Andreas-Schneider-Schule Heilbronn als „Grenzenlos-Schule“ ausgezeichnet
Die Andreas-Schneider-Schule ist vom World University Service als „Grenzenlos-Schule“ zertifiziert worden. Mit internationalen Lernpartnerschaften und interkultureller Bildung bereitet die Berufsschule ihre Schüler auf eine globalisierte Zukunft vor.

Die eigene Perspektive wechseln und über den Tellerrand blicken, ist in der Berufswelt zu einer unverzichtbaren Kompetenz geworden, um erfolgreich im internationalen Kontext agieren zu können. Die Stadt Heilbronn befindet sich durch den Innovation Park Artificial Intelligence (Ipai) auf dem Weg, führender KI-Standort in Europa zu werden, kommt dieser Kompetenz eine noch viel größeren Bedeutung zu. An der Andreas-Schneider-Schule (ASS) in Böckingen hat man das längst erkannt. Seit 2021 nimmt die Berufsschule am Projekt „Grenzenlos - Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ des World University Service (WUS) teil. Das Ziel von „Grenzenlos“ ist es, Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen auf die globalisierte Arbeitswelt vorzubereiten. Vergangenen Dienstag wurde dieses Engagement anerkannt: Die ASS wurde zur vom WUS zur „Grenzenlos-Schule“ zertifiziert.
Globales Lernen als Grundlage des internationalen Erfolgs an der ASS
Der Stolz ist Schulleiter Dieter Arweiler anzusehen, als er von Dr. Kambiz Ghawami vom WUS die einer Urkunde und Plakette entgegen nimmt. Immerhin ist die ASS erst die 15. Schule in Baden-Württemberg und bisher einzige im Landkreis Heilbronn, die sich mit dem Grenzenlos-Label schmücken darf. Auch Ghawami beurteilt die ASS als neue Grenzenlos-Schule im Kontext der künftigen Entwicklung Heilbronns als wegweisend: „Globales Lernen ist die Grundlage des internationalen Erfolgs.“ Als „Botschafter des Wandels“ bezeichnet Kultusministerin Theresa Schopper die Schülerinnen und Schüler. Sie ist sich sicher: „Als berufliche Schule wird ihre Schule eine Schlüsselrolle erhalten.“
Angestoßen hat das Teilnahme Johannes Lindacker-Moderer, Englischlehrer an der ASS. „In Fremdsprachen steht die Vermittlung von interkultureller Perspektiven im Lehrplan. Da hat das einfach gut gepasst“, erklärt er. Doch wie bringt globales Lernen in den Unterricht? Herzstück des Grenzenlos-Projekts sind die Lehrkooperationen mit jungen Menschen aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die die in Deutschland studieren. Sie besuchen mehrmals im Jahr die Klassen, um Themen zu erarbeiten, die sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren. Mit der Zertifizierung verpflichtet sich die ASS automatisch diesen Zielen.
Warum besser nicht zu Heidelbeeren aus Peru greifen
Ein Beispiel sind Heidelbeeren aus Peru. Warum nicht? Es ist doch toll, dass wir, der Globalisierung sei dank, das ganze Jahr über die Früchte im Supermarkt kaufen können. Die Berufsschülerinnen und Schüler der Andreas-Schneider-Schule wissen aus erster Hand, unter welchen Bedingungen in dem südamerikanischen Land die Heidelbeeren geerntet werden. Aus erster Hand deshalb, weil dafür ein Studentin aus Peru die Klassen besucht, um den Weg der Heidelbeere bis ins deutsche Supermarktregal zurückverfolgt. Sie lernen, wie sich politische Entscheidungen, Produktionsverfahren, Lieferketten und unser Konsumverhalten auf die Lebenssituation von Menschen in anderen Regionen der Welt auswirken. Am Beispiel von Peru: Welche Folgen hat der Anbau der Heidelbeerpflanzen auf die Natur? Werden Kinder als Arbeitskräfte eingesetzt, um die Erntekosten möglichst niedrig zu halten? Herzstück ist der Austausch.
Harry Mergel: Gegen internationale Abschottungstendenzen
Oberbürgermeister Harry Mergel, der selbst einmal an der Andreas-Schneider-Schule als Lehrer tätig war, betont hinsichtlich der aktuellen internationalen Abschottungstendenzen, die hohe Bedeutung dieser Auszeichnung: „Zugegeben, der Blick reicht häufig gerade bis zum eigenen Gartenzaun. Und genau hier setzt die ASS ein starkes Zeichen: Grenzenlos-Schule - das ist mehr als ein Titel. Es ist der klare Wille, junge Menschen fit zu machen für eine Welt, die komplex ist und in der es auf differenziertes Denken, Verantwortungsbewusstsein und vor allem auf Teamgeist ankommt.“

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