Arbeitsunfälle im Raum Heilbronn: In diesen Berufen ist das Risiko besonders hoch
Die Zahl der Arbeitsunfälle im Stadt- und Landkreis Heilbronn ist rückläufig. Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten: Das Risiko ist je nach Beruf sehr unterschiedlich.
Wer im Bau arbeitet, Müll entsorgt oder schwere Maschinen bedient, lebt gefährlicher als viele andere Beschäftigte. Darauf weisen aktuelle Zahlen der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hin.
Bundesweit zählen Verkaufsberufe sowie Tätigkeiten im Bau und in der Metallverarbeitung zu den Bereichen mit den meisten Arbeitsunfällen. Noch deutlicher werden die Unterschiede beim Blick auf das Risiko.
Diese Berufsgruppen haben deutschlandweit das höchste Risiko zu tragen
Die höchsten Unfallquoten verzeichnen Beschäftigte in der Abfallentsorgung sowie in Baukonstruktionsberufen: In beiden Bereichen kommen rund 118 meldepflichtige Arbeitsunfälle auf 1000 Vollzeitäquivalente.
Zum Vergleich: In Büro- und Sekretariatsberufen ist das Risiko deutlich geringer. Auch Beschäftigte in der Kinder- und Lernbetreuung (87) sowie Bediener mobiler Anlagen (82) sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem Führer von Erdbewegungsmaschinen, land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen sowie Kran- oder Gabelstaplerfahrer.
Ein Vollzeitäquivalent entspricht der durchschnittlichen Jahresarbeitszeit und dient als Grundlage zur Berechnung der Unfallquote.

Unter dem Niveau vorheriger Jahre: Das sind die Arbeitsunfall-Zahlen für die Stadt und den Landkreis Heilbronn
Im Stadt- und Landkreis Heilbronn zeigt sich insgesamt ein rückläufiger Trend. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung erfasst jährlich Arbeitsunfälle sowie sogenannte Wegeunfälle – also Unfälle auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Meldepflichtig sind sie, wenn sie zu mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit oder zum Tod führen. Unfälle in der Landwirtschaft sind in den Zahlen nicht enthalten.
Im Stadtkreis Heilbronn wurden 2024 insgesamt 1125 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert. Das ist – abgesehen vom Corona-Jahr 2020 – der niedrigste Wert seit 2017.
Im Landkreis Heilbronn verunglückten 2024 insgesamt 2929 Menschen bei der Arbeit. Das entspricht – mit Ausnahme von 2020 (2769 Unfälle) und 2023 (2906 Unfälle) – der drittniedrigsten Gesamtzahl seit 2017. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben.
Zwischen 2017 und 2024 verunglückten im Stadtkreis insgesamt 10.306 Menschen bei der Arbeit, drei starben. Im Landkreis Heilbronn waren es 25.362 Verunglückte und 14 Todesfälle.
Zahl der Arbeitsunfälle in Baden-Württemberg sinkt über die Jahre hinweg
Auch landesweit ist die Zahl der Arbeitsunfälle rückläufig: Mit 98.761 Fällen liegt Baden-Württemberg 2024 – abgesehen vom Corona-Jahr 2020 (93.862 Unfälle) – erstmals seit 2015 unter 100.000 meldepflichtigen Unfällen. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank auf 44 und damit auf den niedrigsten Stand seit 2015.
Viele Unfälle in Verkauf, Bau und Metall
In absoluten Zahlen entfallen die meisten Arbeitsunfälle bundesweit auf Verkaufsberufe (40.840 Unfälle). Dahinter folgen Tätigkeiten im Bau (40.306) sowie in der Metallbe- und -verarbeitung (39.316).
Bei den Baukonstruktionsberufen sind insbesondere Maurer, Zimmerer und Betonbaufachkräfte betroffen.
Auch Kraftfahrzeugführer von Lkw spielen mit 35.474 Unfällen eine wichtige Rolle im Unfallgeschehen. Berücksichtigt werden dabei ausschließlich Unfälle während der betrieblichen Tätigkeit, nicht jedoch im öffentlichen Straßenverkehr.
Der Workers Memorial Day am 28. April erinnert an Menschen, die bei der Arbeit verunglückt sind oder an den Folgen ihrer Tätigkeit erkrankt sind. Die Zahlen zeigen: Trotz sinkender Gesamtwerte bleibt das Risiko am Arbeitsplatz ungleich verteilt.
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