Das Rathausprojekt ist auf der Zielgeraden
Im alten Rathaus und im neuen Anbau geht es rund. Überall sind Handwerker zugange, um das Bauprojekt zu vollenden, das das Herzstück der „Neuen Ortsmitte“ von Ellhofen ist. Die Kosten sind mittlerweile bei fast sieben Millionen Euro angelangt.

Es ist ein bisschen wie im Bienenstock: Hier wird gehämmert und verputzt, dort wird geschraubt und gestapelt, auf jeder Etage wird geschafft. Krystof Szewczyk von der Gemmrigheimer Firma Scholl zum Beispiel spachtelt im Erdgeschoss die Flächen rund um ein Fenster. Holzbauer, Trockenbauer, Maler, Elektriker, Installateure: Rund 20 Handwerker gehen zurzeit täglich ein und aus.
Ellhofener Rathaus wurde 1859 erbaut
Krystof Szewczyk steht auf einer Leiter im Rathaus, das innen fast gar nichts mehr mit dem Gebäude gemeinsam hat, das es war, bevor die Gemeindeverwaltung in die Container gleich nebenan zog und Baufirmen das Ruder übernahmen. Das Rathaus von Ellhofen – 1859 als Schulhaus erbaut – wurde komplett entkernt. Inzwischen ist die neue Raumaufteilung gut zu erkennen, denn die neuen Systemtrennwände – es sind Holzwerkstoffplatten – sind überall montiert.

Hier Eimer, dort Dämmwolle und Kabel, dazu der blanke Estrich: Es sieht immer noch sehr nach Baustelle aus – der Laie kann sich nicht so recht vorstellen, dass Alt- und Anbau tatsächlich Anfang Mai fertig sein sollen und der Bezug Mitte/Ende Mai vonstatten gehen soll. Doch Architekt Dieter Guttenberger war neulich im Ellhofener Gemeinderat bester Dinge und meinte sogar, dass „wir Ende April im Großen und Ganzen fertig sind. Wir sind auf der Zielgeraden.“ Ein Tag der offenen Tür ist am Sonntag, 14. Juni, geplant.
Rathausumbau in Ellhofen: Demnächst werden die Böden verlegt
Demnächst sollen die Böden verlegt werden. Fast überall ist strapazierfähiger Industrieparkett vorgesehen. Längst eingesetzt sind die dreifach verglasten Holz-Alu-Fenster. Je nach Größe wiegen sie zwischen 35 und 100 Kilo, weiß Bürgermeister Felix Pontow.
Er und Bauamtsleiterin Lena Stürzl stehen im Sitzungs- und Festsaal, dem Herzstück des Anbaus, der durch ein verglastes Zwischenstück an den Altbau angedockt ist. Der Saal ist bis zum First offen und zurzeit innen komplett eingerüstet – „für die Deckenverkleidung“, wie Pontow erläutert. Zwei Mitarbeiter der Firma Scholl Holzbau aus Weinsberg hieven gerade die künftige Decke aus Weißtanne plattenweise vom Lkw und schichten sie im Saal. Pontow: „Das Holz muss sich eine Woche lang akklimatisieren, dann wird es montiert.“

Ein Stockwerk tiefer hantieren Felix Baumann und Jelto Haberl von der Firma Windmüller aus Schwäbisch Hall an einem Gewirr aus Rohren und Leitungen im Technikraum. „Wir montieren gerade die Zuleitung der Fernwärme.“ Im Keller sind neben der Technik die Rathaus-Registratur und Toiletten untergebracht.

Von 6,65 Millionen auf aktuell 6,95 Millionen Euro sind die Kosten für Rathaussanierung und Anbau geklettert. Nochmal 300.000 Euro mehr, nachdem es schon vorher Kostensteigerungen gegeben hatte. Angesichts dieser Summe sind die beiden Ergänzungsgebäude, die ebenfalls im Entwurf der „Neuen Ortsmitte“ vorgesehen sind, erst einmal in weitere Ferne gerückt, sagt der Ellhofener Bürgermeister. Zumal auch der komplette Außenbereich zwischen Kirche, Rathaus, Schule und Gemeindehalle zum Großprojekt gehört und gerichtet wird.
Vor allem aber werden die beiden Häuser geschoben, weil mit der Sanierung der Gemeindehalle Dringenderes ansteht. Dafür werden – wie kürzlich berichtet – weitere 4,2 Millionen Euro gebraucht.
Rathausumbau in Ellhofen: Zuschüsse aus dem Landessanierungsprogramm
Zwar fließen für Rathaus und Außenanlagen Zuschüsse aus dem Landessanierungprogramm. Aber die exakte Höhe steht laut Pontow noch nicht fest, weil es auch darauf ankommt, was alles als förderfähig eingestuft wird. Grob gesagt, werden bei der Sanierung 80 Prozent gefördert, so Pontow, beim Anbau sind es 60 Prozent. Eine Pauschale von 250 Euro pro Quadratmeter werde für Außenanlagen gezahlt.
Derzeit ist dort der dritte Bauabschnitt kurz vor der Vollendung. Ein weiterer Parkplatz mit 30 Stellplätzen zwischen Rathaus und Gemeindehalle ist fertig. Neu gestaltet sind auch der Kirchenvorplatz und die Fläche rund ums Rathaus, nur die Treppenanlage fehlt noch. Die beiden Bushaltestellen an der Hauptstraße werden gerade angelegt, und der Zebrastreifen muss noch von der Metzgerei Hohl einige Meter weiter südlich zur Bäckerei Trunk versetzt werden.
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