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Neckar-Cup soll von Heilbronn nach Bad Rappenau umziehen – das sind die Pläne

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Vom Trappensee in die Kurstadt: Bad Rappenau will die Fortsetzung des  ATP-Tennisturniers unterstützen. Eine wichtige Anforderung dafür erfüllt der Center-Court schon jetzt besser als die Plätze in Heilbronn.

Die Anlage des TC  Blau Gelb Bad Rappenau liegt idyllisch in der Nähe des Kurparks. Ab 2025 soll hier der Neckar-Cup 2.0 stattfinden.
Die Anlage des TC Blau Gelb Bad Rappenau liegt idyllisch in der Nähe des Kurparks. Ab 2025 soll hier der Neckar-Cup 2.0 stattfinden.  Foto: privat

Knapp 40 Challenger-100-Turniere gibt es jedes Jahr auf der ATP-Challenger-Tour. Eines davon soll im kommenden Jahr vom 1. bis 8. Juni in Bad Rappenau stattfinden. Der Neckar-Cup, seit zehn Jahren beim TC Heilbronn am Trappensee ausgetragen, will umziehen. „Das ist ein positiver Aufschlag für uns“, sagt der Bad Rappenauer Oberbürgermeister Sebastian Frei.

Die Challenger Tour gilt als Einstieg zur Weltspitze, Alexander Zverev beispielsweise hat 2015 den Neckar-Cup gewonnen. Der Sieger bekommt 100 Weltranglistenpunkte.

Neckar-Cup-Veranstalter hoffen auf mehr Besucher als in Heilbronn 

Mit der Anfrage in Bad Rappenau rannte Turnierdirektorin Mine Cebeci bei ihrer Suche nach einem neuen Austragungsort nicht nur bei Hobby-Tennisspieler Frei offene Türen ein. Auch beim Verein TC Blau Gelb und im Gemeinderat der Kurstadt seien die Reaktionen positiv gewesen, heißt es. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung wäre ein Novum in der 22.500-Einwohner-Stadt, betont Frei, aber auch eine große Herausforderung. Rund 7500 Besucher hatten die Veranstalter im Juni 2024 bei der zehnten Auflage in Heilbronn gezählt, im Kraichgau hoffen sie auf mehr. „Wir können aus der ganzen Region Zuschauer anziehen“, ist Mine Cebeci überzeugt. Ihr Mann und Turniermanager Metehan Cebeci sagt: „Die badischen Fans sind offener.“

Die Bekanntheit, die ein solches Weltklasse-Turnier mit sich bringt, sei toll, sagt Sebastian Frei. Bad Rappenau könnte auf der globalen Sport-Landkarte bekannt werden, dass dabei der Name Neckar-Cup mit dem Zusatz 2.0 weitergeführt wird, ist für den OB kein Problem. „Das ist ein etablierter Begriff“, so Frei.

Die Anlage in Bad Rappenau ist mit ihren neune Tennisplätzen ideal, sagen die Veranstalter.
Die Anlage in Bad Rappenau ist mit ihren neune Tennisplätzen ideal, sagen die Veranstalter.  Foto: Seidel, Ralf

Stadt Bad Rappenau will Neckar-Cup finanziell unterstützen

Die Stadt will das Vorhaben vor allem logistisch unterstützen, sei es mit dem Bauhof oder mit dem Stromgenerator der Feuerwehr. Der OB kündigt außerdem an, persönlich bei der Sponsorensuche Kontakte zu vermitteln. Außerdem werde der Gemeinderat über einen Zuschuss zur Veranstaltung diskutieren, kündigt Frei an. Heilbronn hatte den Neckar-Cup im vergangenen Jahr mit 7500 Euro gefördert. Darüber hinaus gab es offenbar nur wenig Unterstützung, bei der Verkündung des Rückzugs aus Heilbronn hatten die Veranstalter von „mangelndem Zuspruch“ von der Verwaltung gesprochen.

Schwierig waren an der Anlage am Trappensee beispielsweise stets die Parkverhältnisse. In Bad Rappenau soll das kein Problem sein: „Wir sind gewohnt, dass viele Besucher mit dem Auto anreisen“, sagt Frei und verspricht: „Wir werden Parkmöglichkeiten schaffen.“ Im Kurpark, an den die Tennisanlage grenzt, sei man auf Besucher eingestellt. „Wir wissen, was man da braucht.“ Auch der Stadtbahn-Anschluss sei nur wenige Schritte entfernt. 

Für Neckar-Cup keine großen Umbaumaßnahmen in Bad Rappenau geplant

Große Bauarbeiten werden nicht notwendig sein, sagt Christoph Bohnsack, Vorsitzender des TC Blau Gelb. Er geht davon aus, dass der Verein finanziell „außen vor“ ist, nur ein paar kleine Veränderungen seien geplant. Ein großer Pluspunkt für die Anlage an der Weinbrennerstraße: Der künftige Center-Court hat bereits die erforderlichen Maße, die die ATP an dieser Stelle vorschreibt. Acht Meter Auslauf hinter der Grundlinie sind bei Hobbysportlern wegen der langen Wege eher unbeliebt, bei Spitzensportlern unerlässlich. Die Größe war deshalb auch ein wesentlicher Grund, den Trappensee zu verlassen. Dort hatten Spieler in den vergangenen Jahren immer häufiger über zu wenig Bewegungsfreiheit geklagt. Nur rund sechseinhalb Meter Auslauf gibt es zwischen Grundlinie und Zaun, ein Ausbau wäre nicht möglich gewesen.

In Bad Rappenau gibt es insgesamt neun Tennisplätze. Auf einem stillgelegten Platz neben dem Center-Court wollen die Veranstalter eine Tribüne für mehr als 400 Zuschauer aufbauen, weitere Besucher sollen in Logen und auf der bestehenden Steintribüne Platz nehmen. Die historischen Bohrhäuser werden ebenso in die Planungen einbezogen wie der Zugangsweg. Die Tennishalle soll für die Dauer der Veranstaltung als Aufenthaltsbereich für Spieler, Helfer und Offizielle genutzt werden. 

Noch fehlt Geld für den Neckar-Cup 2.0

„Wir haben eine hervorragende Infrastruktur und eine frische Perspektive“, sagt Mine Cebeci. Metehan Cebeci nennt die Anlage, auf der früher schon einige kleinere Turniere gespielt wurden, ideal. Was dem Neckar-Cup 2.0 noch fehlt, ist allerdings Geld.

Rund 400.000 Euro seien notwendig, um das Turnier „qualitativ hochwertig weiterzuführen“, sagt die Turnierdirektorin. Bislang sei das Budget erst zu 50 bis 60 Prozent gesichert. Einig sind sich aber bereits jetzt alle Beteiligten: Der Neckar-Cup 2.0 Bad Rappenau „soll keine Eintagsfliege werden“.

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