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Hüffenhardt
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Baustart der Süddeutschen Erdgasleitung im Abschnitt Heidelberg – Heilbronn

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Auf 61 Kilometern wird die Süddeutsche Erdgasleitung von Heidelberg nach Heilbronn in den kommenden drei Monaten verlegt. Das wird jetzt auf der Baustelle passieren.

Für den zweiten Bauabschnitt werden schon die Rohre angeliefert, die auf einem Sammelplatz zwischengelagert und in die richtige Form gebracht werden.
Für den zweiten Bauabschnitt werden schon die Rohre angeliefert, die auf einem Sammelplatz zwischengelagert und in die richtige Form gebracht werden.  Foto: Anna-Linda Hahn

Kilometerlang zieht sich der Streifen über die Wiesen und Felder entlang Hüffenhardts und darüber hinaus. Hier hat der neue Bauabschnitt der insgesamt 250 Kilometer langen Süddeutschen Erdgasleitung (SEL) von Terranets BW mit dem Abtragen des Mutterbodens bereits begonnen. Von Heidelberg nach Heilbronn werden in den nächsten drei Monaten auf 61 Kilometern Rohre verlegt, um vorerst Erdgas zu transportieren und die Gaskraftwerke in Baden-Württemberg miteinander zu verbinden. Ab 2030 soll dann Wasserstoff durchgeleitet werden können.

Mutterboden wird für die Dauer der Baustelle begrünt

Damit die 18 Meter langen und neun Tonnen schweren Rohre an ihren Platz rund 2,30 Meter unter der Erde platziert werden können, wurde im ersten Bauabschnitt der Mutterboden abgetragen. Das sind rund 10 Kubikmeter pro Laufmeter und somit jeweils rund 16 bis 20 Tonnen Erde, die entlang der Strecke aufgehäuft wurden. Um die Erdhügel vor Erosion, unnötigem Unkraut und Austrocknung zu schützen, werden diese mit Phacelia – einer Pflanze, die auch in der Landwirtschaft als Zwischenbepflanzung eingesetzt wird – bepflanzt, erklärt Timo Breitenbücher, Referent für Wegerecht und Umwelt von Terranets BW. 

Als nächstes steht die Verteilung der Rohre an. Dabei werden sie entlang der Fläche ausgelegt und aufgrund der hügeligen Topografie in die richtige Position gebogen, dann zu Strängen zusammengeschweißt. „Diese können bis zu mehrere hundert Meter lang sein. Und erst wenn alle Nähte vom Tüv geprüft sind, hebt ein Trapezlöffel den Boden aus“, sagt Breitenbücher.

Besonders an dem Abschnitt in Hüffenhardt sind das Umspannwerk und die vielen Strommasten. „Der Rohrstrang wird an beiden Enden geerdet, weil durch die ganzen Stromleitungen würden sie sich aufladen“, sagt Breitenbücher. Ansonsten könnte nicht an den Rohren gearbeitet werden. Anschließend wird der Strang in das ausgehobene Loch mit sogenannten Seitenbäumen reingehoben, die einzelnen Stränge werden verschweißt und das Loch danach wieder zugeschüttet. 

Der Mutterboden ist bereits abgetragen. Auf dem 34 Meter breiten Streifen werden im nächsten Abschnitt die Rohre an die richtige Stelle gelegt.
Der Mutterboden ist bereits abgetragen. Auf dem 34 Meter breiten Streifen werden im nächsten Abschnitt die Rohre an die richtige Stelle gelegt.  Foto: Anna-Linda Hahn

Renaturierung ist ein wichtiger Bestandteil nach der Baustelle – Zusammenarbeit mit den Landwirten ist eng

Timo Breitenbücher erklärt, für die Renaturierung wird der Unterboden erst aufgeraut, bevor der Mutterboden wieder aufgetragen wird. „Wir bieten den Landwirten eine Zwischenbepflanzung an. Das ist jedoch freiwillig. Wenn nämlich Abschnitte quer durch ein Feld gehen, ist es schwierig mit der Ernte.“ 

Anders als Straßen- oder Gleisabschnitte müssen die Flächen nicht erworben werden. Ein Eintrag im Grundbuch nach dem Leitungsgesetz gibt an, dass die Grundstücke zur Verfügung gestellt werden müssen. „Die Landwirte bleiben Eigentümer, bekommen aber auch eine Entschädigung“, so Breitenbücher. Nach der Renaturierung sind die Streifen für den normalen landwirtschaftlichen Betrieb wieder uneingeschränkt nutzbar. 

Topografie im Kraichgau stellt Bauabschnitt vor Herausforderungen – Witterung kann zu Verzögerungen führen

Knapp vier Jahre hat die Planung des Abschnittes gedauert. „Mit dem Planfeststellungsbeschluss 2025 hat dann die Bauphase schnell begonnen“, so Breitenbücher. Eingeplant sind drei Monate Bauzeit, allerdings kann, je nach Witterung, auch die Phase länger dauern. Ist es zu nass, hält der Boden der Belastung nicht stand. Ist es zu heiß, muss darauf geachtet werden, dass die Arbeiter nicht unter der Hitze leiden. „Gibt es Sondergewerke, wie zum Beispiel der Neckar, dann ist die Bauzeit natürlich länger, aber hier im Kraichgau ist nur die Topografie etwas schwieriger. Die beauftragte Tiefbaufirma aus Österreich kennt sich aber gut bei Hügelgelände aus.“

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