nicht gerne zu“, sagte Rainer Hinderer (SPD). Der Personalrat habe im Vorfeld der Gemeinderatssitzung umfassend argumentiert, warum die Sozialdemokraten nicht zustimmen sollen. Eine Beteiligung am nach wie vor günstigen und flexiblen Deutschlandticket von unter zehn Euro „muten wir unseren Beschäftigten aber zu“, sagt Hinderer.

Die Stadt Heilbronn sei „ein sehr attraktiver Arbeitgeber“, sagte Nico Weinmann (FDP). Angesichts der Gesamtsituation des Haushaltes sei die Entscheidung, die Preissteigerung an die Beschäftigten weiterzugeben nachvollziehbar. Künftige Erhöhungen müsse die Stadt aber zumindest wieder anteilig mittragen, erklärt Weinmann.

Freie Wähler stimmen gegen die Verdopplung des Mitarbeiteranteils

Einzig die Freien Wähler stimmten dagegen. „Wir wollen doch alle, dass unsere Mitarbeiter in den ÖPNV umsteigen“, sagte Herbert Burkhardt. Die Freien Wähler wollten deshalb den städtischen Mitarbeitern eine Verdopplung des Preises nicht zumuten.

Finanzbürgermeister Martin Diepgen wollte die Kritik nicht stehen lassen. Denn zum 1. Januar 2025 ist der Fahrpreis für das Deutschlandticket von 49 auf 58 Euro angehoben worden. „Diese erste Erhöhung wurde komplett an uns übertragen“, sagte Diepgen. Der Anteil der Mitarbeiter sei damals nicht gestiegen, sondern bei fünf Euro geblieben.

Die Stadt Heilbronn hat gut 3.500 Beschäftigte. Derzeit beziehen davon laut Stadtverwaltung 1915 Beschäftigte das Deutschlandticket-Job. Das ist ein Anteil von knapp 55 Prozent.

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