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So oft sind Abschiebungen in Heilbronn und im Hohenlohekreis gescheitert

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Immer wieder können geplante Rückführungen von Asylbewerbern nicht erfolgen. Wie oft das in Heilbronn und Hohenlohe vorkommt, zeigen nun aktuelle Zahlen. Woran scheitern die Abschiebungen?


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Die Behörden planen mit großem Aufwand Abschiebungen von Flüchtlingen – und scheitern in vielen Fällen. In einer kleinen Anfrage im Landtag wollte die AfD unter anderem wissen, wie oft das in Baden-Württemberg vorkommt.

Nun legt das Justizministerium Zahlen vor. Die Daten zeigen, wie die Lage im Heilbronner Raum und im Hohenlohekreis ist. Woran scheitern die Maßnahmen? Die Stimme hat bei den Behörden nachgefragt.

Abschiebungen in Heilbronn und Hohenlohe: So oft scheitern sie

Im Stadtkreis Heilbronn erfolgte die Mehrzahl der geplanten Rückführungen in den Jahren 2023 bis 2025 nicht. So waren im Jahr 2023 insgesamt 90 Abschiebungen von Asylbewerbern geplant – davon sind 50 gescheitert. Im Jahr 2024 erfolgten von 90 geplanten Abschiebungen 56 nicht und 2025 scheiterten insgesamt 96 von 143 geplanten Rückführungen.

Nicht immer erfolgen geplante Rückführungen von Geflüchteten in Baden-Württemberg. Auch in Heilbronn und in Hohenlohe sind Abschiebungen gescheitert.
Nicht immer erfolgen geplante Rückführungen von Geflüchteten in Baden-Württemberg. Auch in Heilbronn und in Hohenlohe sind Abschiebungen gescheitert.  Foto: Boris Roessler/dpa

Im Landkreis Heilbronn waren im Jahr 2023 insgesamt 112 Rückführungen geplant, 78 davon erfolgten nicht. 2024 erfolgten von 163 geplanten Abschiebungen 105 nicht. Im Jahr 2025 scheiterten 122 von 204 geplanten Rückführungen.

Auch im Hohenlohekreis scheiterten in den vergangenen Jahren Rückführungsversuche. Im Jahr 2023 waren 51 Rückführungen geplant, 28 davon erfolgten nicht. Im Jahr 2024 scheiterten 14 von 32 geplanten Rückführungen. Und 2025 erfolgten sieben von 31 geplanten Abschiebungen nicht.

Viele Abschiebungen in Heilbronn und Hohenlohe nicht erfolgt

Woran die Abschiebungen von Asylbewerbern konkret scheiterten, können die Behörden im Raum Heilbronn und im Hohenlohekreis nicht mitteilen. Auch nicht, welche Nationalitäten die Personen hatten. Für Rückführungen sei das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe zuständig, heißt es unisono.

Die Kosten einer Abschiebung setzen sich laut RP aus mehreren Einzelposten zusammen. „Dies sind in der Regel die Flugkosten und die Polizei-/Transportkosten“, sagt Sprecherin Irene Feilhauer. Gegebenenfalls würden Kosten für die Beschaffung von Passersatzpapieren, für Sicherheitsbegleitung, medizinische Begleitung und eventuell die Kosten für die Abschiebungshaft dazu kommen.

Kosten und Aufwand unterscheiden sich von Fall zu Fall stark. „In der Regel liegen die Kosten für eine einzige Abschiebung im drei- bis vierstelligen Bereich, im Einzelfall auch mal darüber.“

Das Regierungspräsidium teilt auf Stimme-Nachfrage mit, dass Abschiebungen in Heilbronn und im Hohenlohekreis meist deshalb nicht erfolgen, weil abgelehnte Asylbewerber nicht angetroffen werden. In derartigen Fällen werde die Rückführung jedoch nicht aufgegeben. „Es wird ein weiterer Versuch geplant und geprüft, ob weitergehende Maßnahmen wie etwa Abschiebungshaft erforderlich sind“, erklärt Sprecherin Irene Feilhauer.

Im Jahr 2024 wurden Personen aus dem Raum Heilbronn und Hohenlohe überwiegend in die Westbalkanländer, nach Georgien, Gambia, Irak und in die Türkei zurückgeführt. Im Jahr 2025 erfolgten die meisten Abschiebungen aus der Region nach Gambia, Irak, Nigeria, in die Türkei und den Westbalkan.

Asylbewerber-Zahlen in Raum Heilbronn und Hohenlohe rückläufig

Anders als in den Jahren 2022 und 2023, als neben Asylbewerbern auch Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine kamen, müssen nun deutlich weniger Menschen untergebracht werden. Die Auslastung in den Unterkünften sei im Landkreis Heilbronn aktuell „niedrig“, teilt Pressesprecher Andreas Zwingmann mit. Einrichtungen würden „in den Stand-by-Modus“ versetzt.

Auch im Hohenlohekreis seien die Auslastung und Zahl der Einrichtungen „rückläufig“. „Zum Stichtag 28. Februar 2024 befanden sich 13 Unterkünfte der vorläufigen Unterbringung des Landkreises in Betrieb, zum Stichtag 28. Februar 2026 waren es lediglich sieben Unterkünfte“, schreibt Sprecherin Pia Schmitt. „Die Auslastung dieser sieben Unterkünfte liegt zum Stichtag 28. Februar 2026 bei 41 Prozent.“

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