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Nach Crans-Montana-Katastrophe: Heilbronner Winterdorf verbannt Wunderkerzen

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Offenbar haben Wunderkerzen als Zugabe auf einer Champagner-Flasche die Brandkatastrophe im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana mit 40 Toten ausgelöst. Auch im Winterdorf Heilbronn gab es Feuerfontänen zum Schampus. Die Betreiber reagieren – und suchen Alternativen. 


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Nach der Silvester-Feier-Katastrophe in einer Schweizer Bar sitzt der Schock auch in der Region tief: Im Ski-Ort Crans-Montana haben offenbar auf einer Champagner-Flasche angebrachte Sprühfontänen zum Ausbruch einer Feuersbrunst geführt.

Durch die Funken der Wunderkerzen sind nach dem aktuellen Ermittlungsstand wohl schaumstoffartige Paneele an der Decke der Bar in Flammen aufgegangen. 40 Menschen kamen bei dem Inferno ums Leben, 119 wurden verletzt.

Nach Feuerkatastrophe in Crans-Montana: Heilbronner Winterdorf verzichtet auf Tischfeuerwerke

Im Heilbronner Winterdorf ist es Tradition, dass bei der Champagner-Bestellung auch ein kleines Tischfeuerwerk gereicht wird. „Das Geschehene ist absolut schrecklich und traurig. Nach dieser Katastrophe müssen wir reagieren und es wird bei uns ganz sicher keine solche funkensprühenden Zugaben mehr geben“, erklärt Thomas Aurich. „Das verbietet sich schon allein aus Gründen der Pietät.“

Nach dem tödlichen Brand in einer Schweizer Bar hat der Betreiber des Heilbronner Winterdorfs Konsequenzen gezogen.
Nach dem tödlichen Brand in einer Schweizer Bar hat der Betreiber des Heilbronner Winterdorfs Konsequenzen gezogen.  Foto: Lina Bihr

Zwischen 40 und 120 Champagner-Flaschen verkauft das Winterdorf-Team pro Saison. Für die Zukunft denkt Aurich allerdings über ungefährliche LED-Lösungen als optisches Schmankerl zum Champagner nach. Aktuell findet das Winterdorf zum 13. Mal statt.

Hütten beim Heilbronner Winterdorf: Mehr Luftraum als in Bar in Crans-Montana

Der Gastronom und Macher des Heilbronner Winterdorfs zieht allerdings klare Unterschiede zwischen der Bausubstanz der Bar in Crans-Montana und den Hütten auf dem Foodcourt-Gelände: „Unsere Neckaralm und die Kiliansalm haben bewusst hohe Decken und sind vom TÜV abgenommen. Es gibt in unseren beiden Winterdorf-Gebäuden wesentlich mehr Luftraum als am Katastrophen-Ort. Probleme in Bezug auf die Tischfeuerwerke hatten wir bislang auch keine.“

Grundsätzlich lege das Winterdorf-Team in jeglicher Hinsicht großen Wert auf die Sicherheit der feiernden Besucher: „Wir lassen unseren Brandschutz von einem externen Sachverständigen prüfen“, berichtet Thomas Aurich. In jeder der beiden Hütten gibt es zwei Feuerlöscher. Einer davon befindet sich jeweils auf dem DJ-Pult. Aurich: „Von dort oben hat man den besten Überblick und kann am schnellsten reagieren, falls doch etwas passieren sollte.“

Das wird im Heilbronner Winterdorf für den Brandschutz getan 

Die Hütten im Winterdorf sind zwar alle aus Holz, allerdings ist das Material mit Brandschutzfarbe bestrichen. Aurich: „In Deutschland schimpfen wir oft über die Bürokratie und die Vorschriften. Allerdings helfen die Regelungen durchaus, um solche Katastrophen wie in der Schweiz zu verhindern.“ Für ihn sind die Geschehnisse dennoch Anlass zur Überlegung, dem Thema Sicherheit noch mehr Priorität einzuräumen.

Sofern in anderen Gastronomie-Betrieben Wunderkerzen und Tisch-Feuerwerke als optische Highlights zum Einsatz kommen, seien die Umstände laut Aurich nicht ganz so gefährlich, wenn es sich um eine andere Oberflächensubstanz, wie beispielsweise Stein, handelt. Allerdings sind Flammen-Beigaben zum Getränk oder Gericht in anderen Gastronomie-Betrieben in Heilbronn sowieso selten im Einsatz. Beispielsweise in der Club Kaiser Skybar oder im Radio-Ton-Gourmet-Palast, der aktuell noch auf der Heilbronner Theresienwiese stattfindet, sind Tischfeuerwerke ohnehin kein Thema. 




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