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Schüler wählen ihre Sprecher

Demokratie im Klassenzimmer

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Kinde rund Jugendliche in der Region wählen ihre Schülersprecher. Die Schulen gehen dabei unterschiedlich vor: Es gibt kreativen Wahlkampfvideos sowie ein neues, grunddemokratisches Wahlsystem. Wie unterschiedlich beeinflusst diese Vielfalt die politische Bildung der Schüler?

Von Amelie  Essig 
In vielen Klassenzimmern wird ein Wahllokal für die Schülersprecherwahlen eingerichtet, um den Schülern demokratische Prozesse näherzubringen.
In vielen Klassenzimmern wird ein Wahllokal für die Schülersprecherwahlen eingerichtet, um den Schülern demokratische Prozesse näherzubringen.  Foto: JuanCi Studio/stock.adobe.com

An weiterführenden Schulen in der Region werden wieder die Schülersprecher gewählt, die Bildungsstätten gehen dabei unterschiedlich vor - beim Wahlkampf, der Organisation und Durchführung der Wahlen. So werden zum Beispiel an der Luise-Bronner-Realschule die Schülersprecher nicht von der gesamten Schülerschaft, sondern ausschließlich vom Schülerrat gewählt. Dieser setzt sich aus den Klassensprechern und den Stellvertretern zusammen, das Gremium tagt mehrmals im Jahr. Unterstützt wird die Schüler-Mitverantwortung (SMV) von den Vertrauenslehrern. An der Luise-Bronner-Schule übernimmt diese Rolle Melina Ringhof. „Die Kandidaten präsentieren sich dem Schülerrat mit einer Rede, in der sie sich und ihre Ziele vorstellen. Anschließend beraten die Klassensprecher in ihren Klassen und holen sich dort Feedback ein.“ In diesem Jahr stehen fünf Kandidaten zur Wahl, aber am Ende wird nur einer Schülersprecher sein.

Am Mönchsee-Gymnasium verlief die Wahl hingegen anders: Hier wurden vor zwei Wochen gleich drei Schülersprecher gewählt. Da dieses Jahr jedoch nur drei Kandidaten antraten, handelte es sich eher um eine Bestätigungswahl. Die Kandidaten stellten sich mit Steckbriefen und Videos vor, die entweder in den Weinbergen oder im eigenen Kinderzimmer gedreht wurden.

Demokratie zum ersten Mal erleben bei der Schülersprecherwahl 

Die Heinrich-von-Kleist-Realschule hat sich dieses Jahr für ein neues Wahlsystem entschieden, das Schulleiterin Melanie Haußmann und Vertrauenslehrer Jakob Werner als „grunddemokratisch“ beschreiben. Das neue Konzept entstand im Rahmen des 75-jährigen Demokratiejubiläums und der Tatsache, dass viele Schüler bisher wenig direkte Erfahrungen mit demokratischen Prozessen gemacht haben. Anders als in den vergangenen Jahren sollen diesmal alle 825 Schüler die Gelegenheit bekommen, den Wahlprozess mitzuerleben. Um das zu ermöglichen, wurde ein Raum in der Schule zum Wahllokal umfunktioniert, komplett mit Wahlkabinen, um die Geheimhaltung der Wahl zu gewährleisten. Zwischen dem 17. und dem 23. Oktober wählen die Schüler klassenweise in festgelegten Zeitfenstern. Zur Wahl stehen sechs Kandidaten, die sich zuvor in kurzen Filmen vorgestellt haben. „Die Filme werden nicht in den sozialen Medien veröffentlicht. Die Schule soll ein geschützter Raum der Demokratie sein“, betont Melanie Haußmann.

Schülersprecherkandidaten zeigen hohes Engagement im Wahlkampf

Besonders engagiert sind Schüler des Robert-Mayer-Gymnasiums. Hier dürfen alle Schüler zwischen dem 21. und 23. Oktober ihre Stimme abgeben. Die Kandidaten treten entweder einzeln oder im Zweierteam an, wobei im Fall eines Teams beide die Aufgaben gemeinsam übernehmen. Insgesamt stehen zehn Personen zur Wahl. Am 24. Oktober werden die drei Kandidaten oder Teams mit den meisten Stimmen bekannt gegeben, die dann das Schülersprecherteam bilden. Vertrauenslehrerin Eva Wiehe ist begeistert vom Engagement der Schüler: „Die Jugendlichen legen sich dieses Jahr richtig ins Zeug.“ Im ganzen Schulhaus hängen bunte Wahlplakate mit Slogans wie „Make RMG great again“ oder „Wir renovieren die Schule“. Auch dieser Wahlkampf ist größtenteils digital. In einem besonders mutigen Wahlkampfvideo sprangen zwei Schüler von einer Brücke in den Neckar. „Natürlich wurden die beiden dazu nicht ermutigt“, fügt Eva Wiehe hinzu. Eine andere Kandidatin drehte ihr Video in einem Astronautenkostüm am Stuttgarter Flughafen: „Ich habe im Weltraum darüber nachgedacht, was ich letztes Jahr bei meiner Kandidatur falsch gemacht habe“, erzählt die Elftklässlerin über ihre Idee.

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