Bechtle-Aktie bricht erneut zweistellig ein – das sind die Gründe
Bechtle setzt sich nach dem zuletzt holprigen Geschäft für 2026 verhaltene Ziele. Das ist bei Anlegern nicht gut angekommen. Die Aktien knickten im MDax um 14,3 Prozent ein.
Der IT-Dienstleister Bechtle setzt sich nach dem zuletzt holprigen Geschäft auch für 2026 verhaltene Ziele wegen der kritischen Versorgungslage bei Speicherchips. Vor allem bei den Ergebniszielen sei der Vorstand zurückhaltend vorgegangen, sagte der Konzernchef Thomas Olemotz.
Unter den Dax-Einzelwerten rückte hierzulande Bechtle mit Sitz in Neckarsulm (Landkreis Heilbronn) in dieser Woche in den Fokus. Die neuen Geschäftsziele des IT-Dienstleisters waren bei den Anlegern nicht gut angekommen. „Der Ausblick ist ernüchternd“, sagte ein Börsianer. Damit knickten die Aktien als Schlusslicht im MDax um 14,3 Prozent ein. Bereits im Februar 2026 war die Bechtle-Aktie im Sinkflug.
Speicherchip-Knappheit bremst Bechtle-Pläne für 2026 – Aktie bricht ein
Der Neckarsulmer IT-Dienstleister schaffte 2025 doch ein Umsatzplus – ein starkes Schlussquartal konnte Bechtle noch hochziehen. Allerdings: „Damit sind wir nicht zufrieden“, sagte der Finanzchef Christian Jehle mit Blick auf insgesamt 6,6 Prozent weniger Gewinn als im Vorjahr.
Der Blick in die Zukunft ist verhalten. Die größte Sorge bereitet momentan die Versorgung mit wichtigen Komponenten. Aktuell sei es wegen der Liefersituation und der Preisentwicklung auf dem Markt von Speicherchips seriös, keine konkreten Szenarien für den Jahresverlauf zu machen. Als großer Anbieter mit strategischen Beziehungen zu seinen Kunden könne Bechtle aber auch profitieren.
„Wir haben aber einen historisch hohen Auftragsbestand – und die Frage ist, wie sich die Versorgungssituation über das Jahr entwickelt“, warnte Vorstandschef Thomas Olemotz.
Bechtle rüstet Behörden und gewerbliche Kunden vor allem aus dem Mittelstand mit PCs und Netzwerkgeräten aus und vertreibt auch selbst Hardware über den eigenen Onlinehandel. Zuletzt sind hauptsächlich die Preise für Speicherchips stark gestiegen, weil sie im Zuge des Ausbaus von Rechenzentren und Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) knapp geworden sind und auf Sicht wohl auch bleiben. Das trübt die Aussichten vieler Hardwareanbieter und Dienstleister deutlich.
Bechtle blickt auf 2026: „haben uns entschieden, vorbehaltlos mit offenen Karten zu spielen
Umsatz und Vorsteuerergebnis dürften 2026 in einer Bandbreite von null bis 5 Prozent zulegen, teilte der Konzern weiter mit. „Wir haben uns entschieden, vorbehaltlos mit offenen Karten zu spielen“, sagte Olemotz zum Ausblick. Vergangenes Jahr stieg der Umsatz wie bereits bekannt um knapp zwei Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn lag bei 324,2 Millionen Euro und damit sechs Prozent unter dem Vorjahreswert.
Beim Geschäftsvolumen insgesamt gab es einen Anstieg um gut acht Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Hier sind auch Softwareverkäufe mit dem vollen Verkaufspreis erfasst. Beim Umsatz darf sich Bechtle diesen nur teilweise anrechnen.
2030 will der Konzern mindestens zehn Milliarden Euro Geschäftsvolumen erzielen. „Gerne auch früher“, sagte Olemotz. Das Ziel entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von knapp vier Prozent.
Düstere Woche für den Dax: Iran-Krieg belastet Aktienmarkt
Für den Dax war es generell eine düstere Woche – nicht nur für die Bechtle-Aktie Die Furcht vor einer weiteren Eskalation des Iran-Krieges hat den deutschen Aktienmarkt am Ende einer ohnehin sehr schwachen Woche belastet. Der Leitindex Dax geriet nach einem durchwachsenen Handelsstart am Nachmittag deutlich unter Druck und verlor am Ende gut zwei Prozent auf 22.380,19 Punkte. Dies ist das Niveau von Ende April 2025.
Die Kursschwankungen zum Wochenschluss brachten Händler auch mit dem sogenannten großen Verfallstag in Verbindung. An diesem Freitag liefen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus. (lis/dpa)
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