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Den Personalmangel in öffentlichen Verwaltungen bekommt der Bürger zu spüren

  
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In Kommunen fehlt Personal. Die Ruhestandswelle wird die Situation noch verschärfen. Deshalb muss der öffentliche Dienst attraktiver werden, meint unsere Autorin.


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Nicht nur die Industrie und das Handwerk klagen über Fachkräftemangel. Auch die Kommunen sind längst davon betroffen. Teils dramatisch ist die Situation bei den Erzieherinnen. Da müssen Öffnungszeiten gekürzt, Gruppen geschlossen oder ganze Einrichtungen vorübergehend stillgelegt werden. Das trifft vor allem die berufstätigen Eltern, wenn die Betreuung nicht mehr zuverlässig ist oder gar wegbricht. Ein unhaltbarer Zustand. 

Der Städte- und Gemeindebund hat längst Alarm geschlagen, spricht von einem schleichenden Blackout in den öffentlichen Verwaltungen. Rund 230.000 Kräfte fehlten bis ins Jahr 2030. 

Personalmangel in öffentlichen Verwaltungen: Lage wird sich verschärfen

Auch in den Rathäusern bleiben Büros länger verwaist als beabsichtigt. Nur tröpfchenweise trudeln Bewerbungen ein, teils mit ernüchterndem Ergebnis, weil die Qualifikation nicht stimmt. Da sehen sich Beschäftigte, die in den Ruhestand gehen wollen, aus Pflichtbewusstsein veranlasst, zu verlängern. Die Lage wird sich verschärfen, scheiden doch die Baby-Boomer, für die Work-Life-Balance noch ein Fremdwort ist, nach und nach aus dem Berufsleben aus. 

3500 Mitarbeiter hat die Stadt Heilbronn. Derzeit sind 42 Stellen ausgeschrieben. Es fehlen unter anderem Experten im technischen Bereich, IT- und Verwaltungsfachkräfte.
3500 Mitarbeiter hat die Stadt Heilbronn. Derzeit sind 42 Stellen ausgeschrieben. Es fehlen unter anderem Experten im technischen Bereich, IT- und Verwaltungsfachkräfte.  Foto: Kunz, Christiana

Wenn die Misere nicht beseitigt wird, bekommt das der Bürger zu spüren, dessen Anliegen und Anträge aus Personalmangel länger liegen bleiben. Standards können nicht gehalten werden.

Vorteil der öffentlichen Verwaltung: ein sicherer Arbeitsplatz

Wenn es mit der Wirtschaft weiter bergab geht, können die öffentlichen Verwaltungen eventuell von Quereinsteigern profitieren. Nichtdestotrotz: Die öffentliche Verwaltung muss attraktiver werden. Noch mehr flexible Arbeitszeitmodelle sind gefragt, und die Digitalisierung muss vorangetrieben werden. Denn ein Vorteil hat dieser Arbeitsplatz: Er ist sicher. 

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