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Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung 

Austausch zum Windpark mit Fachleuten

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Mäßige Resonanz bei Infoveranstaltung zum interkommunalen Projekt Windpark Heuchelberg 

Mit Schautafeln informierten Fachleute die Besucher in der Nordheimer Festhalle über den geplanten Windpark Heuchelberg.
Mit Schautafeln informierten Fachleute die Besucher in der Nordheimer Festhalle über den geplanten Windpark Heuchelberg.  Foto: Helmut Melchert

Im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für den geplanten Windpark Heuchelberg hatte die EE Bürger-Energie Heuchelberg GmbH und Co. KG am Dienstag in die Nordheimer Festhalle eingeladen. Das Interesse an dem Infoabend war allerdings überschaubar. Unter den rund 50 Besuchern waren viele Gemeinderäte sowie die Bürgermeister der an dem Projekt beteiligten Kommunen. Mit dabei waren auch einige Kritiker. Im Vergleich zu den Informationsveranstaltungen im vergangenen Jahr in den Kommunen war die Atmosphäre im wesentlichen sachlich.

Bekanntlich sind 13 Windenergieanlagen auf dem Heuchelberg geplant, und zwar auf den Gemarkungen von Schwaigern, Leingarten, Brackenheim und Nordheim. Neben diesen Kommunen ist der Schwaigerner Waldbesitzer Karl-Eugen Graf Neipperg beteiligt. Sie hatten im Oktober 2023 gemeinsam mit der Zeag Heilbronn eine Betreibergesellschaft gegründet. 

Kritik

Kritisch betrachtet der Leingartener Roland Dietz das Projekt. Dietz ist von der lokalen Agenda, die dort oben auf dem Heuchelberg einen Erlebnisweg angelegt hat. "Mir liegt die Naherholung am Herzen", sagt Dietz. Unter anderem führt der Hauptwanderweg HW8 des schwäbischen Albvereins dort vorbei, wo künftig mehrere Windräder stehen sollen, kritisiert er. Auch die Zuwegung für die Anlieferung der Windräder gefällt ihm nicht. Mit vier Meter breiten Fahrstreifen plus Rand würde die Zufahrt sieben Meter ergeben. Peter Beck, Geschäftsführer des Planungsbüros für Artenschutz, Ökologie und Stadtentwicklung aus Darmstadt, ordnet ein: "Die Ränder werden in wenigen Jahren wieder von Baumkronen zuwachsen." 

Im Unterschied zu den vorangegangenen Informationsabenden setzte die Zeag in Nordheim auf einen intensiveren Austausch durch mehrere Stehtische und Schautafeln, wo verschiedene Fachgebiete rund um das Thema Windkraft mit Fachleuten besprochen werden konnten. "Wir wollen an diesem Abend drei Aufgaben  gerecht werden", sagte Harald Endreß, Geschäftsführer der Zeag Erneuerbare Energien GmbH. "Wir wollen die Ziele des Vorhabens, die Mittel, es zu erreichen, und die Auswirkungen darstellen."

Einblick

So bildeten sich an diesem Abend mehrere Gruppen um Fachgebiete wie Windanlagenbau (Enercon), Natur- und Artenschutz, Bürgerenergiegesellschaft und Energiepolitik. Hierbei gab Peter Beck einen Einblick in die Arbeitsweise der Artenschützer. Bereits seit Januar ist das vorwiegend aus Biologen bestehende Planungsbüro viele Stunden im Wald unterwegs, führt Untersuchungen durch und lauscht den Geräuschen der Tiere. "Wir wollen Licht ins Dunkel bringen und erfahren, in welchen Bereichen die Tiere in Bedrängnis kommen würden, denn über die Tiere und Pflanzen weiß man nur wenig", sagt Peter Beck. "Das Land gibt vor, was wir zu untersuchen haben." Und schließlich überprüfe das Landratsamt die vom Darmstädter Planungsbüro gemachte Bewertung.

Inzwischen habe man für rund 170 Windräder Artenschutzgutachten erstellt. Beck rechnet damit, dass sein Team am Heuchelberg 15 bis 16 Fledermausarten entdeckt. Im Hinblick auf die Errichtung der Windräder vermutet er aus der Erfahrung heraus, dass lediglich sieben von zehn Windrädern auch dort gebaut werden können, wo sie geplant sind. "Eine Verschiebung von Windrädern bedingt ein neues Untersuchungsjahr." Laut Beck gibt es durchaus noch eine Reihe von Fragestellungen: "Wir haben die Umwelt nicht bis zum Ende verstanden." 

Fragerunde

In der abschließenden Fragerunde ging es am Stand von Enercon laut dem Experten Martin Schaller unter anderem um den Schattenwurf, die Weiterentwicklung der Anlagen und die Genehmigungsverfahren. Bei der  Weiterentwicklung der Anlagen sei die Kranlogistik die begrenzende Komponente. "Die Kranlogistik lässt es nicht zu, dass die Nabenhöhe steigt." Am Stand des Projektentwicklers Zeag ging es laut Markus Meyle um die Themen Windmessung, Flächenverbrauch und Lärmwerte.                               

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