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Bürgermeisterwahl 

Bürgermeisterkandidatin Maria Langjahr: Den örtlichen Einzelhandel stärken

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Reisebüroleiterin Maria Langjahr ist die zweite Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl. Die 56-Jährige tritt als fachfremde Bewerberin an, will sich aber schnell in die Materie einarbeiten. 

Guido Messers Skulptur „Persil bleibt Persil“ erinnert Maria Langjahr an Touristen bei einer Führung. Nebenan, im Rathaus, will sie Bürgermeisterin werden.
Foto: Seidel
Guido Messers Skulptur „Persil bleibt Persil“ erinnert Maria Langjahr an Touristen bei einer Führung. Nebenan, im Rathaus, will sie Bürgermeisterin werden. Foto: Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Genau kann Maria Langjahr nicht erklären, was sie bewogen hat, mit ihrer Bewerbung für das Bürgermeisteramt ernst zu machen. „In meinem Leben habe ich öfter den Eindruck, dass es mich dorthin zieht, wo ich gebraucht werde“, sagt die 56-Jährige, die ein Reisebüro im Deutschen Hof leitet. Etwas muss sich also in ihr gerührt haben, nachdem sie den Frust einiger Kunden gehört hat. Viele Güglinger glaubten, keine „echte“ Bürgermeisterwahl zu haben, weil es keinen Gegenkandidat gab, berichtet Langjahr. Manche wollten sogar unter falschem Namen abstimmen oder gar nicht erst wählen gehen. „Ich dachte mir: Das darf doch nicht sein“, sagt Langjahr – und reichte ihre Bewerbung am letztmöglichen Tag ein.

Nun wirbt sie „mit Herz und Verstand für Güglingen“ und für sich als Bürgermeisterin. Und meint es damit vollkommen ernst: „Das ist keine Spaßbewerbung. Ich möchte etwas bewegen“, betont die seit 1996 glücklich verheiratete Mutter von vier erwachsenen Söhnen, die mit ihrer Familie in Cleebronn wohnt. „Wir sind eine Wettkampffamilie und geben immer unser Bestes“, sagt Langjahr, die sich als hilfsbereit und empathisch beschreibt.

Langjahr: Kenne die Sorgen der Leute

Derzeit muss sie sich ranhalten, um im Wahlkampf aufzuholen: Im Reisebüro ist Hauptbuchungszeit, die Webseite befindet sich im Aufbau, die Flyer sind gedruckt. Durch die günstige Lage des Reisbüros, das Maria Langjahr 2012 zunächst in Cleebronn eröffnete und seit 2018 im Deutschen Hof führt, erreicht sie schon durch die Kundenfrequenz einen Großteil der Güglinger Bürger – und kennt die Probleme vor Ort.

Etwa die Sorgen und Nöte der Einzelhändler, was die drohende Verödung und Leerstände in der Innenstadt betrifft. Früher, da war „richtig Leben“ im Deutschen Hof, weiß Langjahr, heute dümpele alles vor sich hin. Einen Anteil sieht sie bei der Stadt, die nicht aktiv auf die Händler zugehe. Dass auch die Pächternachfolge der Herzogskelter nicht rechtzeitig geregelt wurde, kann Langjahr nicht verstehen. Ihre Forderung: „Der örtliche Einzelhandel muss gestärkt werden“, ebenso der Tourismus und das Ehrenamt. Daneben will sich Langjahr für eine bildungs- und familienfreundliche Stadt einsetzen.

Dass sie als fachfremde Bewerberin bei der Bürgermeisterwahl antritt, sieht die Diplom-Touristik-Kauffrau mit Wirtschaftserfahrung als Vorteil: „Es täte der Stadt gut, wenn sie nicht immer nur verwaltet wird.“ Sie traue sich zu, die Führung der Rathausverwaltung zu übernehmen, das nötige Wissen will sie sich schnell aneignen: „Wenn ich etwas mache, hänge ich mich rein“, sagt die geborene Münchnerin, die nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau Wirtschaftswissenschaften studierte. Von 1996 bis 2012 war sie als Regionalverkaufsleiterin für Gruppenreisen im ganzen Land unterwegs.

Für die Wahl rechnet sie sich gute Chancen aus

Für die Wahl rechnet sich Maria Langjahr gute Chancen aus: „Ich könnte mir vorstellen, dass es knapp wird.“ Sollte sie Bürgermeisterin werden, möchte sie Wege finden, damit ihr Reisebüro fortbestehen kann. Sie könne sowohl mit einem Sieg als auch einer Niederlage umgehen, sagt Langjahr: „Ich mache meinen Job gerne. Aber jetzt zieht es mich ins Rathaus.“

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