Lokaltour in Leingarten: Ralf Steinbrenner stellt sich Fragen zur Bürgermeisterwahl
Bei der 119. Lokaltour in Leingarten sprechen Chefredakteur Uwe Ralf Heer und 25 Gäste mit Bürgermeister Steinbrenner über die Wahl, Windpark, Suedlink und die Zukunft der Stadt.

Eine Bürgermeisterwahl steht in Leingarten an: Amtsinhaber Ralf Steinbrenner tritt nach 24 Jahren im Amt erneut an, als Alleinkandidat. Das war auch Thema der 119. Lokaltour der Heilbronner Stimme.
„Erzählen Sie mal, warum tun Sie sich das noch einmal an?“, fragt Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer humorvoll. Gelächter bei den rund 25 Gästen in der Café- und Weinbar SarahAnn am vergangenen Mittwoch.
Stimme-Lokaltour in Leingarten: Bürgermeisterwahl am 8. März als zentrales Thema
Auch Ralf Steinbrenner kann sich ein Lachen nicht verkneifen, die Atmosphäre ist locker. „Ich brenne für diesen Job und möchte begonnene Dinge zu Ende bringen“, sagt er. Zu jedem Gast bei der Lokaltour falle ihm ein Projekt ein, das er künftig angehen möchte: Sanierung und Neubau im Eichbottzentrum, ein vierter Sporthallenteil, die Beibehaltung des Veranstaltungskalenders sowie die Stärkung von Weinbau und Gastronomie. „Sie sehen, ich kenne meine Leute, Herr Heer“, sagt er stolz.

Eine Zuschauerfrage knüpft an seine Pläne für Leingarten an: Die Innenstadt verliere an Attraktivität. Ob es eine Strategie zur Stärkung von Gastronomie und Einzelhandel gebe? Steinbrenner antwortet, die Kommune greife ein, wenn es möglich sei, und nennt als Beispiel das Ärztehaus an der Bahnlinie. Dort habe er sich für einen städtischen Immobilienkauf eingesetzt und so die ärztliche Versorgung gesichert. „Man muss aber auch sagen, dass noch nie ein Geschäft oder Lokal geschlossen hat, wenn es gut gelaufen ist“, betont der Amtsinhaber.
Lokaltour vor der Bürgermeisterwahl: Sorgen über Energieprojekte
Vereinzelt zeigen sich Sorgenfalten bei den Zuschauern, als Heer die Themen Suedlink-Gelände und Windpark Heuchelberg-Stromberg anspricht. Die Sorgen kann Steinbrenner nachvollziehen. Die ersten Windräder sollen 2028 kommen, der genaue Standort steht noch nicht fest. Dass das Suedlink-Gelände, das im März schrittweise in Betrieb gehen soll, künftig als kritische Infrastruktur gilt, ist ihm bewusst. Ein mögliches Anschlagsziel?, fragt Heer. Das wisse er nicht, sagt Steinbrenner, nur dass das Gelände gut gesichert sei. Die umliegenden Grundstücke seien zudem sehr begehrt, Investoren planten dort Energiespeicher.

Was Steinbrenner ebenfalls weiß: Die von ihm seit 24 Jahren geführte Kommune steht finanziell besser da als viele umliegende Gemeinden. Auf die Frage, ob Sparmaßnahmen zu erwarten seien, antwortet er mit einem vorläufigem Nein. „Wir sind eine schlanke Kommune, was die städtische Infrastruktur angeht“, sagt er. Zudem habe man in der Verwaltung nicht unnötig Personal. „So haben wir über die Jahre Millionen gespart.“
Über die Gestaltung von Festivitäten müsse jedoch gesprochen werden – beispielsweise über den Käsritt. Sicherheitsauflagen und Materialkosten hätten bereits bei der vergangenen Auflage die Ausgaben deutlich erhöht.
Ralf Steinbrenner möchte erneut Bürgermeister werden
„Einen Wunsch an den kommenden Ministerpräsidenten?“, fragt Heer. „Mehr Beinfreiheit und Entscheidungsmacht für die Kommunen“, antwortet Steinbrenner. Der großen Politik fehle es an Pragmatismus. Mehr Vertrauen in Verwaltung und Gemeinderäte vor Ort sei angebracht, kritisiert er.
„Und Sie haben dennoch Spaß am Bürgermeisteramt?“, hakt Heer nach. Erneut Gelächter. „Klar, ich möchte erneut Bürgermeister werden“, sagt Steinbrenner. Als Alleinkandidat dürfte das nicht schwer sein, entgegnet Heer. Eine hohe Wahlbeteiligung erhofft sich der Amtsinhaber dennoch. Zeitgleich mit der Landtagswahl am 8. März findet die Bürgermeisterwahl statt – Steinbrenner hat sie vorgezogen. Warum? „Weil ich gebürtiger Schwabe bin – die Stadt spart damit rund 20.000 Euro“, sagt er.
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