Ehepaar abgezockt? Streit um Terrassen-Bau landet vor Amtsgericht Heilbronn
Ein Ehepaar aus der Region Heilbronn wollte eine Terrasse bauen und fiel offenbar auf einen Betrüger herein, der sich als Bauleiter ausgab. Der Beschuldigte steht am Mittwoch vor Gericht.
Simone Neuhaus (Name geändert) und ihr Mann hatten große Pläne. Auf dem Dach ihrer Garage in der Region sollte eine Terrasse entstehen. Dazu musste die alte Garage abgerissen werden. Neuhaus trifft beim Gassigehen auf ihren Nachbarn, dem sie davon erzählt. Er soll angeboten haben, die Bauleitung zu übernehmen, erzählt Neuhaus. Doch statt die Vorauszahlungen, die sich insgesamt auf mehr als 60.000 Euro belaufen sollen, an die Handwerker zu überweisen, soll der vermeintliche Bauleiter den größten Teil des Geldes für sich eingesackt haben. Am Mittwoch (4.12.) steht er deshalb vor dem Amtsgericht Heilbronn.
Prozess am Amtsgericht Heilbronn – Betroffenes Ehepaar schildert Abläufe
Neuhaus war froh, dass sie endlich die Baugenehmigung für die Terrasse in den Händen hielt. "Von 2014 bis 2017 habe ich dafür gekämpft", sagt sie. Doch dann bekommt sie keine Handwerker, die den Job übernehmen. Ihr Nachbar, dem sie von ihrem Problem erzählt, springt ein. "Er sagte mir, dass er eine Gerüstbaufirma habe und zudem Bauleiter sei."
Für Neuhaus ist er der Richtige. Sie und ihr Mann zeigen ihm die Pläne. Das sei im Mai gewesen. Er habe Handwerker an der Hand, die alles in "einem Rutsch" erledigen. "Er sagte zu uns, im Mai fangen wir mit den Arbeiten an, im September könnt ihr auf der Terrasse sitzen." Und tatsächlich rücken wenige Tage später die ersten Handwerker an, erinnert sich Neuhaus.

Streit um Terrassen-Bau vor Gericht: Ehepaar entstehen Kosten in Höhe von 62.000 Euro
Um Material und Bauarbeiter zu bezahlen, habe der Bauleiter eine erste Vorauszahlung Ende Mai in Höhe von 5000 Euro verlangt. Für Neuhaus nicht ungewöhnlich. Material sei angeliefert worden, die Handwerker hätten gearbeitet. "Es gibt auch fachlich so gut wie nichts auszusetzen." Immer wieder habe sie Vorauszahlungen geleistet. Doch dann passierte etwas Merkwürdiges, erklärt Neufeld. "Der Rollladenbauer kam und sagte uns, dass er noch kein Geld bekommen habe." Nach und nach sollen die Handwerker ihre Arbeiten eingestellt haben. "Gipser, Flaschner, Abbruch- und Betonarbeiter haben alle bei meinem Nachbarn gearbeitet", sagt sie. Geld sollen sie nicht erhalten haben. Und Neuhaus habe von ihrem Nachbarn keine Rechnungen erhalten.
Neuhaus beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Sie habe festgestellt, dass ihr Nachbar für den Abbruchunternehmer vier Mal so viel berechnet habe, als er tatsächlich verlangt haben soll. Insgesamt soll ihr Nachbar etwa 12.000 Euro an die Handwerker bezahlt haben. Den Rest, so vermutet es Neuhaus, soll er für sich eingesackt haben. Am Ende sollen es insgesamt etwa 62.000 Euro gewesen sein, die Neuhaus bezahlte. Da die Handwerker noch vor Fertigstellung der Arbeiten nicht mehr auf die Baustelle gekommen seien, haben Neuhaus und ihr Mann sich am Ende selbst um den Umbau gekümmert.
Amtsgericht Heilbronn beschäftigt sich mit finanziellem Schaden
Um den finanziellen Schaden geht es am Mittwoch vor dem Amtsgericht Heilbronn. Dann soll sich Neuhaus' Nachbar verantworten müssen. Er soll kein unbeschriebenes Blatt sein und bereits mehrfach wegen Betrugsdelikten im Gefängnis gewesen sein, erklärt sie.
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