Zahlreiche Briefe in Weinsberg im Müll gelandet – DHL verspricht Aufklärung
In einer Mülltonne in Weinsberg entdecken Passanten rund 40 Briefe und Postsendungen, die illegal weggeworfen wurden. Die DHL Group kündigt Aufklärung an.
Sabine Häberlen ist entrüstet. Jemand hat Briefe und Postsendungen illegal entsorgt. Ihr Mann Martin Häberlen und Dietmar Korb seien Holzmachen gewesen, erzählt sie. Dabei entdecken die Männer beim Albvereinshaus am Ende der Kirschenallee in Weinsberg am vergangenen Samstag in einer Mülltonne Dutzende Briefe – Weihnachtsgrüße aus dem Inland und aus Übersee, offizielle Schreiben von Behörden und Versicherungen.
Auf einem Kuvert steht beispielsweise als Absender eine Handwerksfirma. „Manche Briefe haben Kinder geschrieben“, sagt Häberlen. Die Empfänger leben in Weinsberg. Häberlen packt die Umschläge in den Kofferraum des Autos und gibt sie am Montag in der Postfiliale am Bahnhof ab.

Briefe in Weinsberg weggeworfen: DHL beauftragt Security mit der Aufklärung
Für die ordnungsgemäße Zustellung der Sendungen ist die DHL Group verantwortlich. Dem Konzern ist der Vorfall zunächst nicht bekannt. „Wir werden den Sachverhalt intern prüfen“, kündigt Pressesprecher Marc Mombauer am Silvestertag an. Er verspricht, dass die gefundenen Briefe schnellstmöglich den Empfängern zugestellt werden.
Für den Schutz der Sendungen hat der DHL-Konzern sowohl in den Sortierzentren als auch beim Transport entsprechende Vorkehrungen getroffen, um kriminellen Handlungen vorzubeugen, erklärt Mombauer. „Verluste sind bei uns die große Ausnahme und bewegen sich mit Blick auf die Zahl der täglich von uns beförderten Sendungen im kaum messbaren Bereich.“ Dies ändere sich auch nicht in Spitzenzeiten wie vor Weihnachten. Die Brief- und Paketzusteller lieferten bundesweit regulär jeden Werktag rund 46 Millionen Briefe und 6,3 Millionen Pakete aus. Zu Weihnachten sei es in den Spitzen fast die doppelte Paketmenge.
Verstoß gegen das Postgesetz? DHL-Security arbeitet mit Polizei zusammen
Mombauer zufolge verfügt DHL in den Betriebsstätten über Strategien zur Vermeidung und Aufklärung von Straftaten. Bei jeder Niederlassung seien mehrere Security-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen eingesetzt. Diese nehmen ihm zufolge selbst Ermittlungen vor und arbeiten eng mit den Polizeibehörden zusammen. Sollte es sich herausstellen, dass einer der eigenen Mitarbeiter für die Vorkommnisse verantwortlich ist, würden entsprechende Konsequenzen gezogen. Ins Detail geht der Pressesprecher dabei nicht. Im Raum stehen Verstöße gegen das Postgesetz.

In einem Massengeschäft wie der Briefbeförderung lassen sich laut Mombauer Sendungsverluste nie vollständig vermeiden. Jede einzelne Beschwerde werde ernst genommen und den konkreten Fällen nachgegangen. Grundsätzlich könnten Kunden, die eine Sendung eingeliefert haben und die ihren Empfänger nicht erreicht hat, sich mit einem Nachforschungsauftrag an den Kundenservice wenden.
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