Den Personalmangel in öffentlichen Verwaltungen bekommt der Bürger zu spüren
In Kommunen fehlt Personal. Die Ruhestandswelle wird die Situation noch verschärfen. Deshalb muss der öffentliche Dienst attraktiver werden, meint unsere Autorin.
Nicht nur die Industrie und das Handwerk klagen über Fachkräftemangel. Auch die Kommunen sind längst davon betroffen. Teils dramatisch ist die Situation bei den Erzieherinnen. Da müssen Öffnungszeiten gekürzt, Gruppen geschlossen oder ganze Einrichtungen vorübergehend stillgelegt werden. Das trifft vor allem die berufstätigen Eltern, wenn die Betreuung nicht mehr zuverlässig ist oder gar wegbricht. Ein unhaltbarer Zustand.
Der Städte- und Gemeindebund hat längst Alarm geschlagen, spricht von einem schleichenden Blackout in den öffentlichen Verwaltungen. Rund 230.000 Kräfte fehlten bis ins Jahr 2030.
Personalmangel in öffentlichen Verwaltungen: Lage wird sich verschärfen
Auch in den Rathäusern bleiben Büros länger verwaist als beabsichtigt. Nur tröpfchenweise trudeln Bewerbungen ein, teils mit ernüchterndem Ergebnis, weil die Qualifikation nicht stimmt. Da sehen sich Beschäftigte, die in den Ruhestand gehen wollen, aus Pflichtbewusstsein veranlasst, zu verlängern. Die Lage wird sich verschärfen, scheiden doch die Baby-Boomer, für die Work-Life-Balance noch ein Fremdwort ist, nach und nach aus dem Berufsleben aus.

Wenn die Misere nicht beseitigt wird, bekommt das der Bürger zu spüren, dessen Anliegen und Anträge aus Personalmangel länger liegen bleiben. Standards können nicht gehalten werden.
Vorteil der öffentlichen Verwaltung: ein sicherer Arbeitsplatz
Wenn es mit der Wirtschaft weiter bergab geht, können die öffentlichen Verwaltungen eventuell von Quereinsteigern profitieren. Nichtdestotrotz: Die öffentliche Verwaltung muss attraktiver werden. Noch mehr flexible Arbeitszeitmodelle sind gefragt, und die Digitalisierung muss vorangetrieben werden. Denn ein Vorteil hat dieser Arbeitsplatz: Er ist sicher.
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Stimme.de
Kommentare
am 30.08.2025 18:50 Uhr
Der Bürger hat da eine etwas andere Wahrnehmung als die Autorin. Vorneweg - in den öffentlichen Verwaltungen arbeiten jede Menge gute, motivierte und engagierte Leute. Und es gibt die Anderen die für viel Frust unter den Kolleginnen und Kollegen sorgen - mehr als in der freien Wirtschaft.
Es gibt tatsächlich Bereiche in denen die Mitarbeiter vor Arbeit und Stress ersaufen und es gibt Amtsstuben wo man sich einen lauen Lenz macht.
Was wir brauchen ist eine Verwaltungsreform die diesen Namen auch verdient. Mitarbeiter die an einem Strang ziehen. Seit über 30 Jahren wird digitalisiert. Mit dem Erfolg, dass sich die Verwaltungen noch weiter aufblähen und immer noch mit Formularen gearbeitet wird. Die Verwaltungen sind zum größten Teil damit beschäftigt sich selbst zu verwalten. Und man ist völlig überfordert die Bedürfnisse von Leuten zu befriedigen die noch niemals auch nur einen Euro an Steuergeld bezahlt haben. Auch dies gehört zur Wahrheit dazu. Soziale Wohltaten über Wohltaten schüttet der Staat im europäischen Vergleich über die Bedürftigen aus. Soviel, dass diejenigen die könnten nicht mehr müssen und immer mehr davon ins Land strömen. Zum Leidwesen derer die tatsächlich nicht mehr können.
Und es muss Schluß sein mit diesem unsäglichen Home Office. Die öffentliche Hand gehört in die Amtsstuben, dort wo der Bürger hingehen kann um etwas zu erledigen. Und dies nicht zu flexiblen Zeiten sondern zu klar geregelten Arbeitszeiten. Der Bürger hat das Gefühl zum Bittsteller degradiert worden zu sein. Eine Amt betritt man am besten in demutsvoller gebeugter Haltung, da einem sonst sein Wunsch gnadenlos vermiest wird.
Steuert die Politik nicht baldigst dagegen geht der Wähler nach rechts und nach links und die Mitte ist verloren.
Jürgen Mosthaf