Stimme+
Investitionsprogramm für Schulen

Bildung: So reagieren Lehrergewerkschaften GEW und VBE auf Impulse aus Berlin

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Schüler-ID, Digitalpakt, Schulsanierung: Im Koalitionsvertrag legt die neue Bundesregierung auch Schwerpunkte auf die Bildung. Das sind Reaktionen darauf aus der Region.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Bildung ist Ländersache. Dazu bekennen sich die Unions-Parteien und die SPD im Koalitionsvertrag für die nächste Bundesregierung. Dennoch: Auch in diesem Politikfeld will die Große Koalition Akzente setzen und den Ländern finanziell unter die Arme greifen. Ein Investitionsprogramm soll kommen, um Schulen zu sanieren und zu erweitern, und das Startchancen-Programm soll weiterentwickelt werden. Darüber werden auch in der Region Schulen unterstützt, bei denen viele Kinder einen Förderbedarf haben.

„Es sind gute Dinge enthalten“, sagt Joachim Blaesse vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) in der Region Heilbronn. Schüler wolle man zum für sie bestmöglichen Abschluss führen, sagt er. Jede Maßnahme, die das unterstützt, sei gut. Weil im Koalitionsvertrag manches vage formuliert sei, bleibt für ihn die „spannende Frage“: „Was wird tatsächlich umgesetzt?“ Wofür gebe es Geld, wo komme es trotz Föderalismus voran?

Koalitionsvertrag zur Bildung: Auch die frühkindliche Bildung rückt in den Fokus

Zudem begrüßt Joachim Blaesse, dass die frühkindliche Bildung in den Fokus rückt. Der Koalitionsvertrag spricht davon, dass „die Basis des Bildungserfolgs“ in Krippen und Kitas gelegt werden. Kitas seien mehr als Betreuung, sagt der VBE-Vertreter aus dem Raum Heilbronn. Hier gehe es ebenfalls um Bildung. „Das ist positiv.“

Die drei Regierungspartien wollen eine datenschutzkonforme Schüler-ID einführen, die auch zwischen den Ländern genutzt werden kann. Joachim Blaesse hofft, dass sich dadurch Abläufe verbessern und bei einem Schulwechsel nicht alles noch einmal geprüft werden müsse. Beispiel Masernschutz: Werde das einmal geprüft und in der ID hinterlegt, spare man Zeit. Bislang sei man bei einem Schulwechsel darauf angewiesen, was die Eltern sagen. Oft bleibe unklar: Auf welchem Niveau hat ein Kind gelernt? Um Kinder gut zu fördern, seien Schulen auf solche Informationen angewiesen. Eine ID könne hier helfen, sagt Joachim Blaesse.

Schüler-ID: Kinder und Jugendliche können besser gefördert werden

Zentrale Daten können Abläufe an Schulen vereinfachen, sagt auch Harald Schröder von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Ein Beispiel: Ein Schüler hat einen Anspruch auf bestimmte Förderung und zieht um. In einem solchen Fall lägen die Informationen dazu schon durch eine Schüler-ID vor, so die Hoffnung des GEW-Sprechers im Kreis Heilbronn. Kinder und Jugendliche könnten genauer unterstützt werden, betont er.

Die Koalitionäre bekennen sich zum Startchancen-Programm. Wie das Projekt in der Region läuft, dafür ist es aus Sicht von Harald Schröder noch zu früh. Schulen bekämen über das Projekt Geld, um Personal zur Förderung einzustellen. Der GEW-Vertreter setzt darauf, mit den Berliner Plänen die Mitarbeiter langfristig einstellen zu können.

Der Bund ist bei Bildung aber nicht der einzige, der Akzente setzt. Joachim Blaesse vom VBE erinnert an Maßnahmen des Kultusministeriums aus Stuttgart. Die Sprachförderung in Kitas soll gestärkt werden, Juniorklassen sollen kommen für Kinder, die vor der Einschulung noch nicht gut Deutsch können. Auch das beeinflusst die Ankündigungen der Großen Koalition auf Bundesebene. „Woher kommt das Personal?“, fragt Joachim Blaesse.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben