Das Wolfsurteil ist pragmatisch

  
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Viel zu lange ging es hin und her: Dürfen „Problemwölfe“ geschossen werden oder nicht? Ein Urteil hat nun Klarheit geschaffen: Gut, dass es nun möglich ist, einzelne Wölfe zu erlegen, die Probleme bereiten, findet unser Autor.

Von Jörg Kühl
Wölfe nutzen der Gesundheit der Wildbestände. In dicht besiedelten Kulturlandschaften braucht es aber eine Möglichkeit, einzelne Tiere abzuschießen.
Wölfe nutzen der Gesundheit der Wildbestände. In dicht besiedelten Kulturlandschaften braucht es aber eine Möglichkeit, einzelne Tiere abzuschießen.  Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim, wonach einzelne Wölfe, die Probleme bereiten, getötet werden dürfen, atmet den Hauch des Ausgleichs.Darin spiegelt sich keinesfalls der Wille, eine vermeintlich unliebsame Spezies erneut aus der Kulturlandschaft zu verbannen, auch wenn man in vertraulichen Gesprächen mit Bauern und Jägern gelegentlich anderes hört.

Jäger und Bauern sind längst auch Naturschützer

Die örtlich gebundenen Jäger verstehen sich längst als Naturschützer in grüner Kluft und haben die Artenvielfalt stets mit im Fokus. Auch die Bauern sind vielfach Partner im Naturschutz.

Das Urteil atmet auch nicht den Geist einer ideologischen Fixierung auf den Artenschutz. Vielmehr scheint es Ausdruck eines neuen Pragmatismus zu sein, den Ausgleich zwischen Naturschutz und Landwirtschaft zu suchen.

Niemand mag wolfssichere Zäune allerorten sehen

Der Nutzen des Wolfs für die Gesundheit des Wildes in der Natur ist unbestritten, denn der Theorie nach erlegt die Spezies bevorzugt kranke und gehandicapte Tiere. Nur sieht sich der Wolf in dicht besiedelten Kulturlandschaften nicht genötigt, der anstrengenden Jagd nachzugehen, weil es ja Weidetiere gibt, die leichter zu erbeuten sind. Niemand mag überall wolfssichere Zäune in der Landschaft sehen. Deshalb ist es gut, nun eine Möglichkeit zu haben, besonders problematische Einzeltiere abzuschießen.

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