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Eigene Kreationen

"Burgermaister Grillamt" in Brackenheim: Was Kemal Sonkol in seinem Burgerladen bietet

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Gastronom Kemal Sonkol aus Brackenheim hat sich mit seinen Burger-Kreationen einen Namen gemacht. Doch die Anfänge hierzulande waren nicht immer leicht. 

21 Uhr in Brackenheim Von unserer RedakteurinLisa Könnecke 
Kemal Sonkol betreibt seit 2018 in Brackenheim seinen Burgerladen namens „Burgermaister Grillamt“.
Kemal Sonkol betreibt seit 2018 in Brackenheim seinen Burgerladen namens „Burgermaister Grillamt“.  Foto: Helmut Melchert

Geboren in der Türkei, aufgewachsen in Frankreich, Italienisch studiert und jetzt Gastronom im Schwabenländle: Kemal Sonkol aus Brackenheim hat eine spannende Vergangenheit, und wer sich mit ihm unterhält, wird schnell in seinen Bann gezogen. Seine schwarze Brille, sein französischer Akzent und seine direkte Art fallen einfach auf. Der 53-Jährige betreibt seit März 2018 seinen Burgerladen namens „Burgermaister Grillamt“ in Brackenheim.

Drei Jahre lang hat er an den Kreationen getüftelt, drei Jahre lang fast täglich probiert und an den Rezepturen gefeilt, bis sie für den Brackenheimer perfekt waren. Das Geschäft läuft, aber er selbst könne keine Burger mehr essen. „Damit kannst du mich jagen, lieber esse ich eine Fertigsuppe“, sagt er und lacht. Mehl aus Meimsheim, Fleisch aus Leingarten, Eier aus Botenheim: Nicht nur auf den Geschmack, auch auf Frische und Regionalität legt der zweifache Familienvater großen Wert.

"Burgermaister Grillamt": Nach mehrere Stationen in Brackenheim gelandet

„Anschluss in Deutschland zu finden, war brutal“, sagt er. Mehrere berufliche Stationen hat er hinter sich, nicht immer sei er angenommen worden. Kemal Sonkol war beruflich erfolgreich, arbeitete sich hoch, am Anfang aber verstand er kein Wort Deutsch, las den Menschen die Wörter von den Lippen ab und übersetzte sie im Nachgang ins Französische. So habe er seine Ausbildung abgeschlossen. Wirklich entfalten konnte er sich erst, als er die Firma gewechselt habe. 

Anfänglich schien er auf der Überholspur, hatte sich hochgearbeitet und genoss Ansehen beim Chef, aber mit der Zeit entstanden zwischenmenschliche Spannungen, sagt er. Für manchen Arbeitskollegen sei er nur der Türke gewesen, der in ihren Augen ans Band gehört, aber nicht ins Büro und ihnen schon gar keine Anweisungen geben dürfe.

"Burgermaister Grillamt": Nicht nur Geschmack, auch das Zwischenmenschliche zählt 

Noch einmal wechselte der gebürtige Türke seinen Job, war als Vertriebler in vielen Ländern unterwegs, bis er sich dazu entschied, Wurzeln zu schlagen und näher bei seinen Kindern zu sein. „Deutschland ist meine Heimat geworden,“ sagt er. Das Gastgewerbe nehme er sehr ernst, stelle es an erste Stelle. „Wer herkommt, ist mein Gast, ich bin der Geber.“

Abgesehen vom Geschmack, sei das Zwischenmenschliche die Philosophie, die Kemal Sonkol antreibt. „Du weißt genau, woran du bist bei mir.“ Wenn ihm etwas nicht passe, spreche er das an. Andersrum gebe er viel zurück. „Ich möchte dem Vertrauen gerecht werden, das mir meine Gäste schenken.“ Wenn die Atmosphäre schön ist und die Stimmung stimmt, dann bleibe der Burgerladen auch mal länger auf. „Dann ist der Grill zu und wir lassen gemeinsam den Abend ausklingen. Ich habe noch niemanden vor die Tür gesetzt.“

Unterstützung aus dem Zabergäu

Vor allem seinen Wegbegleitern und Helfern ist er dankbar, zum einen seiner Freundin, die mit ihm im Burgerladen Stellung hält, aber auch jenen, die ihm bei den Anfängen unter die Arme griffen: Boris Biggör aus Brackenheim, der bei der Kochshow „The Taste“ bis ins Finale kam. Peter von Ribbeck, der weltweit Erfahrungen in der Sterne-Gastronomie sammelte oder Jochen Rembold vom Gasthaus Hotel Adler im Brackenheimer Ortsteil Botenheim. Teilweise seien auch Freundschaften entstanden. „Sie haben mich großzügig unterstützt. Ein Stück meines kulinarischen Erfolgs verdanke ich ihnen.“

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