Bauern ziehen Fazit nach Protest gegen Lidl: "Unserem Ziel nähergekommen"
Nach der Demonstration mit Hunderten Traktoren vor der Lidl-Deutschland-Zentrale in Bad Wimpfen hoffen Bauern darauf, dass ihre Anliegen besser berücksichtigt werden – doch vieles ist noch unklar.
Die Landwirte, die am Montag vor den Toren der Lidl-Deutschland-Zentrale in Bad Wimpfen ihre Traktoren querstellten und protestierten, einigt laut Helmut Reiner-Saal von der Bewegung Land schafft Verbindung eines: „Wir sind alle realistisch.“
Keiner sei mit der Erwartung nach Bad Wimpfen gekommen, dass sich die Situation gleich verändere und verbessere, so der 61-jährige Landwirt aus Brackenheim-Hausen. Wichtig sei ihnen aber gewesen, wahrgenommen zu werden. Und das habe man erreicht, so Reiner-Saal.
Fazit nach Bauernprotest in Bad Wimpfen: „Unserem Ziel sind wir näher gekommen“
Am Dienstag tagte zudem die Zentrale Koordination Handel-Landwirtschaft. Es kamen Vertreter des Lebensmittelhandels sowie Bauernvertreter zusammen, um über strittige Punkte zu beraten. Die Runde sei sehr hochkarätig besetzt worden, teilte die Bauern-Bewegung Land schafft Verbindung im Anschluss mit.
Die deutschlandweiten Demos seien positiv bewertet worden. „Unserem Ziel, gemeinsam mit Handel, Verarbeitern und Erzeugern geschlossen an die Politik heranzutreten, sind wir näher gekommen“, heißt es in einer Mitteilung. Außerdem habe man klargestellt, dass man sich weitere Proteste offenhalte.
Lidl zeigt sich kompromissbereit – was hat der Bauernprotest in Bad Wimpfen gebracht?
Helmut Reiner-Saal berichtet, bereits bei einem konstruktiven Gespräch in der Lidl-Zentrale bei der Demo am Montag habe man die Bereitschaft wahrgenommen, dass Lidl in Bezug auf manche Punkte kompromissbereit sei – zum Beispiel was Verträge zur Produktion angehe oder die Kennzeichnung des Herkunftslandes auf Produkten. Es sei aber wichtig, dass es hier eine übergreifende Lösung für den Lebensmittelhandel gebe, so Reiner-Saal. Lidl macht auf Anfrage unserer Zeitung keine Angaben zum Inhalt des Gesprächs mit einer Delegation von Landwirten.
Auslöser für die große Protestaktion in Bad Wimpfen ist ein Billig-Angebot von Lidl für 250 Gramm deutsche Butter: 0,99 Euro kostet diese. Das werde ihrer Arbeit nicht gerecht, beklagen die Bauern. Es gehe aber um weit mehr als um Butter, nämlich um eine faire Vergütung für alle landwirtschaftlichen Produkte, heißt es.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare